NEW YORK (Dow Jones ) - Schwache Quartalszahlen des Chemiekonzerns Dow Chemical und Zurückhaltung vor dem am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht dürften am Donnerstag für Stagnation an Wall Street sorgen. Die Terminkontrakte auf den S&P-500 und den Nasadq-100 legen gegen 14.55 Uhr MEZ um jeweils 0,1 Prozent zu. Am Mittwoch stiegen die Kurse auf breiter Front. Am US-Bondmarkt legen die Notierungen fünf- bis dreißigjähriger US Treasurys im frühen Handel leicht zu - ein Hinweis darauf, dass Investoren vor den Arbeitsmarktzahlen vorsichtiger geworden sind.
Am Freitag veröffentlicht das Arbeitsministerium den Bericht zur Beschäftigung im Januar. Es ist der konjunkturelle Höhepunkt der Börsenwoche. Nachdem das Weihnachtsgeschäft den Arbeitsmarkt vorübergehend auf Touren gebracht hatte, dürfte das Jobwachstum im Januar wieder eine langsamere Gangart einschlagen. Volkswirte rechnen im Schnitt damit, dass 125.000 neuen Stellen geschaffen wurden. Im Dezember war die Beschäftigung um 200.000 Jobs gewachsen.
Die wöchentliche Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenversicherung ist etwas stärker als erwartet gefallen, lag aber weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Der moderate Aufwärtstrend am US-Arbeitsmarkt setzt sich damit fort.
Heiß diskutiertes Thema im Aktienhandel ist der Börsengang von Facebook, der immer konkretere Formen annimmt. Der Internet-Konzern hat bei der US-Börsenaufsicht die Unterlagen für den Gang aufs Parkett eingereicht. Demnach strebt das Unternehmen ein Volumen von fünf Milliarden Dollar an. Dieser Wert dient aber zunächst nur der Ermittlung der Gebühren für den Börsengang. Die tatsächliche Größe könnte am Ende weit höher sein.
Ein Datum für die Erstnotiz, eine Preisspanne oder die Zahl der Aktien wurden noch nicht mitgeteilt. Wie das Wall Street Journal zuvor berichtet hatte, sollen bis zu 10 Milliarden Dollar erlöst und eine Bewertung von 75 bis 100 Milliarden Dollar erreicht werden. Das Unternehmen könnte im zweiten Quartal den Schritt an die Börse wagen.
Dow Chemical verlieren vorbörslich 3,2 Prozent. Der nach Umsatz größte Chemie-Konzern in den USA hat im vierten Quartal je Aktie einen Verlust von 0,02 US-Dollar verzeichnet. Rechnet man belastende Sondereinflüsse heraus - vor allem in Brasilien musste der Konzern Abschreibungen vornehmen - bleibt ein Gewinn von 0,25 Dollar. Analysten hatten jedoch mit einem Gewinn von 0,30 Dollar je Aktie gerechnet.
Quartalszahlen haben ferner der Pharmariese Merck & Co und der Kabel-TV-Betreiber Viacom veröffentlicht. Merck & Co hat im vierten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 0,97 Dollar den Analystenkonsens von 0,95 Dollar leicht übertroffen. Beim Umsatz blieb das Unternehmen etwas hinter der Konsensschätzung zurück. Die Aktie legt vor der Startglocke leicht zu. Merck & Co steht unter Druck, für den bisherigen Umsatztreiber "Singulair" gegen Allergien und Asthma Nachfolge-Medikamente auf den Markt zu bringen.
Bei Viacom, die TV-Kanäle wie Nickelodeon und Comedy Central betreibt, ist der Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 um zwei Drittel eingebrochen. Vor allem im Anzeigengeschäft gingen die Umsätze stark zurück. Der Gewinn je Aktie liegt mit 1,06 Dollar minimal über der Konsensprognose von 1,05 Dollar.
Einen Kursexplosion erleben die Aktien von Green Mountain Coffee. Die Papiere des Kaffeerösters springen um mehr als 20 Prozent nach oben, nachdem das Unternehmen höhere Kaffeepreise durch einen starkes Absatzplus der Kaffeemarke "K-Cup" überkompensieren konnte. Den Gewinn je Aktie hat das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres mehr als verdreifacht.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte stieg am Mittwoch um 0,7 Prozent bzw 84 Punkte auf 12.716. Der S&P-500 gewann 0,9 Prozent bzw 12 Punkte auf 1.324. Der Nasdaq-Composite legte um 1,2 Prozent bzw 34 Punkte auf 2.848 zu.
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