• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 1.320,88 $/Unze (Deutsche Bank Indikation)
  • Gold - WKN: 965515 - ISIN: XC0009655157 - Kurs: 1.320,88 $/Unze (Deutsche Bank Indikation)

Indische Juweliere bemühen Stars aus Bollywood, um das schwache Schmuckgeschäft anzukurbeln. Und in China wird jetzt bekannt, dass gut 1000 Tonnen Gold nur deswegen an den nächstmöglichen Hafen in der Stadt Qingdao importiert wurden, um sie als Sicherheit in Krediten zu hinterlegen.

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Dabei geht es nicht um das Gold, dessen Eigenschaften, die Etablierung des Yuan als Konkurrenten zum US-Dollar. Es geht auch nicht um Inflationsschutz, die Absicherung gegen Verwerfungen des westlichen Finanzsystems.

Es geht hier um das Geschäftemachen, um Macht, um politische Macht. Wie das System funktioniert, das zu diesen Krediten führte, die mittlerweile 160 Milliarden USD betragen, ist mittlerweile auch im Westen bekannt: Bürgermeister und lokale Politiker müssen in ihrer Provinz für möglichst viel Wachstum sorgen, und das tut man im großen Stil am besten mit kreditfinanzierten Großbauprojekten. Da werden eben ganze Städte aus dem Boden gestampft, ob sie jemand brauchen wird ist zweitrangig. China hat seit dem Jahr 2008 mehr in Bauprojekte investiert als die USA in mehreren Jahrzehnten.

Nur wer viel Wachstum erzeugt erhält politisches Ansehen in Peking, nur wer politisches Ansehen in Peking genießt bringt es zu Geld und Macht. Dieses System ist grundsätzlich einmal nicht schlecht. Jedoch wurde es so auf die Spitze getrieben, dass ganze Geisterstädte entstanden sind, die selbst die an der spanischen Küste entstandenen Geister-Hotelanlagen in den Schatten stellen.

Daher geht Peking seit geraumer Zeit gegen diesen Wildwuchs am Immobiliensektor vor. Sie haben die Zinsen erhöht, die Vorschriften für den Immobilienbesitz und -erwerb verschärft, sie tun alles, um die Immobilienblase im eigenen Land zu verkleinern. Bedeutet: Peking nimmt die Geschäftemacher an die Kandare. Bedeutet wiederum: Da wird jetzt sehr viel Staub aufgewirbelt, und jeder versucht darin zu verschwinden.

Da gibt es die Nachrichten über wohlhabende chinesische Familien, die aus dem Land fliehen und ihr Hab und Gut mitnehmen und in Kalifornien und Australien die Immobilienpreise nach oben treiben. Und da gibt es die Neuigkeiten, was Finanzierungsverträge mit Rohstoffen anbelangt.

Diese Finanzierungsverträge dienen einem einzigen Zweck: Die Bauträger und lokalen Politiker können so noch an günstige Kredite kommen, die mittlerweile anders nicht mehr zu haben sind oder einfach zu teuer geworden sind, weil Peking dem kreditgetriebenen Immo-Boom ein Ende setzen will.

Importiert man aber Rohstoffe und hinterlegt sie als Sicherheit bei der Bank, kann man darauf aufbauend noch Kredite mit vertretbaren Konditionen erhalten. Jetzt halten Sie sich fest: Die Investmentbank Goldman Sachs schätzt, dass in China Rohstofffinanzierungen im Wert von 160 Milliarden USD entstanden sind, 80 Milliarden USD davon sind mit Gold besichert, 46 Milliarden USD mit Kupfer und 13,8 Milliarden mit Eisenerz - der Rest mit Soft-Commodities wie Sojabohnen. Also man macht in China auch nicht vor Nahrungsmitteln halt, um die Gier nach Macht und Geld zu befriedigen.

Das, was ich gerade umschrieben habe, ist Chinas Schattenbankensystem. Es ist gut möglich dass Pekings Kampf gegen Korruption zu weiteren Ermittlungen und Festnahmen in diesem Schattenbankensystem führen wird und dass die Rohstoffhinterlegung für Kredite, die jahrelang ein zentraler Treiber der chinesischen Rohstoffnachfrage war, nachlassen wird.

Die Schweiz ist einer der Haupthandelsknoten für Gold. Das ist der Hub, der die angebliche Ost-Verschiebung der Goldvorräte der Welt der vergangenen Jahre abwickelt. Die Zollstatistiken sind sehr interessant: Im Mai brachen die Goldexporte nach Hongkong um 83,5% ein. Es wurden nur noch zwei Tonnen verschifft. Im Februar waren es noch 37 Tonnen.

China hat im vergangenen Jahr Indien als größten Goldimporteur der Welt übertrumpft, als es 1035 Tonnen aufnahm. Seit die Ermittlungen gegen die Goldfinanzierungen laufen sind die Importe dramatisch eingebrochen. Chinesische Goldhändler sollen in den vergangenen Jahren Goldtransaktionen im Gesamtwert von 15,2 Milliarden USD gefälscht haben, um an Kredite zu kommen, melden chinesische Behörden. Insgesamt sollen 1000 Tonnen Gold in Finanzierungsdeals geparkt sein, schätzt das World Gold Council.

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