• freenet AG - Kürzel: FNTN - ISIN: DE000A0Z2ZZ5
    Börse: XETRA / Kursstand: 23,92 € (XETRA)
  • freenet AG - WKN: A0Z2ZZ - ISIN: DE000A0Z2ZZ5 - Kurs: 23,92 € (XETRA)

Im vergangenen Jahr stellte GodmodeTrader an dieser Stelle vier Aktien vor, die über eine überdurchschnittliche Dividendenrendite verfügen. Eine Auswertung der damaligen Analysen finden Sie hier.

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Aufgrund des Erfolgs und des großen Leserinteresses wird die Reihe auch im Jahr 2014 fortgesetzt. Zumal die fundamentalen Gründe für Dividendenaktien sich nicht geändert haben. Für Investoren ist es angesichts des extrem niedrigen Zinsniveaus alles andere als leicht, überhaupt noch attraktive Anlagemöglichkeiten zu finden. Die klassischen Tages- und Festgeldkonten bieten kaum noch Renditen über einem Prozent und liegen damit gerade einmal im Bereich der Inflationsrate. Anleihen und Immobilien sind größtenteils sehr teuer bewertet. Am Aktienmarkt hingegen winken trotz der bereits seit dem Jahr 2009 etablierten Hausse immer noch zahlreiche Chancen; die Bewertungen sind vor allem mit Hinblick auf die erzielbaren Dividendenrenditen immer noch ansprechend.

Nach Munich Re, der Deutschen Telekom und der Allianz aus dem DAX, ProSiebenSat.1, Talanx und Hannover Rück aus dem MDAX sowie die Aktien von Telefónica Deutschland und Drillisch aus dem TecDAX nehmen wir uns heute mit Freenet den dritten TecDAX-Wert zur Brust.

Freenet: Vom reinen Internet- zum Telekommunikationsunternehmen

Das Telekommunikationsunternehmen Freenet dürfte vielen Fans des früheren Neuen Marktes noch unter dem Namen Freenet.de ein Begriff sein. Damals als ein reiner Internetserviceprovider tätig, stellte das Internetportal freenet.de das Kerngeschäft dar. Der Mobilfunkspezialist Mobilcom hielt mit 50,43% eine Mehrheitsbeteiligung an freenet.de. Neben dem früheren Internet-by-Call-Geschäft kamen bei Freenet nach und nach weitere Geschäftsfelder hinzu. 2003 kaufte das Unternehmen das gesamte Festnetzgeschäft der Muttergesellschaft Mobilcom auf und stieg damit auch zum Telekommunikationsunternehmen auf. Unter anderem folgten Breitbandinternetangebote für die Kunden. Im März 2007 fusionierten Mobilcom und Freenet. Aus freenet.de wurde anschließend die Freenet AG. 2008 übernahm Freenet den Mitbewerber Debitel für 1,6 Mrd. €. Nachdem ein Übernahmeversuch von Drillisch und United Internet gescheitert war, kaufte United Internet im Jahr 2009 wiederum Freenet die DSL-Sparte für 123 Mio. € ab. Bekannt ist Freenet heute vor allen Dingen durch sein Mobilfunkgeschäft mit einer eigenen Shopkette. Freenet ist in Deutschland der größte netzunabhängige Telekommunikationsanbieter.

Im vergangenen Jahr steigerte Freenet den Konzernumsatz leicht von 3,1 auf 3,2 Mrd. €. 3,16 Mrd. € entfielen dabei auf das Mobilfunkgeschäft. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stagnierte bei 357,4 Mio. €. Der Cashflow sank leicht von 259,7 Mio. auf 256,2 Mio. €. Aufgrund auslaufender Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte durch den Debitel-Kauf im Jahr 2008 stieg das Konzernergebnis überproportional von 173,2 auf 236,9 Mio. €. In dieser Woche gab Freenet zudem Zahlen für das erste Quartal 2014 bekannt. Demnach setzte sich der Umsatzrückgang weiter fort auf 717,5 Mio. € in den ersten drei Monaten. Die Kundenbasis konnte jedoch um 3,8% auf 8,79 Mio. erweitert werden. Positiv entwickelte sich der Free Cashflow, der von 56,4 Mio. € im ersten Quartal 2013 auf 57,1 Mio. € zulegte.

Für das laufende und das kommende Jahr erwartet das Management jeweils einen leichten Umsatzanstieg, ein EBITDA von 365 beziehungsweise im Jahr 2015 370 Millionen € und einen Free Cashflow von 265 beziehungsweise 280 Mio. €. Analysten erwarten, dass der Gewinn pro Aktie 2014 auf 1,94 € je Aktie und im Jahr 2015 auf 2,02 € je Aktie leicht zulegen wird. Auf Basis dieser Schätzungen ergibt sich für den TecDAX-Titel ein 2015er-KGV von knapp 13.

Dividende vervielfacht

Ähnlich wie der Branchenkollege Drillisch konnte auch Freenet die Dividendenzahlungen in den vergangenen Jahren deutlich steigern. Mittlerweile schütter das Unternehmen 1,45 € je Aktie an seine Aktionäre aus. Damit errechnet sich eine Dividendenrendite von 6,2%. Zum Vergleich: Für das Geschäftsjahr 2009 zahlte Drillisch nur 0,20 € je Aktie. Zweistellige Dividendenrenditen sind aufgrund der fulminanten Kursentwicklung zwar erst einmal Geschichte, dennoch kann sich die Dividendenrendite weiter sehen lassen. Dividendenjäger notieren sich als Stichtag den 13. Mai. Denn wer die Dividendenzahlung erhalten will, muss die Aktie bis dahin im Depot haben.

Nachfolgende Grafiken zeigen die Dividendenentwicklung von Freenet in den vergangenen Jahren.

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Quelle: Guidants Fundamentalcharts

Analysten rechnen damit, dass die Ausschüttungen mitsamt des Gewinns auch in den kommenden Jahren leicht steigen werden. Sie erwarten im Jahr 2014 eine Dividende von 1,50 € und für 2015 1,57 € je Aktie. Damit belaufen sich die Dividendenrenditen aktuell auf 6,4% und 67%.

Größter Aktionär von Freenet ist die Vermögensverwaltung Blackrock. Sie hält rund 5% der Aktien. Damit ist Blackrock in sage und schreibe 7 der bislang 9 vorgestellten Dividendenstars investiert. Auch die weiteren Aktionäre lesen sich wie das Who is Who der Investmentbranche: JP Morgan, der norwegische Staatsfonds und der bekannte Vermögensverwalter Flossbach von Storch.

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Quelle: Guidants KeyFacts-Widget

Aus technischer Sicht hat die Aktie über die vergangenen Monate einen steilen Aufwärtstrend hinter sich und konsolidiert diesen aktuell aus. Dabei erreichte sie in dieser Woche eine solide Unterstützung bei 22,70 Euro. Dort finden sich heute erste Käufer. Grundsätzlich könnte der Wert nach dem Rücksetzer seine Kursrally direkt fortsetzen. Berücksichtigt man allerdings den Dividendenabschlag in der kommenden Woche, wäre auch ein weiteres Tief noch denkbar. Unterhalb von 22,70 Euro befindet sich bei 21,50 Euro die nächste solide horizontale Unterstützung. Positiv wäre ein Ausbruch über das bisherige Allzeithoch bei knapp 26,00 Euro. Ein solches Kaufsignal dürfte den Titel auf Sicht einiger Wochen in Richtung der 30,00-Euro-Marke bringen. Hier liegt folglich ein realistisches Ziel auf Sicht der kommenden 52 Wochen.

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Freenet Wochenchart

Abschließend noch ein Vergleichschart mit dem TecDAX über die vergangenen drei Jahre. Die Freenet-Aktie lässt wie das Drillisch Papier den TecDAX um Längen hinter sich. Sie vervielfachte sich, während der TecDAX gerade einmal um 32% zulegen konnte. Auch bei Freenet gilt: Nach der steilen Rally steigt die Gefahr, dass sich die Kursschere zum TecDAX auch einmal wieder verkleinern könnte. Aktuell gibt es allerdings noch keine Zeichen einer Trendumkehr.

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Freenet vs. TecDAX im 3-Jahresvergleich

Fazit: Die Freenet-Aktie ist neben Drillisch einer der Dividenden Stars, die sich über die vergangenen Jahre exzellent entwickelt haben. Die aktuell laufende Konsolidierung kommt für Anleger, die die Rally bei dem TecDAX-Titel bislang verpasst haben, gerade zur richtigen Zeit. Fundamental überzeugt neben der Dividendenhistorie der vergangenen Jahre vor allen Dingen die exzellente Aktionärsstruktur. Aus technischer Sicht hätte die Aktie kurzfristig noch etwas Konsolidierungsspielraum, befindet sich aber in einem überzeugenden langfristigen Aufwärtstrend. Die Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2013 wird am 14. Mai erfolgen.

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