In den vergangenen Jahren ist die Börse immer mehr zu einem Spielball der Politdarsteller verkommen. Mit Blick auf die aktuelle Lage in Europa, die anstehenden Landtagswahlen in drei Bundesländern und im Sog der immer drückender werdenden Probleme unseres ungedeckten Schuldgeldsystem ist zu erwarten, dass sich dieser Trend noch massiv beschleunigen wird.

Anzeige

Wir haben diese Entwicklungen an dieser Stelle schon vor Jahren angekündigt und immer wieder ausführlich kommentiert. Doch der Einzelne wird gegen die sich abzeichnende Misere wenig ausrichten. Daher ist es vermutlich sinnvoller, Lösungen zu erarbeiten, anstatt permanent auf die ausufernden Probleme hinzuweisen. Letztlich kostet das eine Menge Nerven und bringt nichts.

Auch aus diesem Grund beschäftigen wir uns im Antizyklischen Börsenbrief seit geraumer Zeit verstärkt mit dem Themenbereich "Nachhaltiges Investieren". Hier stellen wir unseren Lesern Unternehmen vor, deren Produkte unsere Welt ein klein wenig besser machen.

Das können die Hersteller regenerativer Energien sein, Firmen, die Produktionsprozesse unter ökologischen Aspekten optimieren, oder die ganz allgemein auf ethische und nachhaltige Ausrichtung ihrer Geschäftsfelder achten. Es gibt da eine ganze Reihe von Unternehmen, die wir in diesem Zusammenhang beobachten. Und es werden immer mehr...

Schon vor geraumer Zeit war uns in diesem Zusammenhang die kanadische NioCorp Developments (NB.TO) aufgefallen. Stammleser unserer Kommentare werden sich erinnern. Meiner persönlichen Einschätzung nach zählt der kleine Konzern zu einem der aussichtsreichsten Rohstoff-Investments weltweit.

Dazu ein paar Eckdaten:

NioCorp ist gerade dabei, mit Elk-Creek das einzige Niobium-Vorkommen in den Vereinigten Staaten zu entwickeln. Morgan Stanley und die Credit Suisse stehen den Kanadiern zur Seite, um das Projekt vollumfänglich zu finanzieren. In der Vergangenheit hatten die Manager des Unternehmens bei den eigenen Aktien immer wieder massiv zugegriffen – ein sehr wichtiger Punkt.

Doch was ist so interessant am Niobium und was hat es in diesem Zusammenhang mit „Nachhaltigem Investieren“ auf sich?

Schon in geringsten Konzentrationen kann das Mineral die Festigkeit von Stahl wesentlich steigern. Angenehmer Nebeneffekt: Edelstahl wird so bedeutend leichter. Von besonderer Bedeutung ist dies in der Automobilindustrie. Hier lässt sich ein Mittelklassewagen unter Beimischung von Niobium im Wert von nur 9,00 US-Dollar um rund 100 Kilogramm abspecken. Daraus ergeben sich Kraftstoffeinsparungen von rund fünf Prozent.

Sozusagen „nebenbei“ wurden in Elk-Creek darüber hinaus bedeutende Mengen an Scandium gefunden. In der Aluminiumproduktion können damit ähnliche Effekte erzielt werden, wie in der Stahlherstellung durch Niobium: Unter Einsatz von Scandium wird Aluminium bedeutend leichter. Man denke hier etwa an mögliche Kraftstoffeinsparungen durch leichtere Flugzeuge....

André-Tiedje-Kursziel-116-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-1
Foto: Airbus

Die vor einiger Zeit vorgelegten Zahlen zu Elk-Creek sind bemerkenswert:

Eine aktuelle Studie geht von einem Nettogegenwartswert (NPV) des Projekts in Höhe von 3,07 Milliarden US-Dollar aus. Nach Steuern errechnet sich ein NPV in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar. Der jährliche Cashflow wird mit 438 Millionen US-Dollar veranschlagt. Die jüngsten Zahlen sind eine eklatante Verbesserung zu früheren Daten. Noch im Mai vergangenen Jahres war man von einem NPV in Höhe von rund 1,1 Milliarden US-Dollar und einem jährlichen Cashflow in Höhe von 178 Millionen US-Dollar ausgegangen. Aktueller Börsenwert von NioCorp: 134 Millionen CAN-Dollar...

Doch das ist noch nicht alles: Bislang müssen die Vereinigten Staaten Niobium zu 100 Prozent importieren. Mit Elk Creek könnte sich das ändern...

Es versteht sich von selbst, dass Aktien der kanadischen Firma seit einiger Zeit in meinem Depot schlummern: Weil ich am liebsten mit dem Fahrrad fahre, freut es mich, wenn leichtere Autos weniger Abgase in die Luft blasen. Ökologisch weitaus sinnvoller als der klassische Verbrennungsmotor ist natürlich der Brennstoffzellen-Antrieb, bei dem reines Wasser aus dem Auspuff kommt und dessen Entwicklung wir im Antizyklischen Börsenbrief ebenfalls engmaschig verfolgen. In beiden Fällen aber sind Gewichtseinsparungen durch leichteren Stahl von Bedeutung, weil so weniger Energie benötigt wird...

An dieser Stelle kommt nun der in der Überschrift erwähnte André Tiedje ins Spiel.

Weil wir trotz völlig unterschiedlicher Analysemethoden immer wieder zu sehr ähnlichen Einschätzungen kommen, hatte ich André gebeten, sich die Aktie von NioCorp einmal etwas näher anzusehen.

Ich darf verraten, dass der Kollege ganz aus dem Häuschen war, als er mir von seiner Wellenzählung berichtet hat. Das Ergebnis sehen Sie im folgenden Chart:

André-Tiedje-Kursziel-116-Kommentar-Andreas-Hoose-GodmodeTrader.de-2

In einem Punkt ist sich unser Elliott-Wellen-Experte sicher, ich zitiere: „NioCorp wird dreistellig, ganz klar“. Konkret geht André Tiedje für unsere kleine Rohstoff-Perle von einem Kursziel im Bereich von 116 CAN-Dollar aus. Schlusskurs am Freitagabend: 0,80 CAN-Dollar. Wenn ich richtig gerechnet habe, dann müssten aus einem Investment in Höhe von 10.000 Euro im Erfolgsfall in einigen Jahren rund 1,4 Millionen Euro werden. Das deckt sich in etwa mit der Wertentwicklung des legendären US-Index-Traders, den André verantwortet.

Das Frappierende ist aber: Unter fundamentalen Aspekten kann man zu ganz ähnlichen Ergebnissen und Kurszielen kommen. Nachvollziehbar wird das insbesondern dann, wenn man sich die folgenden Ausführungen zum Thema Scandium auf der Internet-Seite von NioCorp ansieht. Die Fakten sind außergewöhnlich.

Hinzu kommt: Nach fünf Jahren Rohstoffbaisse und vor dem Hintergrund der Geldsystemproblematik ist es an der Zeit für einen breit angelegten Gezeitenwechsel in dem Sektor, nach dem Motto: Flucht in Sachwerte. Und dann ist alles möglich.

Das führt uns zu unserer Schlussnotiz: Weil es André Tiedje und mir immer wieder Freude macht, unsere Strategien miteinander zu kombinieren, sind wir gerade dabei, ein Konzept für eine Zusammenarbeit zu entwickeln. Vielleicht lassen sich gemeinsam ja noch mehr Perlen wie diese kleine NioCorp aufspüren.

Sie dürfen gespannt sein...

Anmeldemöglichkeit (1) : Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2) : Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:

Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG. Weitere Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert.


Andreas Hoose vertritt mit diesem Artikel seine eigene Meinung. Diese muss sich nicht zwangsläufig mit der Meinung von GodmodeTrader decken. Es erfolgt keine Prüfung durch eine Schlussredaktion.