Nach der Europäischen Zentralbank (EZB) und anderen Zentralbanken in Europa hat nun auch die japanische Notenbank erstmals Negativzinsen auf Überschussreserven der Banken eingeführt. Der Einlagensatz wurde von plus 0,1 auf minus 0,1 Prozent gesenkt, wie die Bank of Japan mitteilte. Geschäftsbanken, die überschüssige Reserven bei der Zentralbank parken, müssen nun einen Strafzins zahlen, statt Zinsen auf ihre Einlagen zu erhalten.

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    Die Negativzinsen fallen allerdings nicht auf alle Bankreserven bei der Zentralbank an: Die Einlagen jeder Bank sollen der Höhe nach in jeweils drei unterschiedliche Kategorien aufgeteilt werden, so dass nur auf einen Teil negative Zinsen erhoben werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Banken nicht übermäßig belastet werden und ihre Rolle als Finanzintermediäre weiter erfüllen können, erklärte die Zentralbank. Die Bank of Japan kündigte an, den Einlagenzins falls notwendig weiter in den negativen Bereich zu senken.

    Das Wertpapierkaufprogramm ("Programm der quantitativen und qualitativen Lockerung", QQE-Programm) der Bank of Japan wurde unverändert belassen. Die Wertpapierkäufe sollen weiter so erfolgen, dass die Geldbasis um jährlich 80 Billionen Yen (rund 617 Milliarden Euro) ausgeweitet wird. Die Bank of Japan kann dabei auch Anleihen mit negativer Rendite aufkaufen.

    Angesichts der wegen des Ölpreiseinbruchs schwächelnden Inflation verschob die Bank of Japan das Erreichen ihres Inflationsziels von zwei Prozent erneut weiter in die Zukunft. Die Bank of Japan rechnet nun damit, dass das Inflationsziel in der ersten Hälfte des Fiskaljahres 2017, das am 1. April 2017 beginnt, erreicht wird. Bisher hatte die Zentralbank ein Erreichen in der zweiten Hälfte des Fiskaljahres 2016 in Aussicht gestellt. Gleichzeitig betonte die Bank of Japan am Freitag, dass das Inflationsziel "so schnell wie möglich" erreicht werden solle.

    Die Bank of Japan stand zuletzt zunehmend unter Druck, ihre Geldpolitik weiter zu lockern, um das Inflationsziel auch tatsächlich zu erreichen und ein erneutes Abrutschen der japanischen Wirtschaft in die Rezession zu verhindern.

    Nach der überraschenden Einführung von negativen Einlagezinsen können sowohl Euro als auch Dollar gegenüber dem Yen deutlich zulegen. Der Nikkei 225 beendete den Handel mit einem Plus von 2,8 Prozent.

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