London (BoerseGo.de) – Der europäische Bankensektor ist für die ETF-Anleger offenbar ein rotes Tuch. Sie haben in der Woche bis zum 27. Mai 85,8 Millionen Dollar aus den ETFs auf den STOXX 600 Banks abgezogen, wie aus der Sektoren-Studie von BlackRock-ETF-Expertin Deborah Fuhr hervorgeht. Damit war der europäische Bankensektor der Sektor mit den höchsten Abflüssen. Offenbar hat die schwelende Eurokrise und die milliardenschweren Summen für die Rettung von Griechenland die Anleger abgeschreckt. In der Vorwoche bis zum 20. Mai hatte der europäische Bankensektor noch Zuflüsse von 34,1 Millionen Dollar gesehen. Insgesamt für 2011 liegt dieser Sektor mit Zuflüssen von 193,8 Millionen Dollar noch im Plus.

    Anzeige

    Ebenfalls Abflüsse haben prozyklische Sektoren gesehen. Aus dem Bausektor flossen 37,8 Millionen Dollar, aus dem Chemiesektor 5,9 Millionen Dollar und aus dem Industriegütersektor 20,3 Millionen Dollar. Auch der Automobilsektor sah rot. Das Minus lag bei 32,5 Millionen Dollar. Es gab auch einen Sektor, der als defensiv gilt, und zur Ader gelassen wurde: Der Telekommunikationssektor. Aus diesem zogen die Anleger 20,4 Millionen Dollar ab. Insgesamt, wenn man alle Sektoren betrachten, haben in der vergangenen Woche die Abflüsse überwogen. Diese lagen bei 70 Millionen Dollar.

    Wie in der Vorwoche waren überwiegend defensive Sektoren gefragt. In den Nahrungsmittelsektor wurden 30 Millionen Dollar an neuen Geldern investiert. Der Gesundheitssektor zog 18,2 Millionen Dollar an Zuflüssen an. In der Vorwoche waren ihm bereits 143,7 Millionen Dollar zugeflossen. Der Haushaltssektor konnte elf Millionen Dollar an Neuinvestitionen verbuchen.

    Der Öl- und Gassektor hat den Abflusstrend der vergangenen Wochen unterbrochen. Die Anleger haben im Mai insgesamt 291,6 Millionen Dollar abgezogen. Doch in dieser Woche sah dieser Sektor seit der letzten Aprilwoche erstmals wieder Zuflüsse. Die Anleger investierten hier 15,6 Millionen Dollar. Experten gehen von steigenden Ölpreisen über die Sommermonate aus.