Eine völlig absurde Situation: Stundenlange Warteschlangen vor einem Geschäft, aber kein Missmut, sondern überwiegend fröhliche, erwartungsvolle Gesichter. Als dann endlich die Verkäufer in einem Korso durch den für sie gebildeten Spalier wie Matadore vor ihrem wichtigsten Kampf in die „Arena“ einziehen, brandet sofort Jubel und Applaus auf und es kommt zu einem spontanen Händeabklatschen mit den Wartenden. Nach erfolgtem Kauf erscheinen die ersten „Glücklichen“ dann in eindeutiger Siegerpose, das gerade eben Erstandene stolz der von ihren Emotionen überwältigten Masse präsentierend. Immer wieder das gleiche Schauspiel, nur dass es sich hier um keine echten Bühnen- oder Sport-Stars nach einer großartigen Leistung handelt, sondern um ganz normale Menschen, die einfach ihrem Konsum frönen. Wer das verstehen will, muss schon ein eingefleischter sogenannter „Apple-Jünger“ sein, für den es regelmäßig nichts Schöneres auf der Welt gibt, als die gerade neu auf den Markt gekommenen iPhone-, iPad- oder iPod-Versionen in den Händen zu halten. Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn das Unternehmen wie vermutet auch noch in den Markt für TV-Geräte einsteigt, womöglich würde dann das Fernsehen auch ganz neu erfunden.

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Kein Wunder, dass der Konzern längst Kultstatus erreicht hat und mit seinen Umsätzen und Gewinnen die Erwartungen der Analysten von Quartal zu Quartal toppt. So auch bei den in dieser Woche veröffentlichten Zahlen für Q2 des laufenden Geschäftsjahrs. Dabei stieg der Gewinn gegenüber dem Vorjahr um stolze 93 Prozent auf 12,30 US-Dollar je Aktie. Beim Umsatz war der Zugewinn etwas geringer, betrug aber immer noch 58,9 Prozent auf 39,19 Mrd. Euro und damit ebenfalls deutlich mehr als von Experten erwartet. Umsatz- und Gewinn-Bringer Nummer 1 dabei das iPhone mit unglaublichen 35,1 Mio. verkauften Stück, wobei sich die Absatzzahlen in Japan und im asiatisch-pazifischen Raum mehr als verdoppelten, in China sogar verfünffachten. Die erwarteten 12 Mio. verkauften iPads konnten dagegen nicht ganz erreicht werden, was den Erfolg des Konzerns aber in keiner Weise schmälert.

Die positiven Zahlen verhalfen auch der Aktie am Tag danach zu einem deutlichen Plus von rund zehn Prozent und nähren nach den Verlusten der Vorwochen wieder die Hoffnungen vieler Anleger dass die Rekordfahrt nach einer nur kurzen Unterbrechung jetzt unvermindert weitergeht. Die Deutsche Bank und Barclays erhöhten schon einmal ihre Kursziele von 600 auf 650 US-Dollar bzw. sogar von 730 auf 750 US-Dollar und bestätigten ihre „Buy“- bzw. „Overweight“-Einschätzungen.

Wer nicht direkt bei der Aktie einsteigen möchte, könnte auch am Zertifikatemarkt aktiv werden und auf Bonus-Papiere setzen. Der Vorteil: Selbst wenn die Aktie weiter moderat verlieren oder seitwärts laufen sollte, springt für den Anleger noch eine attraktive Bonus-Rendite heraus. Je nach individueller Kurserwartung könnten dabei Produkte mit oder ohne Cap präferiert werden. Außerdem kann über Zertifikate auch zusätzlich das Währungsrisiko, dass auf der anderen Seite natürlich auch eine Chance darstellen kann, ausgeschlossen werden.

Allerdings müssen Zertifikate-Anleger hier das relativ hohe Aufgeld gegenüber einem Direktinvestment beachten, dass bei Produkten ohne Cap durchaus im zweistelligen Bereich liegen kann. Sollte es also trotz aller Vorschusslorbeeren zu einem Schwellenbruch kommen, würde sich der mögliche Verlust entsprechend erhöhen. Ein solches Papier (GT0G7M) mit einer Laufzeit bis Dezember 2013 und einem Puffer von gut 25 Prozent würde beispielsweise eine Seitwärtsrendite von über sechs Prozent p.a. ermöglichen und wäre wegen des fehlenden Caps bei weiteren Kursanstiegen der Apple-Aktie ohne Begrenzung nach oben mit dabei. Das Aufgeld beträgt dabei über 15 Prozent. Deutlich günstiger mit einem Zuschlag von „nur“ gut acht Prozent kämen Investoren bei einem Capped-Bonus-Zertifikat (AA4M90) davon. Die Bonus-Rendite hier sogar fast 14 Prozent p.a. bei einem vergleichbaren Puffer und sogar nur einer unterjährigen Laufzeit. Allerdings könnte das Produkt von Aktienkursen oberhalb von 680 US-Dollar nicht mehr weiter profitieren.

Der BörseGo Tipp:

Wie schon bei den Apple-Produkten sind auch Bonus-Zertifikate auf den US-Wert keine Schnäppchen. Allerdings dürften auch weiterhin für die Aktie positiv gestimmte Anleger damit etwas ruhiger schlafen und könnten zusätzlich ganz attraktive Seitwärtsrenditen erzielen selbst wenn dem Titel allmählich doch die Luft ausgehen sollte. Wer einen Cap einbaut, spart deutlich Aufgeld und hamstert zusätzlich Bonus-Rendite, kann die Apple-Story im Gegenzug aber nicht unbegrenzt weiter spielen.

Ausgewählte währungsgesicherte Bonus-Zertifikate auf Apple:

WKN

Emittent

Typ

Barriere

Bonus-Level/Cap

Puffer

Seitwärts-Rendite p.a.

Fälligkeit

Aufgeld

GT0G7Z

GS

Classic

430$

772$/-

23,25%

9,97%

30.12.13

17,76%

GT0G7M

GS

Classic

419$

719$/-

25,22%

6,39%

30.12.13

15,87%

GT0G50

GS

Classic

377$

678$/-

32,71%

2,68%

30.12.13

15,85%

AA4M9W

RBS

Capped

430$

660$/660$

23,25%

13,33%

21.12.12

8,30%

AA4M90

RBS

Capped

420$

680$680$

25,04%

13,75%

15.03.13

8,25%

AA4M95

RBS

Capped

430$

720$/720$

23,25%

16,24%

21.06.13

7,98%

Autor: Armin Geier, http://www.godmode-trader.de/zertifikate

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