Die Bank of New York Mellon Corporation hat in einem außergewöhnlichen Schritt seinen großen Kunden mitgeteilt, dass diese in Zukunft Gebühren zahlen müssen, wenn sie Bargeldbestände auf ihren Konten lagern. Betroffen sind Kunden mit Guthaben von mehr als 50 Millionen Dollar auf Girokonten. Die Gebühr soll sich auf mindestens 0,13 Prozent der Einlage belaufen. "Der größte Teil der Kunden ist von der neuen Regelung nicht betroffen", wie ein Sprecher der Bank mitteilte.

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Hintergrund ist, dass viele Kunden in der derzeitigen Finanzkrise keine Finanzprodukte mehr kaufen und ihre Gelder einfach auf Girokonten ruhen lassen. Dabei ist auch der Verkauf von sichereren Finanzprodukten zurückgegangen. Dies verursacht für die Banken jedoch Kosten, so dass sich die Bank of New York Mellon nun zu diesem Schritt entschieden hat. Damit tritt der Bankensektor in eine neue Phase in der globalen Finanzkrise. Dies berichtet die US-Finanzzeitung Wall Street Journal.

Der Zeitung zufolge lagern bei der Bank of New York Mellon Bargeldeinlagen im Volumen von über 160 Milliarden Dollar. Insgesamt lagern US-Banken Bargeldbestände in Höhe von 1.980 Milliarden Dollar. Dies ist ein Anstieg von 83 Prozent im Vergleich zu Jahresbeginn als nur 890 Milliarden Dollar registriert wurden.

Wie es der Zeitung zufolge weiter hieß, begründet die Bank den Schritt mit den hohen Kosten der Einlagen. Die Kunden könnten jederzeit über das Geld verfügen, so dass man es kaum zwischenzeitlich für andere Investitionen verwenden könnte. Zudem muss eine Bank selber eine Gebühr in Höhe von 0,1 Prozent des Einlagevolumens an die Federal Deposit Insurance Corp (FDIC) bezahlen. Ob andere Banken dem Beispiel folgen werden ist noch unklar.

Christian Zoller - BörseGo Redaktion