Im Flugzeug fiel mir die aktuelle Ausgabe eines Finanzmagazins in die Hand. Das groß aufgemachte Titelthema lautete wie folgt: „DAX 8000? Warum Dirk Müller, der Mister DAX, jetzt Aktien kauft.“ Jetzt, wo die Märkte langsam warm laufen…

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    Nun kenne und schätze ich Dirk Müller sehr von etlichen gemeinsamen Auftritten. Der gelernte Kursmakler und Börsenhändler ist ein kritischer Kopf und angenehmer Diskussionspartner, der sich nicht hat verbiegen lassen. Seine politischen Analysen dringen oft mehr zum Kern der Sache vor, als die vieler Experten. Sein Buch „Crashkurs“ ist sehr zu empfehlen.

    Ich weiß auch, wie Medien funktionieren – sie schwimmen nämlich fast immer mit dem Strom. Der Interviewpartner – in diesem Fall Dirk Müller – hat keinen Einfluss auf das Titelthema. Das hat sicher das Magazin gemacht. Aber Dirk Müller spricht sich im Interview eindeutig für Aktien aus – wenn auch mit „Versicherung“ in Form von Put-Optionen. Als wir zum Beispiel vor circa 20 Monaten auf einer großen Veranstaltung zusammen saßen, klang das noch ganz anders. Etwas läuft mein Kollegen der Entwicklung schon hinterher. Modern würde man sagen, dass er in dieser Angelegenheit ein „Trendfolger“ ist.

    Seit circa einem Jahr sage ich, dass der DAX bei 7200 fair bewertet ist. Darüber ist er, fundamental gesehen, zu teuer. Damals klang das für Viele utopisch. Heute sind wir kurz davor, und es werden Kursziele von 8000 ausgegeben.

    Kann der DAX auf 8000 gehen? Sicher. Ich halte es sogar für sehr wahrscheinlich.

    Zu Aktien gibt es wenig Alternativen – Geld und Anleihen schon mal gar nicht. Wenn die Deutschen das merken, kann es nochmal zu einem Nachfrageschub kommen. (Die Amerikaner wissen es schon; bei vielen DAX-Titeln ist der US-Vermögensmanager größter Einzelaktionär.)

    Aber das heißt doch nicht, dass wir jetzt auf den Zug aufspringen sollten, wo sich der DAX seiner fairen Bewertung nähert! Nein, jetzt ist die Zeit, wählerischer zu werden. Ein Index ist immer ein Durchschnitt. Auch in einem fair bewerteten Index finden sich immer noch billige Titel wie die Allianz (WKN: 840400), E.ON (WKN: ENAG99) oder RWE (WKN: 703712). Andere Titel sind schon zu teuer wie BMW (WKN: 519000), VW (WKN: 766400) oder Daimler (WKN: 710000).

    Und wer sagt überhaupt, dass wir im DAX suchen müssen? Die wahren Chancen gibt es mittlerweile in Südeuropa, wo vieles saubillig ist oder bei US Blue Chips wie Procter & Gamble (WKN: 852062).

    Auf gute Investments!

    Ihr

    Prof. Dr. Max Otte

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