Bereits zum zweiten Mal innerhalb der ersten Handelswoche des neuen Jahres hat Chinas Börsenaufsicht entsprechend neuen Richtlinien zum Börsenhandel den Aktienhandel gestoppt. Um mehr als sieben Prozent waren die Kurse an den wichtigsten chinesischen Handelsplätzen zuvor nach unten gekracht. Acht Minuten nach dem Läuten der Startglocke lag der Börsenindex CSI-300 bereits um 5 Prozent im Minus, sodass der Handel zunächst für 15 Minuten unterbrochen wurde. Am kürzesten Handelstag in der 25-jährigen Geschichte der Schanghaier Börse war der Yuan von den staatlichen Aufsichtsbehörden erneut niedriger bewertet worden, das achte Mal in den vergangenen acht Tagen. Vor diesem Hintergrund wuchs die Angst der Anleger vor Kapitalflucht aus China und vor einer stärker als vor dem Jahreswechsel befürchteten Konjunkturschwäche der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. "Der Absturz bei Aktien wurde überwiegend von der Erwartung ausgelöst, dass der Yuan weiter abwerten dürfte", hieß es seitens der chinesischen Aktienhändler. "Das Sentiment ist unglaublich fragil", schätzte Ashley Perrott von UBS Global Asset Management die Lage angesichts des immer tieferen Fixing des Yuan ein.

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    Offenbar will die chinesische Börsenaufsicht angesichts des Debakels an den chinesischen Aktienmärkten noch heute zu einem außerplanmäßigen Treffen zusammenkommen. Bloomberg zufolge sollen der seit Jahresanfang geltende Schutzmechanismus und die aktuelle Marktlage diskutiert werden.

    Der gestern bekannt gewordene erste offizielle Wasserstoffbombentest in Nordkorea ist der desolaten Lage von Chinas Aktienhandel wenig zuträglich. Um Stärke zu zeigen, hat China einen Flughafen auf einer im Südchinesischen Meer aufgeschütteten Insel in Betrieb genommen und inzwischen drei Landungen vorgenommen, wie heute Morgen gemeldet wurde. Dies dürfte im Verbund mit den USA neue scharfe Proteste aus Vietnam und den Philippinen nach sich ziehen. Beide Länder beanspruchen das Seegebiet um die Spratly Inseln für sich.

    Derweil wird die Kritik an der chinesischen Führung immer drängender. "China hat eine Tendenz, sich durchzuwursteln, ein bisschen Reform, ein bisschen Wachstum", beschreibt Oliver Barron von North Square Blue Oak die Lage. Der zweimalige Crash des Aktienmarkts in der Woche zum Jahresauftakt zeige deutlich, dass es kein Vertrauen gebe. "Die Anleger sind pessimistisch und bereiteten sich auf einen weltweiten Ausverkauf an den Aktienmärkten vor“, zitiert Dow Jones & Company den Analysten Mohit Bajaj von WallachBeth Capital LLC.

    Der DAX geht angesichts der Vorgänge in China in die Knie. Vorbörslich fällt der Index unter die Marke von 10.000 Punkten. Um 8.05 Uhr notieren die deutschen Standardwerte bei 9.920 Punkten – ein Minus von 2,9 Prozent.

    Wie heute Morgen bekannt wird, erwägt die Deutsche Bank für dieses Jahr offenbar nur einen Mini-Börsengang der Postbank. Nach SZ-Informationen sollen weniger als ein Drittel der Postbank-Aktien verkauft werden und nicht mehr wie ursprünglich avisiert die Mehrheit. Die Aktie der Deutschen Bank verliert vorbörslich 2,22 Prozent auf 21,13 Euro.

    In den USA wurde Volkswagen im Zuge des Abgas-Skandals von den Aufsichtsbehörden dazu verurteilt, mehr als 115.000 Fahrzeuge in den USA zurücknehmen. VW müsste den Autobesitzern entweder den Kaufpreis erstatten oder ein neues Fahrzeug deutlich vergünstigt zur Verfügung stellen. Die VW-Aktie verliert 0,21 Prozent auf 130,32 Euro.

    Die Ölpreise brechen weiter ein, zum gewaltigen Überangebot kommen nun neue Konjunktursorgen hinzu. WTI-Öl bricht um knapp 4 Prozent auf 32,70 US-Dollar ein. Brent-Öl sackt um mehr als 4 Prozent auf 33,37 nach unten.

    Gold profitiert von der weltweiten Unsicherheit. Die Feinunze kostet 1.100 US-Dollar und legt damit um 0,63 Prozent zu.

    Der Euro legt zum US-Dollar wieder leicht zu: Das Währungspaar notiert bei 1,0817 (+0,38 Prozent).

    Konjunktur

    Deutschlands Auftragseingang im November gestiegen

    Deutschland: Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im November +1,5 %. Erwartet wurden +0,1 % nach revidiert +1,7 % (+1,8 %) im Vormonat (m/m).

    Weltbank senkt Wachstumsprognose

    Die Weltbank senkt die Prognose für das globale Wachstum auf 2,9 % für dieses Jahr, und auf 3,1 % im nächsten Jahr.

    Einzelaktien

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