Es ist geradezu unglaublich, was gerade alles in Bewegung gerät: Da erklärt erst vor Wochenfrist die frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin, dass sie gegen den ESM vor dem Bundesverfassungsgericht klagen wird – und nur wenige Tage später wird die Bundesbank wegen des Verdachts auf Untreue angezeigt.

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Diesmal geht es um die Target-Salden. Das bedeutendste Finanzinstitut Deutschlands hat im Rahmen dieses Zahlungsverkehrssystems Forderungen gegenüber der Europäischen Zentralbank von mittlerweile mehr als 600 Milliarden Euro aufgetürmt. Das entspricht ganz grob gerechnet dem Umfang zweier Bundeshaushalte eines gesamten Jahres...

Der Wirtschaftsstrafrechtler Prof. Bernd Schünemann von der Uni München ist der Ansicht, dass diese Risiken nicht mehr beherrschbar sind, sollte ein Euro-Land aus dem Währungsverbund ausscheiden.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/milliardenrisiken-bundesbank-wegen-target-angezeigt-11721386.html
Die Stiftung Familienunternehmen unterstützt die Klage. Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung, erklärte dazu:
„Die Verantwortlichen dürfen angesichts der Dimension der Risiken nicht mehr wegschauen. Bundesbank-Vorstand und Bundesregierung hätten die Europäische Zentralbank nicht gewähren lassen dürfen. Sie müssen möglichen Schaden von der Bundesrepublik und ihren Steuerzahlern abhalten“.

Schäuble schaut weg – und das könnte bald sehr teuer werden...

Doch die Menschen in Deutschland wollen nicht mehr wegschauen. Immer mehr Bürgervereinigungen machen mobil gegen den Rettungswahnsinn unserer Regierung. Vor diesem Hintergrund findet am Mittwoch, 02. Mai 2012, in München im Hotel Bayerischer Hof der Süd-Kongress des unabhängigen Bürgervereins Zivile Koalition statt.

Ziel ist es, die CSU zur Ablehnung des ESM-Vertrages zu bewegen. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn einige prominente Vertreter der Partei machen sich seit Monaten für eine Ablehnung des Vertragswerks stark. Sollte die CSU dem ESM im Bund zustimmen, droht ihr in Bayern nach den jüngsten Wahldebakeln ein noch rasanterer Verfall...

Referenten sind der CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn, der Staatsrechtler Prof. Hans Herbert von Arnim sowie Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr. Hier kommen Sie zur Anmeldung:

[Link "http://www.zivilekoalition.de/suedkongress-der-zivilen-koalition" auf www.zivilekoalition.de/... nicht mehr verfügbar]

Bürger Bayerns, die den Vertretern der CSU ihre Ablehnung deutlich machen wollen, können sich an der Bayernkampagne der Zivilen Koalition beteiligen. Mit einem „Nein“ im Bundestag könnte die CSU den ESM noch auf der Zielgeraden kippen:

http://www.zivilekoalition.de/bayernkampagne

All diese Ereignisse, ob Bürgerbewegungen, die Klage von Herta-Däubler Gmelin gegen den ESM oder die Anzeige von Wirtschaftsstrafrechtlern gegen die Bundesbank, sind Ausdruck des gleichen Problems: Unser Finanzsystem ertrinkt im Geld. Es wird immer deutlicher, dass wir an einem Punkt angekommen sind, an dem es nicht mehr weiter geht. Die Europäische Einigung steht auf der Kippe, die Menschen fühlen sich übergangen und in der Bevölkerung gärt es. Ganz unvermutet verhilft dies der Piratenpartei zu einem nie gesehenen Aufstieg.

Mein Kollege Daniel Kühn hat dazu kürzlich geschrieben:

„Die etablierten Parteien müssen jetzt genau aufpassen. Der Höhenflug der Piraten zeigt, dass die Menschen bereit sind, auch nicht vorhandene Inhalte zu wählen, Hauptsache es geht nicht einfach so weiter wie bisher. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Parteien ganz offen Stimmung gegen den Euro machen werden. Und dann haben wir 2013 einen Währungs-Wahlkampf in Deutschland“.

http://www.godmode-trader.de/nachricht/Tretminen-fuer-die-Maerkte,a2806982.html

Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen: Wenn die etablierten Parteien wie bisher die Wünsche der Bürger missachten und über deren Köpfe hinwegregieren, dann besteht die Gefahr von revolutionären Umstürzen. Auch die französische Revolution ist vor dem Hintergrund zerrütteter Staatsfinanzen entstanden. Das Gefahrenpotential ist auch heute enorm.

Bekommen wir in Europa also schon bald Bürgeraufstände derjenigen, die von den Politikern nur noch zur Kasse gebeten werden? Namentlich die Deutschen kämen hierfür in Frage.

Wenn man beobachtet, wie die Piratenpartei in den Medien teilweise verunglimpft wird, dann kann man das nicht mehr ausschließen. Politik und Medien sollten nämlich nicht glauben, dass die Bürger das Spiel nicht längst durchschauen: Wer jahrzehntelang belogen wird und das ganz allmählich erkennt, der lässt sich von solchen Kampagnen immer weniger beeindrucken.

Folgerichtig sinken die Umfragewerte der Piraten trotz des medialen Gegenwindes keineswegs – ganz im Gegenteil, sie steigen immer weiter. Das Hamburger Abendblatt hat dafür am Donnerstag ein schönes Bild gefunden: „Die Piratenpartei segelt der Konkurrenz in den Umfragen davon“

Ganz unfreiwillig werden die ersten Parteigrößen der Piraten nun schon zu Werbeträgern auserkoren. Die Autovermietung „Sixt" hatte in dieser Woche in großformatigen Anzeigen in mehreren Tageszeitungen das Phänomen satirisch aufgespießt und Werbung für Cabrios gemacht. Kopf der Kampagne ist der Berliner Pirat Gerwald Claus-Brunner (39), bekannt unter dem Spitznamen „Faxe“. Bei den Sitzungen im Berliner Abgeordnetenhaus trägt Brunner Blaumann und ein Palästinensertuch:

Auch in diversen politischen Talkrunden wird dem politischen Phänomen nachgespürt. Bei Maybrit Illner brachte es die Grünen-Politikerin Anke Domscheit-Berg am Freitagabend auf den Punkt:

Sinngemäß sagte Domscheit-Berg: Die Piraten sind auch deshalb so beliebt, weil sie es sich erlauben, auch einmal nichts zu sagen, wenn sie von einer Sache noch keine Ahnung haben – während die etablierten Politiker auch dann immerzu bekräftigen, alles verstanden zu haben, wenn ganz offensichtlich das genaue Gegenteil zutrifft und sie für jeden erkennbar vollkommen ahnungslos „dahinsegeln“, um einmal im Bild des Hamburger Abendblatts zu bleiben.

[Link "Hier der Video-Mitschnitt der Sendung." auf www.zdf.de/... nicht mehr verfügbar]

Das trifft es vermutlich ganz gut: Die Menschen in Deutschland sind es einfach leid, von Lügen und viel heißer Luft umweht zu werden und wählen deshalb statt dessen lieber Leute, die das auch einmal offen zugeben, wenn sie über ein Thema noch wenig informiert sind. Oder um es mit dem Berliner Landeschef der Piraten, Martin Delius, zu sagen: „Wir spielen mit offenen Karten“.

Genau das ist es, was die Menschen fordern: Sie wollen mitreden können und sie wollen nicht länger belogen werden. Ich würde deshalb eine Wette anbieten und prognostizieren, dass der Höhenflug der Piraten noch lange nicht vorbei ist. Wir werden hier noch Umfragewerte sehen, die den etablierten Parteien die Tränen in die Augen treiben werden. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Immer mehr Bürger durchschauen das falsche Spiel, das da in den vergangenen Jahrzehnten getrieben wurde und wachen ganz allmählich auf. Da kommt gerade eine Lawine ins Rollen.

Politik und Massenmedien sollten sich warm anziehen...

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Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de

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