Im EUR/JPY-Wechselkurs hat sich nach der Kursrallye der letzten Tage eine interessante charttechnische Formation herausgebildet, die Charttrader weithin als Divergenz bezeichnen. Trader mögen Divergenzen, weil sie eine hohe Trefferquote bieten und sich in der Regel durch ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis auszeichnen. Oft funktionieren Divergenzen in höheren Zeitebenen, wie etwa dem 1h-, 4h- oder Tageschart, ganz gut. Anhand des Tageschart des EUR/JPY-Kurs und des Relative Strength Index (RSI) kann man die aktuelle Divergenz Formation gut erkennen. Der Kurs des EUR/JPY hat am 21.März ein neues lokales Kurshoch bei 111,40 JPY erreicht. Im Chart wurde dieser Hochpunkt mittels einer Linie mit dem lokalen Hoch davor verbunden, das bei 109,45 JPY lag. Wie im Chart zu erkennen ist, liegt hier ein klarer kurzfristiger Aufwärtstrend vor, der sich in eine starke mittelfristige Aufwärtsbewegung einordnet. Schon seit Wochen befindet sich der EUR/JPY-Kurs in einem mittelfristigen Aufwärtstrend, der wiederum in einen langfristigen Abwärtstrend eingebettet ist.

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Der RSI-Indikator dient Tradern zu Lokalisierung von Überkauft- und Überverkauftzonen des Basiskurses. Der RSI ist ein Standardindikator und sollte in jedem Chartprogramm zu finden sein. Wie man sieht pendelt der RSI zwischen der Überkauftzone, die bei RSI-Levels oberhalb von 70 beginnt, und der Überverkauftzone, die bei Indikatorniveaus unterhalb von 30 liegt. Zieht man nun die beiden oben besprochenen Hochpunkte des EUR/JPY-Kurses als Referenzpunkte für den RSI heran und verbindet diese ebenfalls durch eine Linie, dann sieht man, dass der kurzfristige Trend beim RSI nach unten zeigt. Dazu kommt, dass sich der RSI kurz vorher in der Überkauftzone befand und diese erst jüngst verlassen hat. Aus charttechnischer Sicht bietet sich hier ein guter Punkt an, um die Divergenz zu nutzen und sich mit einer Shortposition im EUR/JPY-Währungspaar zu positionieren. Das Risiko des Trades könnte durch einen Stopp bei 112 JPY begrenzt werden. Als erstes Ziel für den Trade könnte man ein Take-Profit bei 105 JPY setzen. Man kann aber auch RSI-Levels für eine Take Profit Strategie nutzen. Denkbar wäre hier eine Strategie wie z.B. bei Unterschreiten der 50er RSI-Linie oder bei Erreichen der Überverkauftzone wird die offene Shortposition geschlossen. Auch ein Trailing Stopp Ansatz wäre anwendbar, der den Trade dann zu einem ausgedehnten Trendtrade machen könnten und auf Kursniveaus des EUR/JPY weit unter 105 JPY abzielt. Bezogen auf den im Chart angezeigten Stopp bei 112 JPY und dem harten Take Profit bei 105 JPY und mit momentanen Kursen des EUR/JPY um Niveaus von 109 JPY läge das Chance/Risiko-Verhältnis des Trades bei ca. 1,33.