Sehr geehrte Privatanleger, in dieser Woche bin ich oft von Medien zu Kommentaren zur aktuellen Situation gebeten worden. Und letztlich musste ich allen sagen: das Gewitter war an dieser Stelle unvorhersehbar.

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    Die Weltwirtschaft ist ungesund. Ende 2008 haben wir die Finanzkrise mit noch mehr Schulden verhindert. Eine zweite Finanzkrise wie 2008 ist auch unwahrscheinlich, weil die Banken wissen, dass Sie im Zweifelsfalle auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger gerettet werden.

    Natürlich wissen die Marktteilnehmer, dass unsere Weltwirtschaft auf ungesundem Boden gebaut ist. Immer drückender wird die Schuldenlast, die sich letztlich nur durch Inflation oder Deflation und Insolvenzen beheben lässt. Die aktuellen Sparprogramme ohne Reformen laufen darauf hinaus, dass weiter brav die Zinsen bedient werden, was vor allem Großanlegern und Kapitalmarktakteuren zugute kommt. Wir müssen runter von den Zinslasten, und durch Sparen alleine wird es nicht nur bei Griechenland nicht zu schaffen sein.

    In dieser Situation ist die Vermögensklasse der Aktien eigentlich der der Anleihen vorzuziehen. Nach der letzten dramatischen Woche herrschen vielerorts Ausverkaufspreise. Die Spannung hat sich bei den Aktien entladen, weil man hier schnell verkaufen und „raus“ kann.

    Wir wissen nicht, ob die Unternehmensgewinne einbrechen oder wann sie wieder anziehen werden. Das ist aber bei vielen Titeln wie Allianz (WKN: 840400), RWE (WKN: 703712), E.ON (WKN: ENAG99), Münchner Rück (WKN: 843002), Salzgitter (WKN: 620200) und den Telekoms absolut eingepreist. Und bei vielen Titeln aus den europäischen Randstaaten. In der Zwischenzeit gibt es immerhin Dividenden, die deutlich höher als das sind, was Sie auf Festgelder oder Anleihen erhalten. Und letztere sind inflationsgefährdet.

    Top-Unternehmen wie Nestlé (WKN: A0Q4DC) und Procter & Gamble (WKN: 852062) sind etwas teurer, dafür dürften sie sich auch in der Krise weiterentwickeln. Und auch hier gibt es über drei Prozent Dividende.

    Für Anleger mit sehr großem Sicherheitsbedürfnis ist immer Gold eine sehr wichtige Versicherung. Zwar ist bei Gold eine langfristige Wertsteigerung nicht sehr wahrscheinlich, dafür aber ein Werterhalt in der Krise. Wenn es sich auch in der Realwirtschaft zuspitzen sollte, wird auch der Goldpreis durch die Decke gehen.

    Ich bin bei meinen Aktien drin geblieben und habe privat nachgekauft. Halten auch Sie durch! Ein Kompliment möchte ich den Privatkunden machen, die uns anschrieben, weil sie Nachkäufe tätigen wollten. Es wird sich auszahlen!

    Auf gute Investments,

    Ihr Prof. Dr. Max Otte