In dieser Woche hat der Sommer angefangen. Zumindest auf dem Kalender. Eine gute Zeit, um sich daran zu erinnern, dass es auch noch etwas anderes gibt als Börsenkurse. Wie schrieb ein Kollege kürzlich so treffend: Man sollte sich von dem Zwang befreien, immer und unbedingt investiert sein zu müssen. Das sehen wir genauso.

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Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, dann erwarten wir die wirklich guten antizyklischen Einstiegsgelegenheiten erst wieder im Herbst. September, Oktober und November sind oftmals gute Phasen, um gegen den Strom auf Einkaufstour zu gehen. Juli und August sind dagegen die klassischen Monate für eine ausgiebige Pause. Das ist zwar nicht immer so, aber doch recht häufig.
In den meisten Börsenmedien klingt das natürlich völlig anders: Da eine ganze Branche nur dann Geld verdient, wenn alle eifrig handeln, und fleißig das Depot umschichten, werden zu allen möglichen und unmöglichen Zeitpunkten die Kaufempfehlungen nur so „rausgehauen“. Dabei gibt es immer wieder Börsenphasen, da es viel sinnvoller ist, einfach nur zuzuschauen. Jetzt zum Beispiel.
Hierzu passt die Beobachtung, dass die großen Indizes gerade dabei sind, einen Gang zurückzuschalten. Hier etwa der Dow Jones:

Nach der rasanten Rallye seit Anfang März ist das allerdings auch keine Überraschung.

Nutzen Sie also die Zeit, um Ihr Depot zu durchforsten. Nehmen Sie da und dort ein paar Teilgewinne mit, machen Sie es sich einige Wochen lang gemütlich und richten Sie den Blick nach vorne. Und vergessen Sie dabei nicht: Die Krise ist noch lange nicht vorbei.
Die kommenden Jahre werden schwierig und entbehrungsreich. Umso wichtiger ist es aber auch, zwischendurch einmal Kraft zu tanken und Abstand vom hektischen Börsenalltag zu gewinnen.

Und hin und wieder den Blick auf jene Sektoren zu lenken, die aus dem Fokus der Anleger verschwunden sind. US-amerikanisches Erdgas ist so ein Fall. Wegen gestiegener Reserven glauben viele Anleger, dass hier auf absehbare Zeit nichts mehr zu holen sein wird.

Das ist natürlich blanker Unsinn: Erdgas kann das (noch) weitaus beliebtere Erdöl in vielen Bereichen vollständig ersetzen, es ist weitaus umweltfreundlicher, und derzeit völlig unterbewertet. Natürlich ist es auch kein Zufall, dass Profis und institutionelle Anleger beim Erdgas seit Monaten auf der Käuferseite zu finden sind.

Wenn wir so einen Kursverlauf sehen, dann erinnern wir uns gerne daran, warum es so viel Freude macht, genau jene Sektoren aufmerksam zu verfolgen, für die sich sonst kaum jemand interessiert. Abgebildet ist der Erdgas ETF mit dem US-Kürzel UNG. Achten Sie auf das Volumen. Und beobachten Sie in den kommenden Wochen in aller Ruhe die weitere Entwicklung…

Was sonst noch los war:

Die Fed hat die Zinsen unverändert gelassen. Der Offenmarktauschuss der US-Notenbank ist der Ansicht, dass sich der Wirtschaftsabschwung weiter verlangsamt. Besonders die Entwicklung an den Finanzmärkten wertet die Notenbank als positiv. Zudem sei Deflation keine Bedrohung mehr. Hervorgehoben wurden die steigenden Energiepreise. Dennoch glaubt sie Fed (noch) nicht an Inflationsgefahren.

Die Zahl der US-Bürger, die Hilfe vom Staat brauchen, wächst unaufhörlich. Derzeit beziehen 6,74 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe, 29.000 mehr als in der Vorwoche. Die Erstanträge kletterten um 15.000 auf 627.000. Analysten hatten einen leichten Rückgang erwartet. Der Hoffnungsschimmer der vergangenen Woche ist damit wieder verflogen. Sollten die Zahlen demnächst auch einmal wieder sinken, dann muss man daran denken, dass die Hilfen nur für die Dauer von 26 Wochen gezahlt werden.

Im ersten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung in den UAS um 5,5 Prozent. In der vorangegangenen Schätzung war man noch von einem Rückgang um 5,7 Prozent ausgegangen.

Auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt ist die Situation nach wie vor Besorgnis erregend. Im Mai erreichte die Arbeitslosenquote mit 9,2 Prozent den höchsten Stand seit 25 Jahren. Volkswirte halten es für möglich, dass die Quote auf zehn bis zwölf Prozent steigen könnte.
Die Aktien des Pharmakonzerns Sanofi-Aventis verloren am Freitag neun Prozent. Eine Herabstufung durch Morgan Stanley von "Overweight" auf "Equalweight" belastete den Kurs. Außerdem drückten die anhaltenden Sorgen um die Sicherheit des Diabetesmittels Lantus.

In der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir genauer auf die aktuelle Lage bei dem Pharmakonzern eingehen.

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Wie wir die Lage jetzt einschätzen und was wir unseren Lesern raten, das lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in wenigen Tagen erscheint.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de