Sehr geehrte Privatanleger,

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am Donnerstag nahm ich mit Dr. Jens Ehrhardt, Klaus Kaldemorgen, Wolfgang Traindl und Armin Wolf vom ORF an einer Diskussionsrunde zur Eröffnung des Fondskongresses in Wien teil. Langsam scheine ich in der Riege der seriösen Fondsmanager und –berater wahrgenommen zu werden und nicht mehr nur als „Crashprophet“ gehandelt zu werden.

Viele von Ihnen haben mir bereits vorher vertraut und sind seit zehn Jahren dabei, manche seit nunmehr fünfzehn Jahren. Für dieses Vertrauen danke ich Ihnen! Wobei „Vertrauen“ natürlich nicht heißt, dass Sie immer und überall unseren Empfehlungen folgen!

Erstaunlich ist, wie einig wir uns in vielen Punkten waren. Unser Handwerk hat eben doch etliche Grundlagen, um die alldiejenigen nicht herum kommen, die vernünftig investieren wollen. Auch schon früher hatte ich in Gesprächsrunden die Erfahrung gemacht, dass es unter Menschen, die tatsächlich für größere Summen Kapital verantwortlich sind, viele Übereinstimmungen gibt. Unruhe kam meistens in die Diskussionen, wenn sich reine Ökonomen oder Marktdeuter einmischten.

Von einem solchen Fall eines österreichischen Ökonomen hatte ich Ihnen an dieser Stelle vor einigen Wochen kurz berichtet. Seine Selbstgewissheit war unerträglich. Er wusste zum Beispiel ganz genau, dass die Aktienmärkte überbewertet waren und dass die europäischen und amerikanischen Märkte immer im Gleichklang laufen. Ein absolut hirnverbrannter Unsinn, der gerade durch Entwicklung der Börsen im vorangegangenen Jahr widerlegt worden war. Das interessierte den, der es aussprach, aber nicht.

Profis hingegen zeichnen sich durch eine gewisse Demut aus. Wir wissen, wie es ist, wenn man tatsächlich für größere Mengen Kapital verantwortlich ist. Und wie oft auch wir falsch liegen können. Marktbeobachter, die dieses Gefühl der fundamentalen Unsicherheit nicht kennen, orientieren sich eher an plakativen Thesen und Wahrheiten. Das kann einem Fondsmanager, der lange im Geschäft bleiben will, nicht passieren.

Armin Wolf fragte, was wir jemandem empfehlen würden, der 500.000 Euro geerbt habe. Unsere Antworten waren ziemlich ähnlich. Neben der eisernen Liquiditätsreserve zehn Prozent Gold als Reserve und ansonsten Aktien – so zumindest Dr. Jens Ehrhardt und ich. Klaus Kaldemorgen, Manager eines Multi-Asset-Fonds brachte eben Multi-Asset-Fonds ins Gespräch – sicherlich kein Fehler, wenn man dem Manager vertraut und selbst die Allokationsentscheidung nicht treffen will. Im Prinzip teilte aber auch er die positive Einschätzung der Vermögensklasse Aktien. Wolfgang Traindl von der Ersten Bank – dem Zentralinstitut der österreichischen Sparkassen – stimmte dem im Prinzip zu, gab aber zu bedenken, dass die Anleger eben nicht aktienaffin seien. Leider hat er damit Recht.

Noch am Montag war ich auf einem Vortrag bei einem Finanzdienstleister in Essen. Nach dem Vortrag kam eine Frau auf mich zu, deren Gesicht mir bekannt vorkam. Ich hatte erklärt, dass Volatilität die normale Begleiterscheinung von Aktienmärkten sei, heute mehr denn je. Und dass Anleger leider oft genau zum falschen Zeitpunkt verkaufen. Mit etwas reumütigem Gesicht kam sie zu mir. Ja, sie habe eine größere Summe im PI Global Value (WKN: A0NE9G) gehabt. Und dann im Mai 2012 verkauft. Danach stieg der Fonds um weitere 60 Prozent auf ein neues Allzeithoch.

Was war passiert? Sie war eingestiegen und hatte den Einbruch um 20 Prozent im Zuge der Eurokrise 2011 nicht ausgehalten. Und die leichteste Kurserholung zum Ausstieg genutzt. Wie derzeit einige Anleger im Max Otte Vermögensbildungsfonds (WKN: A1J3AM).

Zurück zur Elefantenrunde. Zu den Renditeerwartungen gefragt, waren wir uns durchaus einig, dass auch 2015 ein gutes Aktienjahr werden könnte.

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte