Was ein „Bankrun“ ist, das kann man derzeit im Süden der Eurozone beobachten: Allein am Montag dieser Woche haben die Griechen 700 Millionen Euro von ihren Konten abgehoben und in Sicherheit gebracht. Die Finanzhäuser des Landes dürften seit den Wahlen vom 6. Mai mehr als sechs Milliarden Euro an Einlagen verloren haben:

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http://www.welt.de/wirtschaft/article106330376/Griechisches-Bankensystem-steuert-auf-Kollaps-zu.html
Weil auch die Europäische Zentralbank den griechischen Finanzhäusern wegen fehlender Sicherheiten nicht mehr unter die Arme greifen kann, macht sich allmählich Panik breit. Wir erinnern uns: Die Banken besitzen einen Großteil des Geldes überhaupt nicht, das eigentlich den Bürgern gehört. Statt dessen besitzen sie viel heiße Luft.

Kommen daher immer mehr Menschen auf die Idee, ihr sauer Erspartes in Gold und Silber zu tauschen oder es daheim unter die Matratze zu legen, dann wächst die Gefahr eines Bankenkollaps. Das hätte gravierende Folgen: Griechenland müsste den Euro vermutlich zügig aufgeben – was jedoch durchaus überraschende Nebeneffekte hätte. Dazu gleich...

Wer es noch nicht bemerkt haben sollte: Das Papiergeldsystem aktueller Prägung zeigt Auflösungserscheinungen, die noch vor zwei Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Allein in dieser Woche hat die Ratingagentur Moody's 16 spanische und 26 italienische Banken herabgestuft, darunter mit der Banco Santander das größte Finanzhaus der Euro-Zone. Die Möglichkeiten der spanischen Regierung, einzelne Banken zu stützen, seien dramatisch gesunken, begründeten die Bonitätswächter ihren Schritt.

Volkswirte der Citigroup kommen in einer Analyse des spanischen Bankensektors zu Atem beraubenden Schlussfolgerungen: Demnach sitzen die iberischen Geldhäuser auf Immobilienkrediten von rund einer Billion (!) Euro. Schätzungen zufolge sind bis zu 200 Milliarden Euro uneinbringlich. Weltweit wächst deshalb die Sorge, dass neben Irland, Griechenland und Portugal bald auch Spanien Überlebenshilfe der europäischen Steuerzahler benötigen wird. Und dann ist da ja noch Italien....

Ebenfalls in dieser Woche senkten die Analysten von Fitch den Daumen über den Griechen: Die langfristige Bonität des Landes wurde von B- auf CCC gesenkt. Griechenanleihen sind jetzt nur noch „Müll“. EU-Kommission und EZB bereiten sich Pressemeldungen zufolge bereits auf einen Euro-Austritt Griechenlands vor.

In den USA ist die Lage ähnlich verzweifelt. Dort wurden in dieser Woche Forderungen laut, die großen Banken zu zerschlagen:

http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:fehlspekulation-jp-morgan-muss-zerschlagung-fuerchten/70038732.html

Die aktuellen Entwicklungen machen eines deutlich: Selbst taumelnde südeuropäische Volkswirtschaften wie Spanien oder Griechenland sind nur noch Brandherde neben zahlreichen anderen. Randnotizen, sozusagen, im lichterloh brennenden Weltfinanzsystem...

Mit Blick auf das jüngste Wahldesaster in Athen hoffen einige Kollegen jetzt, die Griechen würden nun endlich zur Vernunft kommen und bei den für Mitte Juni anberaumten Neuwahlen rationale Wahlentscheidungen treffen, die eine Regierungsbildung möglich machen würden.

Das mag durchaus so kommen, die gemäßigten politischen Kräfte liegen in den Umfragen derzeit leicht vorne. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der europäische Karren mittlerweile derart im Dreck festsitzt, dass auch eine leidlich handlungsfähige griechische Regierung daran nichts mehr ändern mehr wird. So wundert es nicht, dass sich der „weltgrößte Gelddrucker“ bereits auf die Wiedereinführung der Drachme vorbereitet. Nein, Ben Bernanke ist ausnahmsweise nicht gemeint:

http://www.godmode-trader.de/nachricht/Weltgroesster-Gelddrucker-bereitet-Drachme-Einfuehrung-vor-DE-LA-RUE-GB00B1XN5J68-GB00B3DGH821,a2833302,b2.html
Anstatt die Dinge schön zu reden, sollte man deshalb besser den Realitäten ins Auge blicken: Was im Sommer 2007 mit Verwerfungen auf dem US-amerikanischen Immobiliensektor begonnen hat, das hat sich mittlerweile zu einer internationalen Staatsschuldenkrise ausgewachsen, die jeder Beschreibung spottet. Und die Entwicklungen lassen nur einen Schluss zu: Es geht zu Ende...

Bewährte Strategie...
Doch natürlich werden die Politiker jetzt an ihrer „bewährten“ Strategie festhalten und das Unvermeidliche so lange wie nur irgendwie möglich hinauszögern. Was könnte also demnächst anstehen?

Sagen wir mal so: Die festgefahrene Lage in Griechenland spielt den cleveren Strategen durchaus in die Hände. Würde das Land demnächst nämlich aus dem Euro ausscheiden, was bei nüchterner Betrachtung der Faktenlage nur noch eine Frage der Zeit sein kann, dann würde das zunächst zweifellos erhebliche Turbulenzen auslösen.

Doch nackte Panik und fallende Aktienkurse könnten den Regierungen in Europa im Moment sogar ganz gut gebrauchen: Mit dem Hinweis darauf, weiteres Ungemach unbedingt verhindern zu müssen, könnte man die Abweichler unter den bundesdeutschen Parlamentariern nämlich sehr elegant zur Räson bringen. Denn wer könnte es schon vor seinem Gewissen verantworten, mit einem "Nein" etwa zum Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM weitere Turbulenzen zu verursachen? Eben...

Über den ESM wird in den kommenden Wochen entschieden werden. Wenn alles „glatt“ geht, dann könnte Griechenland noch vorher aus dem Euro ausscheiden, die Märkte würden noch mehr ins Stolpern kommen als zuletzt. Und dann wird das Projekt „Europäisches Ermächtigungsgesetz“ einfach durchgewunken.

Da trifft es sich hervorragend, dass Großbritanniens Premier David Cameron schon mal andeutet, wohin die Reise gehen wird: Wer den Euro retten will, der muss die Deutschen zum Zahlen zwingen:

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/g8/9273537/G8-summit-David-Camerons-plan-for-saving-euro-make-Germans-pay.html
Das allerdings ahnen wir schon lange. Opfert man nach einem Bundespräsidenten nun also auch noch ein kleines Euro-Land, um ein „höheres Ziel“ zu erreichen, die reibungslose Verabschiedung eines Finanzputschgesetzes?

Seien Sie darauf gefasst – und herzlich willkommen in der europäischen Finanzdiktatur...

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de

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