Die „Rettung“ von Escada durch Mittal – zumindest für die Aktionäre ist sie das Aus. Sie wundern sich über diese Aussage, denn Sie sehen dass die Aktie dennoch heute früh fast 50% springt? Hier dazu die DPA-Meldung 9:05

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*ESCADA +50,98% AUF 0,77 EUR - MITTAL KAUFT INSOLVENTEN KONZERN

So, was soll nun der Anleger aus der Meldung schließen? Hier wird doch implizit der Eindruck erweckt, die Familie Mittal legt bald ein Übernahmeangebot vor?
Mitnichten!

Herausgelöst wird das operative Geschäft aus der Insolvenzmasse zu einem Preis X. Ich schätze irgendeine Summe im hohen zweistelligen Mio.-Bereich. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens müssen nun die Gläubiger bedient werden. Das sind vor allem die Inhaber der 200 Mio. EUR-Anleihe (XS0215685115; 22%).

Dazu müssen Sie folgendes wissen: Die Anleihenotiz legt nahe, dass es wohl zu einer Quote zwischen 20 und 30% kommen wird, es sei denn sie ist völlig falsch gepreist. Damit für den Aktionär auch was übrig bleibt, gibt es zwei Szenarien:

1. Alle Gläubiger werden zu 100% bedient, dann wird der Überschuss an die Aktionäre verteilt.

2. Es gibt einen Insolvenzplan der die AG entschuldet, und der Mantel wird verwertet.

Punkt 1 kann man de facto ausschließen, wer darauf spekuliert sollte tatsächlich lieber die Anleihe kaufen denn dann hat er einen Beinahe-Verfünffacher. Und Punkt 2? Dafür gibt es nicht den geringsten Anlass, im Gegenteil: Mittal wird Escada die nächsten Jahre eher von der Börse fernhalten, das Unternehmen grundlegend sanieren und ein Börsengang ist vielleicht in Jahren wieder ein Thema. Und wer sonst sollte an dem Mantel Interesse haben, zumal die Markenrechte bei Mittal liegen?

Wenn Sie noch Escada-Aktien haben, suchen Sie das Weite und danken Sie den Zockern, dass Sie nochmal auf erhöhtem Niveau herauskommen!