Der Euro eröffnet heute (08.26 Uhr) bei 1.2590, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Höchstkurse im asiatischen Handel bei 1.2628 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 79.40. In der Folge notiert EUR-JPY bei 99.95, während EUR-CHF bei 1.2012 oszilliert.

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Gestern thematisierten wir die politische Agenda der letzten 30 Monate, die zu häufig nicht aus klaren Entscheidungen pro Eurozone bestand, sondern aus zu späten und zu kurzfristigen Maßnahmen. Vor dem EU-Gipfel haben wir versucht, die Zuversicht hinsichtlich eines Wandels im Bewusstsein der europäischen Politiker etwas zu mäßigen, um eine zu optimistische Erwartungshaltung abzuschwächen.

Wir sind positiv gestimmt, über die Meldungen, die uns heute Nacht aus Brüssel erreichten. Die europäischen Politiker haben in einem Verhandlungsmarathon bis 5 Uhr in der Früh zusammen gesessen und erste wegweisende Entscheidungen getroffen. Grund für Euphorie besteht aber nicht. Es sind harte Verhandlungen, in denen sich die Politik befindet. Italien und Spanien üben den Schulterschluss und kämpfen inständig für ihre Position. Die Länder wollen alle Hebel in Bewegung setzen, um die Risikoaufschläge ihrer Anleihen zu senken. Dennoch ist Frau Merkel in diesem Gefüge nicht isoliert …

EUR/USD reagierte prompt und markierte in der Spitze 1,2628 - Im frühen europäischen Handel kann der Euro die 1,26-Marke nicht halten und notiert leicht über dem Hoch der alten Range bei 1,2570/80.

Wir warten mit Spannung auf Einzelheiten zu den besprochenen Punkten:

  • Wachstumspakt über 120 Mrd. EUR
  • Europaweite Bankenaufsicht durch die EZB
  • ESM verzichtet bei Spanien auf bevorzugten Gläubigerstatus
  • Kurzfristige Maßnahmen zur Senkung der Anleiherenditen der Reformländer

Frau Merkel wird sich heute auch zum Thema Eurobons äußern, nachdem Herr Monti dieses Thema wieder aufgegriffen hatte. In den letzten Tagen hat Frau Merkel noch einmal betont, dass ihre Position zu Eurobonds ablehnend bleibt. Das Wall Street Journal meldete zuletzt, dass der Finanzminister Schäuble eine gemeinsame Haftung für Schulden in Europa doch schneller als erwartet akzeptieren würde. Ein Sprecher dementierte umgehend und stellte klar, dass erst am Ende einer Entwicklung hin zu einer echten Fiskalunion über ein gemeinsames Schuldenmanagement gesprochen werden kann.

Werfen wir einen Blick auf die Zahlen von gestern: Die britische Wirtschaft befindet sich nun offiziell in einer soliden Rezession. Das BIP gab im ersten Quartal 2012 nochmals nach und schrumpfte um 0,3%. Die Importe wuchsen dabei schneller als die Exporte.

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Nach einer schwachen Vorwoche mit 392.000 Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wurden die aktuellen Zahlen mit 386.000 besser. Das Ergebnis lag damit im Rahmen der Erwartungen. Ob die Verbesserung allerdings nicht ebenfalls wie der Vormonat um einige Tausend revidiert wird, darf bezweifelt werden.

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Der US National Activity Index für den FED-Bezirk Chicago dreht sich per Berichtsmonat Mai wieder in den negativen Bereich. Der April wurde noch mit einem Wert von 0,08 ausgewiesen. Besonders der Teilbereich "production and income“ mit -0.2 nach +0.42 im Vormonat gab stark nach.

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Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone gab um 19,8 Zähler nach und befindet sich damit auf einem Zwei-Jahres-Tief. Der Wert liegt damit noch unter den erwarteten Wert von 19,3 Zählern. Dies war der dritte Negativmonat in Folge. Aufgrund der schwachen Konjunktur in Europa und teilweise schwieriger Kreditversorgung fehlt vielen EU-Einwohnern momentan die Zuversicht für Anschaffungen.

Viel Erfolg!

© Moritz Westerheide
Bremer Landesbank

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