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Der Wechselkurs des EUR/AUD befindet sich mit Notierungen um die 1,26 AUD aus charttechnischer Sicht momentan an einer wichtigen Marke. Im Tageschart des Währungspaares ist gut zu erkennen, dass der Kurs in den letzten Tagen schwächer tendierte und sich nun an einer wichtigen technischen Unterstützung befindet, die in den letzten zwei Monaten ausgebildet wurde. Die Frage, die sich Devisentrader nun stellen könnten, ist, ob der Unterstützungsbereich in den nächsten Tagen hält oder ob der langfristige, abwärtsgerichtete Trend wieder aufgenommen wird. Die 200-Tage-Linie, im Chart durch die blaue Linie verdeutlicht, ist eindeutig abwärtsgerichtet und gibt zumindest nach der klassischen Indikatorenlehre die übergeordnete Trendrichtung vor. Zwar wurde die wichtige 200-Tage-Line in den letzten Wochen kurzzeitig von dem Wechselkurs überschritten, jedoch war der Bruch der Linie nicht nachhaltig und die Kurse fielen in den letzten Tagen wieder unter den Trendindikator.Von dieser Warte aus könnte man also argumentieren, dass damit eine Bestätigung des intakten Abwärtstrends vollzogen wurde und deshalb schwächere Kurse und damit ein Unterschreiten des Unterstützungsbereichs um die Marke von 1,26 wahrscheinlich sei. Aus fundamentaler Sicht stellt sich hier die Frage, ob die Wachstumsaussichten der Wirtschaftsräume Asiens, hier vor allem China, und Europas in den nächsten Monaten konvergieren oder ob diese weiter divergieren. Aufgrund der starken Abhängigkeit der australischen Wirtschaft von der Rohstoffnachfrage der aufstrebenden Ökonomien Asiens könnte der Austral-Dollar gegenüber dem Euro hier der direkteste Weg sein, um auf eines der beiden makroökonomischen Szenarien zu setzen. Sollte sich das chinesische Wirtschaftswachstum stärker als erwartet zeigen, dann könnte infolge eine Trendfortsetzung des EUR/AUD-Kurses vermutet werden und in der aktuellen Chartsituation Shortpositionen aufgebaut werden. Um ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis (CRV) zu erhalten könnte ein enger Stopp an der 200-Tage-Line plaziert werden. Devisentrader, die dieses Szenario bevorzugen könnten darauf setzen, dass die chinesische Regierung, wie zuletzt durch die plötzliche Zinssenkung gezeigt, klare Maßnahmen einleitet, um die heimische Wirtschaft zu stützen. Auf der anderen Seite könnten Trader aber auch erwarten, dass sich nach den griechischen Wahlen und einem Verbleib Griechenlands in der Eurozone die Lage in Europa wieder etwas beruhigt. Schwächere makroökonomische Daten aus China, wie wir sie zuletzt sahen, könnten dann den Wechselkurs an der charttechnischen Barriere, die bei der Marke von 1,26 AUD verläuft, abprallen lassen und auf einen erneuten Test der starken Widerstandszone setzten, die sich zwischen den Marken bei 1,3030 AUD und 1,2925 AUD befindet. Auch in diesem Szenario sollte mit engen Stopps gearbeit werden. Ein möglicher initialer Stopp könnte bei einem Kursniveau von 1,2450 plaziert werden. Damit läge das CRV dieses Trades bei etwa 2,5.

Oliver Bossmann

Marktexperte von ETX Capital