Aufgrund der Stärke des Schweizer Franken hat die Schweizer Nationalbank (SNB) zum 6. September 2011 eine Wechselkursuntergrenze von 1,20 Franken pro Euro festgelegt. Durch Interventionen der SNB fiel der Wechselkurs seitdem nur einmal am 5. April diesen Jahres kurzzeitig unter den festgelegten Mindestkurs.

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    Die SNB dürfte vorerst gegen eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken vehement angehen. Es gibt sogar Gerüchte, dass sich die SNB bei verschlechternder Wirtschaftslage dazu entscheiden könnte, die Mindestuntergrenze auf 1,25 oder sogar 1,30 anzuheben.

    Ausgehend von einem stabilen Wechselkursverhältnis leicht oberhalb der Marke von 1,20 Franken pro Euro bieten sich für Anleger verschiedene Handelsinstrumente wie Zertifikate, Optionsscheine und Knockouts an, um auf einen moderat steigenden Euro , z.B. bis 1,22 , zu setzen. Aktuell notiert EUR/CHF bei 1,202.

    Bei klassischen Zertifikaten würde man z.B. mit dem Bonus Cap-Zertifikat WKN MQ3LRP an der Entwicklung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken partizipieren. Falls diese Art von Zertifikat bis zum Fälligkeitstermin eine bestimmte Barriere nicht unterschreitet, kann der Anleger bis zum festgelegten Cap verdienen. Das Zertifikat notiert jedoch bereits am Bonus Cap. Bei Berühren oder Unterschreiten der Barriere erfolgt die Rückzahlung wie bei einem Index-/Tracker-Zertifikat, der Kurs orientiert sich dann an der Entwicklung von EUR/CHF. (Anmerkung: Aufgrund falsch hinterlegter Kurswerte des Emittenten wurde der Artikel hinsichtlich des Bonus Cap-Zertifikats MQ3LRP abgeändert)

    Eine weitere Alternative bieten klassische Optionsscheine. Bei Optionsscheinen handelt es sich um Termingeschäfte; diese beinhalten das Recht, einen bestimmten Basiswert zu einem bestimmten Preis an einem festgelegten Termin zu kaufen oder zu verkaufen. Mit deutlich geringerem Kapitaleinsatz gegenüber einem Direktinvestment setzt man gehebelt auf die Kursbewegung des Basiswertes, in diesem Fall EUR/CHF. Da im Wechselkursverhältnis EUF/CHF eine geringe Volatilität und Schwankungsbreite zu erwarten ist, sind Scheine, welche nahe am Geld notieren und eine längere Laufzeit besitzen empfehlenswert, wie z. B. der Schein WKN UU9K6W mit Basispreis 1,19 und Fälligkeitstag 15.03.2013. Der Schein notiert aktuell um €2,85, bei gleichbleibender Volatilität würde der Schein am 15.06.2013 bei einem Kurs von 1,18 bei ca. €1,55, einem Kurss von 1,20bei ca. €2,35 und einem Kurs von 1,22 bei ca. €3,35 notieren. Sollte der Schein am Verfallstag dem 15.03.2013 unter dem Basispreis von 1,19 Franken pro Euro notieren, tritt ein Totalverlust ein.

    Eine weitere Möglichkeit an der erwarteten Entwicklung zu partizipieren hat der Anleger mit Knockouts. Auch hier nimmt der Anleger überproportional an der Veränderung des Basiswertes teil. Mit dem Openendzertifikat WKN UU029R, welches einen Basispreis und eine Stop Loss-Barriere von 1,1222 besitzt, spekuliert der Anleger auf ein steigendes Währungskursverhältnis EUR/CHF. Steigt der Kurs auf 1,22 , so steigt der Knockout-Schein von aktuell €6,68 auf ca. €8,50. Mit einem Anstieg des Basiswertes um 180 Pips steigt in diesem Fall der Knockoutschein um €1,8 entsprechend des Bezugsverhältnisses. Der risikofreudige Spekulant würde mit einem Gewinn von knapp 30% belohnt. Sollte der Wechselkurs zu irgendeinem Zeitpunkt unter 1,1222 Franken pro Euro fallen, würde der Schein jedoch wertlos verfallen.

    Fazit:

    Dem konservativen Investor stehen aktuell keine geeigneten Zertifikate zur Verfügung um mit einem konstanten oder leicht steigendem Verhältnis EUR/CHF eine gute Rendite zu erzielen.

    Mit Knockoutscheinen partizipiert der spekulative Anleger bei einem kurz- bis mittelfristigen Anstieg des Euro und kann damit die Rendite seines Depots enorm hebeln. Sollte die SNB den Mindestkurs auf 1,25 Franken pro Euro anheben, würde der Knockout-Schein WKN UU029R mit 70% im Plus notieren. Der Emittent hebt bei Openendzertifikaten jedoch regelmäßig Basis- und Stop-Loss Preise an, so dass bei gleich bleibendem Wechselkurs der Kurs des Knockout-Scheins langsam an Wert verliert.

    Optionsscheine sind aufgrund des zu erwartenden geringen Anstiegs des Euro und geringer Volatilität und dem damit verbundenem Zeitwertverlust nicht zu bevorzugen. Nur bei steigender Volatilität und starken Kursbewegungen nach oben sind hohe Gewinne zu erzielen, denen ein hohes Verlustrisiko gegenüber steht.

    Stefan von Ehrenstein

    "Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert."