• FTSE 100 - Kürzel: UK100 - ISIN: GB0001383545
    Börse: Deutsche Bank Indikation / Kursstand: 6.135,00 €

London (GodmodeTrader.de) - Der Februar hat eine höhere Volatilität auf den Anleihemärkten mit sich gebracht. Insbesondere europäische Finanzwerte waren die Hauptleidtragenden der Volatilität und Spread-Ausweitung. Zu Beginn des Monats hatte die Deutsche Bank im Mittelpunkt gestanden, da ihre Anleihen und Aktien starke Abverkäufe hinnehmen mussten. Dass eine der größten Banken Europas für Unsicherheit sorgt, hat zu einer stärkeren Risikoaversion von Anlegern gegenüber dem Bankensektor insgesamt geführt, wie von Ariel Bezalel, Fondsmanager des Jupiter Dynamic Bond SICAV, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

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Besitzer von Bankenanleihen hätten in den letzten Wochen über Vieles nachzudenken gehabt. Die Probleme bei der Deutschen Bank seien im Zuge einer schwachen Berichtssaison für global tätige Banken aufgetreten. Dies habe zu neuerlichen Bedenken über die Zukunftsfähigkeit des Investmentbanking-Modells geführt. Zudem seien Anleger in den letzten Monaten durch eine Reihe länderspezifischer Herausforderungen beunruhigt worden. Beide Punkte hätten Anlass zur Sorge, heißt es.

„Aber vollständig gerechtfertigt ist unserer Meinung nach der derzeitige Ausverkauf bei Anleihen globaler Banken durch keines von beiden. Ein Grund hierfür ist, dass die jüngst von Banken vorgelegten Ergebnisse nicht ausnahmslos negativ ausfielen. Eine Reihe von Kreditinstituten, darunter ING, Commerzbank, BBVA und Nationwide, konnten die Analystenprognosen übertreffen und verbesserte Fundamentaldaten vorlegen. Darüber hinaus verfügt die Deutsche Bank unseres Erachtens über reichlich Liquidität, worauf sie im Falle eines Stressszenarios zurückgreifen kann“, so Bezalel.

Im Hinblick auf die Frage nach dem systemischen- und Ausfallrisiko von Banken gelte es außerdem zu bedenken, dass europäische Banken insgesamt nicht über zu wenig Liquidität verfügten. Sollte eine Bank in Schwierigkeiten geraten, könne auch noch auf umfangreiche Sicherheitsreserven der EZB zurückgegriffen werden, sollten sich die Liquiditätsbedingungen verschlechtern. Darüber hinaus sei der Sektor deutlich besser kapitalisiert, als dies während der Krise der Eurozone der Fall gewesen sei (Schätzungen von Goldman Sachs zufolge hätten europäische Banken seit 2007 rund 800 Milliarden Euro an Kapital eingeworben), heißt es weiter.

„Unseres Erachtens sind makroökonomische Bedenken die Haupteinflussfaktoren hinter der negativen Stimmung bei Bankenanleihen. Das globale Konjunkturbild hat sich in den letzten Monaten angesichts rückläufigen Wachstums und sinkender Inflation erheblich verdunkelt. Seit Anfang 2016 hat sich die Besorgnis der Märkte hinsichtlich einer möglichen globalen Rezession ausgeweitet, wobei der Fokus zunächst noch auf Schwellenländern und dem Energiesektor lag. Dies hat sich aber mittlerweile auch auf Sektoren ausgeweitet, die von Wachstumsschwächen und Deflationsrisiken in Industrieländern betroffen wären. Diese Probleme sind für europäische Banken von besonderer Bedeutung“, so der Fondsmanager.

Wie EZB-Präsident Mario Draghi im Februar in einer Rede angemerkt habe, „gibt es derzeit Mächte in der globalen Wirtschaft, die sich dazu verschworen haben, die Inflation niedrig zu halten“, heißt es. „Unsere Sorge ist es, dass die Märkte allmählich an der Wirksamkeit weiterer Zentralbankinterventionen zweifeln und sie nun über die mittelfristigen Implikationen für die Geschäftsmodelle von Banken grübeln. Die jüngst vorgenommene Einführung negativer Zinsen in Schweden und Japan – welche die Netto-Zinsmargen von Banken weiter unter Druck setzen könnte – hat wenig zur Anlegerberuhigung beigetragen. Die negative Stimmung in der Branche dürfte weiter anhalten, bis sich die makroökonomischen Aussichten stabilisieren“, so Bezalel.