Der Euro eröffnet heute (07.43 Uhr) bei 1.2250, nachdem im Verlauf der letzten 24 Handelsstunden Tiefstkurse im US und asiatischen Handel bei 1.2219 markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 78.45. In der Folge notiert EUR-JPY bei 96.10, während EUR-CHF bei 1.2017 oszilliert.

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Wir halten uns heute vor der EZB-Sitzung zu den möglichen Ankündigungen bedeckt. Wir verweisen auf die Rubrik "Letzte Nachrichten". Unter Umständen hat die SZ eine sehr gute Quelle. Wir beteiligen uns bewusst nicht an Spekulationen im Vorfeld.

Wir wünschen der EZB aber den Mut, der notwendig ist, die Reformprozesse in der Eurozone zu unterstützen und die unangemessene Spekulation, die die Konjunkturlagen unnötig belastet, zu neutralisieren, um damit die Integrität der Eurozone zu verteidigen.

Die kritischen Töne bezüglich möglicher Staatsanleihekäufe der EZB, die die EZB gestern aus einer Parteizentrale Münchens erreichten, sind wir mangels sachlicher Basis und bestenfalls ideologischer Ausrichtung (immer gefährlich, Pragmatismus ist angesagt in einem unerklärten Finanzkrieg) bis auf eine Ausnahme nicht bereit, weiter zu kommentieren.

Ist es den Protagonisten in München eigentlich bewusst, dass ein Scheitern der Eurozone bedeuten würde, dass sich Kontinentaleuropa den Kräften unterordnen würde, die die aggressivste Monetarisierung der Staatsschulden in der Weltgeschichte betreiben und die für die wesentlichen Fehlentwicklungen der letzten 15 Jahre verantwortlich zeichnen? Ist es diesen Personen bewusst, dass sie mit ihrer Position die Vergemeinschaftung der Folgen der Defizitkrise betreiben und die konjunkturelle Zwangslage trotz der strukturellen Erfolge in den Reformländern verschärfen?

Welche Lösungen bietet München an, als ein "Weiter so!", das zu einer Infizierung von immer mehr Ländern der Eurozone beigetragen hat und mittlerweile die Weltwirtschaft und damit auch uns bedroht? Insbesondere bin ich mehr als erstaunt, dass die Erfolge der Reformpolitiken der Eurozone aus München heraus nicht thematisiert werden? Ich warte auf Antworten auf diese Fragen Herr Seehofer, Herr Dobrindt, Herr Söder und Herr Gauweiler!

Der Offenmarkausschuss hat die Märkte in der Tendenz enttäuscht. Eine Politik der ruhigen Hand dominiert in Washington, die sich alle Optionen offen lässt.

(Reuters) - Trotz der Wirtschaftsflaute verzichtet die US-Notenbank Fed vorerst auf eine neue Konjunkturspritze. Die Federal Reserve (Fed) teilte am Mittwoch nach der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) in Washington zugleich mit, sie werde bei Bedarf zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um der Wirtschaft mehr Schwung zu verleihen. Den Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke bei null bis 0,25 Prozent. Zudem signalisierte die Fed erneut, den Schlüsselzins bis tief ins Jahr 2014 hinein auf ultraniedrigem Niveau belassen zu wollen.

Wir wollen nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass die griechische Regierung das Sparprogramm von 11,5 Mrd. Euro auf die Beine gestellt hat). Wir freuen uns sehr, dass Frau Lagarde noch einmal den Berichten des Spiegel klar entgegen getreten ist. Ist sich der Spiegel eigentlich seiner Verantwortung bewusst?

Ja, Standard & Poors sieht die deutsche Bonität anders als Moody’s.

(Reuters) - Die Ratingagentur S&P bewertet die Kreditwürdigkeit Deutschlands weiterhin mit der höchsten Note. In der Nacht zu Donnerstag bestätigte Standard & Poor's die Bestnote "Triple-A" sowie den Ausblick "stabil". Die Agentur begründete dies damit, dass Deutschlands Staatshaushalt mögliche finanzielle und wirtschaftliche Unruhen aushalten könne. Erst in der vergangenen Woche hatte Moody's mit Blick auf eine mögliche Überforderung Deutschlands in der Schuldenkrise den Ausblick für die Bonität von Europas größter Volkswirtschaft von "stabil" auf "negativ" zurückgestuft.

Gut so!

Schauen wir kurz auf die Wirtschaftsdaten, die gestern veröffentlicht wurden:

Neue tragende Erkenntnisse wurden nicht geliefert. Das Bild einer konjunkturellen Entschleunigung ist weiter korrekt. Das gilt vor allen Dingen für die Eurozone hinsichtlich mangelnder Kapitalzuflüsse in die Realwirtschaften der Reformländer. Wenn mangelnde Solidarität innerhalb der Eurozone weiter obwalten sollte, wird sich diese negative Konjunkturspirale der Eurozone verschärfen und den fiskalischen Stress erhöhen. Das Risiko eines Zerfalls der Eurozone nähme unter diesen Umständen weiter zu.

Der "Markit" Einkaufsmanagerindex für die Eurozone (produzierender Sektor) stellte sich nach finaler Berechnung per Berichtsmonat Juli auf 44,0 nach zuvor 44,1 Punkte. Der deutsche Index wurde von zuvor 43,3 auf 43,0 Punkte revidiert und signalisiert damit eine schlechtere Situation als in der Eurozone bei einer Vollauslastung der Kapazitäten der deutsche Wirtschaft! Nun denn … Der britische Index stellte sich auf 45,4 Punkte nach zuvor 48,4 Zählern.

Der "US ADP Employment Index" setzte per Juli positive Akzente mit einer Zunahme der Beschäftigung in der Privatwirtschaft laut Berechnungen von ADP um 163.000 (Prognose 120.000) nach zuvor 172.000 (revidiert von 176.000). der Chart verdeutlicht jedoch auch das unverändert niedrige Beschäftigungsniveau, das etwa dem Jahr 2004 entspricht.

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Die US-Bauausgaben nahmen per Berichtsmonat Juni im Monatsvergleich um 0,4% zu. Der Vormonatswert wurde von +0,9% auf +1,6% angepasst. Das Bild hellt sich in der US-Baubranche weiter auf. Der nachfolgendes Chart verdeutlicht einerseits die positive Tendenz, aber andererseits das unverändert historisch niedrige Niveau der Bautätigkeit.

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Der US ISM-Index für den produzierenden Sektor stieg unwesentlich von zuvor 49,7 auf 49,8 Punkte. Die Prognose lag bei 50,2 Zählern. Die Subindices standen im Einklang mit dieser marginalen Veränderung.

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Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den USD gegenüber dem Euro favorisiert. Erst ein nachhaltiges Überwinden der Widerstandszone bei 1.2370 - 00 neutralisiert den negativen Bias des Euros.

Viel Erfolg!

© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank

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