Ich hatte mal vor ein paar Jahren ein T-Shirt geschenkt bekommen, auf dem stand groß und breit geschrieben: "Deutschland - die Krise als Chance nutzen." Ich fand das T-Shirt prima - und ich habe mir das Motto zu Eigen gemacht. Denn was bringt es Ihnen, wenn ich Ihnen hier Woche für Woche von Neuem erzählen würde, wie schlimm die Welt doch ist - verdienen tun Sie damit nichts, Sie regen sich nur auf. Den Worten will ich auch Taten folgen lassen, und diese "Taten" sind an der Börse schließlich eben konkrete Trades, an denen ich mich messen lasse und mit denen Sie Geld verdienen können. Gehen wir also gleich ans Eingemachte.

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    Kakao war Wochengewinner unter den Rohstoffen, als der Preis um 15% nach oben sprang. In New York und London versiegten plötzlich die Kakaolieferungen und Händler vermuteten dahinter kurzerhand eine schlechte Ernte in Côte d'Ivoire. In meinem Blog Limitup.de stellte ich ein Hebelzertifikat vor, mit dem die Leser einen Kursgewinn aus dieser Bewegung von 28% realisieren konnten (siehe Link). Der Verkauf am ersten Ziel bei 2450 Dollar war richtig, der Kurs rutschte am Freitag deutlich ab. Mittelfristig besteht aber nach einer Konsolidierung weiteres Potenzial. Dafür sprechen die mittelfristig positiven Aussichten sowie die hinter dem Markt liegende Durststrecke - Kakao rutschte 2011 vom Hoch zum Tief um 50% ab. Nun bildet sich ein Boden aus. Der größte Schokoladenhersteller der Welt, Barry Callebaut, schließt sogar eine Verdopplung der Preise nicht aus, wenn auch auf Sicht von "zehn Jahren". Kakaoexperten aus London sehen in acht Jahren eine dauerhafte Unterversorgung des Kakaomarktes von einer Million Tonnen Kakao - wohlgemerkt pro Jahr – und das entspricht der gesamten heutigen Jahresproduktion der Elfenbeinküste. Wenn Sie auf den ersten Blick sagen: Was soll ich mit Prognosen für eine Entwicklung in acht Jahren! Dann muss ich Sie warnen, wir sprechen hier über ganze Wälder, die angelegt werden müssen: Ein solches Angebot muss erstmal geschaffen werden, und wenn man bedenkt, dass Kakaobäume erst nach vier bis fünf Jahren gute Ernten hergeben, und wenn man sich dann noch die relative Lustlosigkeit der Regierungen betrachtet, in neue Kakaoplantagen heute schon frühzeitig zu investieren, dann handelt es sich hier um einen äußerst spannenden Markt, besonders wenn man bedenkt, dass die Preise am Boden liegen. Es geht also in eine bullische Richtung. Wie immer ist die Fundamentalanalyse aber nicht in der Lage, das richtige Timing zu finden. Daher ist es für jeden Anleger sinnvoll, die technische Analyse in seinen Anlageempfehlungen immer zu beachten. Und technisch betrachtet ist weiteres Potenzial im Kakaopreis vorhanden bis zunächst 2740 Dollar pro Tonne, aber wahrscheinlich wird die Bewegung dorthin nicht so dynamisch verlaufen wie jene der zurückliegenden Woche.

    Wer den Trade zu Erdgas von Anfang an mitgemacht hat, musste am eigenen Leib erfahren, was für ein teuflisch volatiler Markt das mittlerweile geworden ist. Jetzt wird die Mühe aber belohnt: Am Freitag gaben die Bären die Bastion um 2,57 Dollar auf. Der Preis sprang in der Spitze am Freitag bis auf 2,73 Dollar. Unser Call lag in der Spitze 21% im Plus. Ich halte das Call-Hebelzertifikat weiter und würde den Schein bei Preisen über 3 Dollar im US-Erdgas wieder verkaufen.

    Beim Gold müssen jetzt die Bullen zeigen, was sie drauf haben. Die Frontlinie der Bullen liegt bei 1705 Dollar. Hier reiben sich Käufer und Verkäufer seit einigen Tagen aneinander auf, wobei die Verkäufer immer wieder in die Flucht geschlagen wurden, während die Frontlinie der Bullen stand wie eine Eins. Der Bruch selbiger hatte im Dezember bereits Kursabgaben bis auf fast 1500 Dollar zur Folge. Im Blog hatte ich diese Bewegung mit einem Short-Hebelzertifikat gehandelt, das mit über 100% im Plus geschlossen werden konnte. Meiner Meinung nach schlagen sich die Bullen ausgezeichnet und es gibt vier Indizien (siehe Chart), die darauf hindeuten, dass die Bullen planen, zu einem Gegenschlag schon in der kommenden Woche auszuholen. By the way: Was 1705 Dollar im Gold, ist 32,50 Dollar im Silber. Die sollten jetzt eigentlich als gute Unterstützung halten. Auch hier gilt: Bewerten lässt sich der Ausgang wichtiger Schlachten erst, wenn sich am Ende des Tages der Staub gelegt hat. Wenn 1705 Dollar im Gold und 32,50 Dollar im Silber also auf Tagesschlusskursbasis nach unten durchbrochen werden, dann haben die Bullen verloren.

    Bei den Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co. habe ich ein Hebelzertifikat vor ein paar Tagen bereits mit 9% im Gewinn verkauft. Am Freitagvormittag kaufte ich den gleichen Schein wieder günstiger zurück, da das hier geschilderte Szenario weiterhin intakt war und der Gesamtmarkt begann, wieder nach oben zu drehen. Zusätzlich wurde am Donnerstag auch eine Kurslücke in der Klöckner-Aktie geschlossen, und der Support bei 10,50 Euro wurde durch eine Hammerkerze bestätigt. Eine schöne Konstellation, die weiter steigende Notierungen versprach.

    Erfreulicherweise notierte die Aktie am Abend bereits stark im Plus, das Hebelzertifikat liegt ebenfalls deutlich vorne. Ich rechne mit einem dynamischen Anstieg der Aktie bis auf 13 Euro, möglicherweise sogar darüber. Die sechs LME-Metalle bilden mittelfristige Böden aus, die Aussichten hinsichtlich der Stahlnachfrage sind ebenso freundlicher geworden, geschuldet einer verblüffend starken US-Industrie. Da selbige metallintensiv ist, wirkt sich das stützend auf die Nachfrage aus.

    Die hier aufgenommenen beiden Energie-Aktien Occidental Pete und Anadarko Pete habe ich mit hohen Kurszielen versehen (siehe Chart). Sie sind als langfristige Positionen gedacht, auch wegen Ihrer Dividenden, vor allem aber wegen ihren starken Kursverläufen. Wer mehr zu den Aktien erfahren möchte, folgt diesem Link. Beide Aktien dürften von dem gerade stattfindenden Ausbruch der Energiepreise profitieren. Und wie man bei Apple sehen kann, erfreuen sich Aktien, die von einem Allzeithoch zum nächsten springen, hoher Beliebtheit bei den Anlegern.

    Und last but least setzen wir seit Freitag auch auf einen steigenden US-Ölpreis. 1,3 Millionen Barrels Erdöl fehlen dem Markt nun ab dem Inkrafttreten der Sanktionen gegen den Iran - der Stichtag ist hier der 1. Juli - während rund 0,73 Millionen Barrels an täglicher Förderleistung in Syrien, dem Südsudan und Jemen verloren gingen. Das ist eine heftige Belastung für die Restkapazitäten der OPEC, und vor allem für Saudi Arabien, wo die meisten noch nicht aktivierten Kapazitäten liegen. Was die Situation nun so kritisch macht: Mit Vorbereitung kann das Angebot an den Markt gebracht werden. Iran drohte vergangene Woche aber, die Öllieferungen nach Europa unmittelbar zu stoppen, was zwar sofort dementiert wurde, aber der Markt reagierte empfindlich. Brent sprang über 120 Dollar - das ist ein neues Mehrjahreshoch. Wir fokussieren uns auf das günstigere US-Öl WTI. Es hat Nachholpotenzial. Nachdem es den Widerstand bei 101,77 Dollar per Tagesschlusskurs nachhaltig überwinden konnte, ist nun Potenzial nach oben frei geworden. Am Freitag wurden im elektronischen nachbörslichen Handel bereits über 104 Dollar gezahlt. Unser Call, aufgenommen bei rund 102 Dollar, liegt damit bereits stabil im Plus. Mehr dazu finden Sie hier.

    Wenn Sie mögen, schauen Sie doch einmal auf meinem Blog vorbei.

    Den Blog finden Sie hier: www.limitup.de

    Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

    Ihr Jochen Stanzl

    Chefredakteur Rohstoff-Report.de

    Rohstoff-Report.de ist eine Publikation der BörseGo AG

    Hierbei handelt es sich um keine Anlageberatung. Es handelt sich lediglich um eine Trade-Vorstellung zu Ausbildungszwecken. Für Anlageberatung wenden Sie sich zwingend an den Anlageberater Ihrer Bank.

    Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte:Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

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