In diesem Artikel möchte ich klären, wie der Goldpreis aktuell einzuschätzen ist. Die Goldpreisentwicklung 2012 zeigte bislang eine Übererfüllung des saisonalen Solls, und die Korrektur geht einen Schritt zu tief. Betrachten wir dies im saisonalen Goldchart:

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    Im Schaubild ist der saisonale Verlauf des Goldpreises seit Januar 1975 zu sehen. Wagt man auf Basis dieses Verlaufs eine Gold-Prognose für das restliche Jahr 2012, so müsste man eine Vorhersage für Gold treffen, die auf eine baldige Bodenbildung des Preises lautet. Sprich: Wir dürften uns im Bereich der Tiefs befinden. Betrachtet man die Entwicklung vom Goldpreis in Euro, so kann man feststellen, dass dieser in den vergangenen Tagen die etwas steilere Aufwärtstrendlinie seit September des Jahres 2011 durchbrach. Eine Unze Gold müsste 2012 also noch bis 1180 Euro fallen. Dort liegt die nächste, das Gold unterstützende Aufwärtstrendlinie.

    Der Preis für ein Gramm Gold würde dann auf 37,93 Euro gefallen sein. Anfang des Jahres kostete ein Gramm Gold noch 30,86 Euro. Möglicherweise, und das gilt es im Blick zu behalten, sind die langen Schlangen vor den Läden von Goldhändlern nicht nur gebildet durch Goldkäufer. Möglicherweise sind hier auch zunehmend Menschen zu Gange, die Gold wieder zurückbringen und verkaufen. Immerhin sind mittlerweile ordentlich Gewinne aufgelaufen. In Japan findet dies bereits statt. Von März 2011 bis März 2012 sprangen die japanischen Goldexporte um 61% auf 135 Tonnen nach oben. Viele Menschen in Japan haben auch ihren Platinschmuck verkauft - das ist der Hauptgrund dafür, warum Platin das erste Mal seit Jahrzehnten deutlich günstiger geworden ist, als Gold. Japan ist also ein wichtiger Marktteilnehmer am Edelmetallmarkt 2012.

    Hinzu kommt, dass ein weiterer Grund, Gold zu kaufen, in China schwindet: Die Schwäche des Immobiliensektors und der Gesamtwirtschaft führt dazu, dass der Preisauftrieb abnimmt. Er könnte möglicherweise sogar noch stärker abnehmen, als von der chinesischen Zentralbank erwartet. Die negative Reaktion heute auf die Ankündigung der chinesischen Notenbank, die Barreservesätze für Geschäftsbanken um 50 Basispunkte zu senken, könnte ein Indiz dafür sein. Die Märkte fürchten sich, dass es zu einer harten Landung der chinesischen Volkswirtschaft kommen könnte. Während ich mich dieser These nach wie vor nicht anschließe, muss man anerkennen, dass das wichtigste Motiv der Chinesen, Gold zu halten und zu kaufen, nämlich negative Realzinsen, mittlerweile nicht mehr vorliegt. Die Realzinsen nähern sich in China wieder der Nulllinie, da die Inflation zuletzt dank straffer Geldpolitik deutlich gefallen ist. Das könnte auf geringere chinesische Importe von Gold 2012 hindeuten.

    Betrachtet man sich den Goldpreis aktuell, so muss man befinden, dass er das in früheren Artikeln von mir genannte charttechnische Korrekturziel von 1774 USD/Unze übererfüllt. Gold fällt aktuell pro Unze auf 1556 USD. Sollte man jetzt den Krügerrand verkaufen? Ich denke nicht. Gold könnte 2012 noch etwas weiter korrigieren und möglicherweise noch die tiefer liegenden Ziele bei 1492 USD oder im Extremfall 1361 USD oder 1280 USD erreichen. Für alle Krügerrand-Besitzer gilt jedoch: Ein Verkauf aus charttechnischer Sicht ist erst bei einem Wochenschlusskurs vom Goldpreis unter 1300 USD anzuraten. Denn dann würde sich der seit 1999 andauernde Aufwärtstrend beim Gold in einen Seitwärtstrend umwandeln. Die Hausse wäre in diesem Falle erst einmal begraben. Wenn es tatsächlich dazu käme, woran ich bei Betachtung der aktuellen Situation nicht glaube, dann hätte man zwar einen Gutteil seiner Gewinne verloren. Das wäre aber immer noch weitaus weniger schlimm als in der Nähe des Tiefs verkauft zu haben nur um danach zu sehen, dass die Preise über 2000 USD steigen (womit ich weiterhin nach der aktuellen Korrektur rechne).

    Autor: Jochen Stanzl

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