Trotz der jüngsten Entwicklungen auch an den Ölmärkten sieht der emeritierte Präsident des National Burea of Economic Research die Gefahr höherer Inflationsraten und hält nichts vom Gerede über Rezessionsgefahren in den USA.

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Feldstein betont, dass das Fed-QE zwar funktioniert habe, indem es Haus-und Aktienpreise in die Höhe katapultierte und in der Folge auch den Konsum anschob.

Auf der anderen Seite würden die anhaltend ultraniedrigen Zinsen aber zu erhöhter Riskobereitschaft führen. Feldstein sieht die aktuelle Bewertung des Aktienmarktes, gemessen am KGV, 30 % über dem historischen Wert.

Der Rat des Ökonomen: Wie im Dezember angekündigt weiter vorgehen.

100 Basispunkte hoch im Jahr 2016 und dann 2017 erneut die Zinsen anheben. Die monetären Bedingungen wären dann immer noch sehr locker, betont Feldstein.

Die Gefahr einer Zurückhaltung der Fed bei der Zinswende wäre demnach, dass Investoren einen ohnehin schon überbewerteten Markt noch weiter hoch kaufen, so dass die seiner Ansicht nach unausweichliche Korrektur nur noch noch schärfer ausfallen würde.

Beim Thema Inflation sei laut Feldstein entscheidend, dass die bisherige Geldschwemme in der Realwirtschaft kaum ankam, weil die Banken ihre angeschwollenen Guthaben zum Großteil schlicht bei der Fed belassen hatten. Angesichts einer Arbeitslosenrate von nur noch 5 % würden weiterhin negative Realzinsen aber in der Folge unweigerlich dazu führen, dass die Inflationsraten merklich anziehen.

Als mittelfristiges Ziel für den Leitzins sei eine Rate von 3,5 bis 4 % denkbar, sofern die Inflationsrate sich zurück in den Bereich 1,5 bis 2 % bewegt. Dies könne passieren, sobald der Ölpreis zu fallen aufhört - und sich dann sogar beschleunigen.

Feldstein wendet sich in seiner Argumentation auch deutlich gegen neuere Überlegungen, zur Not negative Zinsen einzuführen und das Inflationsziel auf z.B. 4 % anzuheben.

Ersteres würde die Risikobereitschaft der Marktteilnehmer noch weiter erhöhen, was gefährlich wäre.

Mit einem höheren Inflationsziel kann sich Feldstein noch weniger anfreunden. Der 76-jährige hat selber mit erlebt, wie der damalige Fed-Chef Paul Volcker in den frühen 80er Jahren unter ökonomischen Schmerzen mit massiven Zinserhöhungen die hohen Inflationsraten der damaligen Zeit auf ein erträgliches Maß reduzierte.

"Wir haben einen hohen Preis gezahlt, um zu einer Welt zurückzukehren, in der die Menschen glauben, dass die Inflation niedrig bleibt. Wenn wir nun sagen: Statt 2 % steuern wir nun 4 oder 5 % an, weil das bestimmte technische Vorteile hat, dann werden die Leute sagen: Opps, was werden sie als nächstes tun?"

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