Verschiedene Hedgefonds haben laut "Wall Street Journal" große Short-Positionen auf den Yuan aufgebaut. Die Fonds wetten also auf eine Abwertung der chinesischen Währung, die auch als Renminbi bezeichnet wird. Zu den Hedgefonds-Managern, die Short-Positionen auf den Yuan aufgebaut haben, gehören so schillernde Namen wie David Einhorn, Stanley Druckenmiller und David Tepper. Der Hedgefonds Hayman Capital Management soll sogar 85 Prozent seines Portfolios in Wetten gegen den Yuan und den Hongkong-Dollar investiert haben.

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    Auch Hedgefonds-Legende George Soros, der Anfang der 90er Jahre mit einer spekulativen Attacke gegen das britische Pfund einen Gewinn von einer Milliarde Dollar einfuhr und die Bank of Engand dazu zwang, das Europäische Wechselkurssystem ERM zu verlassen, spekuliert offenbar auf einen dramatischen Einbruch der chinesischen Währung. Mitte Januar hatte Soros auf dem Weltwirtschaftsforum bereits gesagt, eine "harte Landung" der chinesischen Wirtschaft sei praktisch unvermeidbar. In der Folge hatten chinesische Staatsmedien den Spekulanten ins Visier genommen und seine Äußerungen scharf kritisiert.

    Das zuletzt schwache Wachstum der chinesischen Wirtschaft, die Turbulenzen an den festlandchinesischen Börsen und eine Blase am chinesischen Immobilienmarkt könnten eine weitere Abwertung des Yuan zur Folge haben. Außerdem hat der Dollar gegenüber zahlreichen anderen Schwellenländer-Währungen wegen den wieder steigenden Zinsen in den USA zuletzt stark zugelegt. Der Yuan wertete im Vergleich bisher nur moderat ab. Viele Beobachter erwarten deshalb, dass die chinesische Regierung die eigene Währung weiter abwerten lässt, um so die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Wirtschaft im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern wieder zu erhöhen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Peking allerdings mit überraschenden Abwertungen für Unsicherheit an den weltweiten Finanzmärkten gesorgt.

    Einige Hedgefonds erwarten offenbar mehr als eine nur geringfügige, kontrollierte Abwertung des Yuan. Kyle Bass, Gründer und Präsident des Hedgefonds Hayman Capital, rechnet mit einem Absturz des Yuan um 40 Prozent. Die Probleme in China seien viel größer als die Probleme auf dem US-Immobilienmarkt, die die Finanzkrise von 2008 ausgelöst hätten, sagte Bass laut "Wall Street Journal".

    Eine Abwertung des Yuan, der auch als Renminbi bezeichnet wird, würde bedeuten, dass Euro und US-Dollar gegenüber der chinesischen Währung an Wert gewinnen. Die Währungspaare EUR/CNY und USD/CNY würden also zulegen.

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    USD/CNY

    Neben dem Yuan könnte auch der Hongkong-Dollar vor einer deutlichen Abwertung stehen. Lesen Sie dazu auch den folgenden Artikel: HKD: Hier droht das Franken-Debakel 2.0!

    Die BBC hat übrigens eine sehr spannende Dokumentation über die spekulative Attacke auf das Pfund im Jahr 1992 gedreht. Einen Link zu dem Youtube-Video (englisch) finden Sie auf meinem Guidants-Desktop!