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    Im Gegensatz zu institutionellen Anlegern stehen Ihnen und mir keine Instrumente wie Korrelations-Swaps zur Verfügung. Das ist aber auch gar nicht notwendig, um von Korrelation zu profitieren. Im Gegenteil, diese Limitierung hat wahrscheinlich sogar Vorteile. Mit exotischem Korrelations- und Spread Trading wurden zwar schon viele reich, aber auch viele arm. Wer sich hingegen auf das klassische Spread Trading konzentriert, kann sein Risiko minimieren und kontinuierlich eine solide Performance erzielen.

    Die Idee des Spread-Trading ist denkbar einfach.Es werden zwei Werte, z.B. zwei Aktien, zwei Rohstoffe, Renten, Währungspaare oder eine Mischung von Anlageklassen kombiniert bzw. gegeneinander laufen gelassen. Bei der Auswahl von Basiswerten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, ganz nach dem Motto „Erlaubt ist, was funktioniert.“ Um das Prinzip zu verdeutlichen, möchte ich Ihnen zunächst den Klassiker vorstellen: den Gold-Platin Spread. Platin ist traditionell teurer als Gold, meisten zumindest. Chart 1 zeigt den Preisverlauf von Gold und Platin über 40 Jahre. Während dieser Zeit war Platin selten billiger als Gold. 2011 war es dann wieder soweit. Gold wurde teurer als Platin. Über den betrachteten Zeitraum sogar historisch einmalig teurer, teils über 200 Dollar. Die Idee des Spread Trading ist es, solche Unregelmäßigkeiten zu finden und auszunutzen. In diesem Beispiel würde darauf gewettet, dass sich das historische Verhältnis wieder normalisiert und der derzeit negative Spread wieder positiv wird. Um das zu bewerkstelligen, wird eine long Position auf Platin und eine short Position auf Gold eröffnet. Tritt die Normalisierung ein und steigt der Spread von -50 auf +200, ist eine Rendite von 15% möglich. Der Chart zeigt auch, dass das Ganze nicht ohne Risiko ist. Wer 2008 auf eine Fortsetzung der Ausweitung des Spreads spekuliert hat, musste massive Verluste hinnehmen. Es ist daher wichtig, Spread Trades nicht blind durchzuführen. Auch hier gilt es, besondere Gelegenheiten zu erkennen. Extreme wie ein historisch negativer Spread von 250 Dollar ist eine solche Gelegenheit. Um diese Gelegenheiten zu erkennen und nicht in eine Falle zu tappen, hilft uns die Korrelation.

    Chart 2 zeigt noch einmal den Platin-Gold Spread und die Korrelation der beiden Werte. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Korrelation (rechte Y-Achse) überwiegend positiv ist. Teils geht es sogar auf perfekte Korrelation zu, also einen Wert von 1. Eine negative Korrelation von -0,5 ist eine Seltenheit und daher ein ausgezeichneter Anhaltspunkt, um Positionen aufzubauen. Grundsätzlich bewegen sich Gold und Platin parallel. Steigt Platin, steigt auch Gold (positiver Korrelationskoeffizient). Ungewöhnlich ist das Gegenteil, wenn also Gold steigt, aber Platin fällt (negativer Korrelationskoeffizient). Die Extremwerte des Koeffizienten zeigen schön die Extreme und die heftige Korrektur des Spreads, wenn der Koeffizient wieder positiv wird und sich das Verhältnis wieder normalisiert.

    Korrelation ist damit ein zuverlässiger Indikator für gute Gelegenheiten. Das gilt prinzipiell für alle Basiswerte. Eine ungewöhnliche, negative Korrelation zweier Basiswerte heißt aber nicht automatisch hohe Gewinne. Einerseits kann sich ein außergewöhnlicher Zustand lange halten. Anderseits kann mit dem Spread auch unter normaler Korrelation viel passieren. Ein solches Beispiel ist der WTI-Brent Spread. Auch hier ist ein Basiswert traditionell teurer als der andere. Historisch betrachtet gab es nur wenige Ausnahmen zu der Regel: WTI ist teurer als Brent. Seit fast zwei Jahren ist das nicht mehr der Fall. Der Ausnahmezustand hält sich beharrlich und verschärft sich sogar noch. Ein absoluter Rekordspread von 25 Dollar wurde bereits erreicht.

    Das faszinierende ist, dass das Ganze bei relativ hoher positiver Korrelation stattfand. Das bedeutet, dass Brent und WTI parallel laufen, Brent allerdings viel stärker steigt als WTI. Das sollte unbedingt beachtet werden, wenn dieses Paar gehandelt wird. Über den Zeitraum von 30 Jahren war die Korrelation lediglich ein einziges Mal negativ (auf Monatsbasis)! Das Hauptargument, diesen Spread zu handeln ist also nicht die Korrelation, sondern einfach die Tatsache, dass ein so hoher Spread absolut außergewöhnlich ist. Es gibt schließlich Argumente dafür, weshalb die Preise der beiden Sorten zumindest ähnlich hoch sein sollten. WTI ist von der Qualität besser als Brent. Zusätzlich eröffnet ein allzu hoher Spread irgendwann Arbitragemöglichkeiten.

    Den WTI-Brent Spread handelt man derzeit, indem eine long Position auf WTI und eine short Position auf Brent eingegangen wird. Eine Reduktion des Spreads um die Hälfte brächte derzeit etwas über 10% Rendite. Renditen von 10-15% klingen zunächst nicht übermäßig großartig. Das Spread Trading hat allerdings noch einen anderen Vorteil. Es ist unabhängig von der Marktrichtung. Mit Spreads lässt sich in Bullen- und Bärenmärkten Geld verdienen. Die Marktrichtung ist vollkommen nebensächlich. Wichtig ist nur das Verhältnis der Basiswerte zueinander. Das zeigt das nächste Beispiel sehr schön, ebenfalls ein Klassiker unter den Spreads. Gold und Silber bewegen sich ebenso wie die Rohölsorten parallel. Es kommt also vor allem darauf an, welcher der Werte stärker steigt bzw. fällt. Der Chart zeigt, dass Silber bis 1990 erst stärker gestiegen und dann weniger stark gefallen ist als Gold. Seit 1990 ist das Verhältnis umgekehrt. In beiden Marktphasen – erst enormer Bullenmarkt und dann Crash – konnte mit dem Spread Geld verdient werden. Und das nicht zu knapp.

    Seit 1996 bildet sich eine interessante Formation beim Gold/Silber Verhältnis aus. Es scheint sich bei einem Verhältnis von 40 ein Boden zu bilden. Kostet Silber also nur ein Vierzigstel von Gold, ist das momentan eine gute Wette auf Silber short und Gold long. Hier hilft auch wieder der Blick auf die Korrelation. Ungewöhnlich hohe bzw. niedrige Verhältnisse wurden immer dadurch korrigiert, dass die beiden Edelmetalle kurzzeitig gegeneinander liefen.

    Wie bereits eingangs erwähnt, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sie könnten auf scheinbar beliebige Spreads wetten, wie etwa dem Kakao-Kaffee Arabica Spread. Kaffee ist normalerweise teurer als Kakao. Ist das einmal nicht der Fall, sind das hervorragende Gelegenheiten für Spread-Trades

    Etwas weniger exotisch ist das Spread-Trading entlang des Konjunkturzyklus. Es stehen Anlegern Sektorenindizes zur Verfügung, z.B. zyklische Werte gegen Pharmawerte, Banken gegen Telekommunikation etc. Zu Beginn eines Aufschwungs macht es z.B. Sinn, defensive Werte wie Versorger zu shorten und Konsumgüter long zu gehen. Ich habe im nächsten Chart das Beispiel DJIA vs. Dow Jones Transportation Average gewählt. Im Aufschwung outperformed der DJTA den DJIA und im Abschwung performed der DJIA besser als der DJTA. In dieser extremen Langzeitbetrachtung von 110 Jahren kann man noch etwas Interessantes erkennen. Bis ca. 1920 stand der DJTA über dem DJIA. Seitdem wurde das Verhältnis umgekehrt. Das zeigt das Ende des Transports als überwiegender Treiber des Wirtschaftswachstums.

    Zusammenfassend möchte ich zwei Dinge festhalten. Zum einen kann man mit Spread-Trading anständige Renditen erwirtschaften. Zum anderen, und das ist wahrscheinlich der größte Vorteil, kann diese Rendite unabhängig von der Marktrichtung erzielt werden. Für eine Investitionsentscheidung muss keine so aufwendige Analyse betrieben werden wie in diesem Artikel. Sie können einfach zwei Basiswerte in einem Chart gegenüberstellen, um zu sehen, wie die relative Performance ist. Auf godmode-trader.de können Sie sich übrigens auch mit wenigen Klicks die Korrelation von Basiswerten anzeigen lassen. So lässt sich relativ schnell und bequem ein Basiswertpaar analysieren.

    Viel Erfolg

    Clemens Schmale

    Technischer Analyst bei GodmodeTrader.de

    Die BörseGo AG als bester Arbeitgeber München 2012 ausgezeichnet.

    Wir sind wir, wir sind die BörseGo AG : http://bit.ly/orOLok

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