Der Shanghai-A-Aktienindex, der festlandchinesische Aktien umfasst, brach vor Weihnachten aus Trendfolgesicht seinen Aufwärtstrend seit Anfang des Jahres 2009:

Ich vermutete, dass China ein Vorbote für die westlichen Aktienmärkte sein wird. Das wäre vielleicht auch ohne LTRO der EZB so gewesen. Hier funkt jetzt aber die Liquidität dazwischen, und ich lag mit meiner Vermutung falsch. Richtig ist jetzt, dass sich die westlichen Märkte von China abkoppeln.

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Bei China muss man wissen, dass es keine freie Wirtschaft ist: Dort wird alles gesteuert. Seit einem Jahr wird das Wachstum nach unten geregelt über drakonische Geldpolitik. Wenn die wollten, dann würden sie die Geldpolitik wieder lockern und damit das Wachstum stützen. Die fürchten sich allerdings davor, dass in der politischen Übergangsphase, in der sie sich derzeit befinden, die Inflation dazwischenfunkt.

Daher werden die chinesischen Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes (Veröffentlichung am Ostermontag) sehr wichtig werden. Die Inflationsdaten aus China sind ein Gradmesser für den Handlungsspielraum, den die People\'s Bank of China in Sachen Geldpolitik hat. Und sie benötigt möglichst viel Handlungsspielraum, weil vor allem auf dem Exportmarkt die Perspektiven trübe sind und die Abwärtsrisiken für das Wachstum damit steigen...wenn die Märkte wahrnehmen, dass der Handlungsspielraum sinkt (etwa durch überraschend steigende Inflationszahlen am Montag), dann hätte das das Potenzial, die Rally auch an den westlichen Märkten und vor allem bei Rohstoffen abzuwürgen. Gute Daten hingegen könnten die Hoffnung auf eine baldige Lockerung der Geldpolitik in China nähren und für einen Kursschub sorgen. Vergessen Sie in Sachen Daten bitte auch nicht die US-Arbeitsmarktdaten, die an Karfreitag um 14:30 Uhr kommen werden.

Übrigens: Die Handelszeiten am DAX über Ostern sind wie folgt:

Karfreitag: Xetra + Wall Street geschlossen

Am Karfreitag kommen um 14:30 Uhr die wichtigen US-Arbeitsmarktdaten für März!

Ostermontag: Wall Street geöffnet, Xetra geschlossen!

Am Montag kommen die wichtigen Inflationsdaten aus China!

Daraus kann man nun folgern: Wer am Donnerstag im DAX noch long oder short geht, kann am Dienstag ein böses (gutes) Erwachen haben. Davor gibt es keine Möglichkeit, aus der Position rauszugehen, obwohl wichtige Wirtschaftsdaten kommen werden.

Autor: Jochen Stanzl

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