So überraschend positiv das Jahr mit dem besten Monat der DAX-Historie begann, so negativ endete mit der schlechtesten Monats-Performance aller Zeiten von sieben Prozent der „Wonnemonat“ Mai. für den deutschen Leitindex. Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Euroschuldenkrise mit den vorrangigen Problemen in Griechenland und Spanien lässt derzeit wenig Spielraum für Optimismus. Alles was zählt, ist Sicherheit, selbst wenn es dabei kaum noch eine Rendite zu verdienen gibt. Doch Fondmanager wie Dr. Jürgen Meyer von SEB Asset Management sehen das Ganze etwas differenzierter. Für den Aktienmarkt-Strategen stellen zahlreiche Titel wegen der „fantastischen Gewinnsituation“ vieler Unternehmen geradezu Schnäppchen dar, wenn man sie mit 1999 vergleicht, als der DAX auf ähnlich niedrigem Niveau stand. Entscheidend ist also nur die Perspektive, die man als Anleger zugrunde legt. Aber wer ist heutzutage schon wirklich bereit, zehn oder mehr Jahre zu warten, bis sich fundamentale Kriterien auch in einer entsprechenden Rendite niederschlagen.

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    Da haben es Zertifikateanleger schon bedeutend leichter als einfache Aktionäre. Denn für sie ist die wieder stark gestiegene Unsicherheit an den Märkten ausgedrückt in der Kennziffer Volatilität nicht etwa der Zeitpunkt, um sich verschreckt von den Märkten abzuwenden, sondern im Gegenteil erst der Startschuss für die Jagd nach den wahren Schnäppchen. Geht das „Angst-Barometer“ hoch, schießen bei Discountern auch die Rabatte nach oben und steigen demzufolge die Renditen. Ähnlich sieht es bei anderen Produkt-Typen aus, bei denen Volatilität „verkauft“ wird, wie z.B. bei gedeckelten Bonus-Zertifikaten. Zwar verzichtet der Investor hier wegen des Caps auf eine weitere Performance, jedoch verbilligt sich das jeweilige Papier im Gegenzug durch die höhere vereinnahmte Optionsprämie und ermöglicht dadurch häufig erheblich bessere Chance-Risiko-Profile, als bei einer einfachen Aktienanlage. Dies erbrachte auch die ganz aktuelle Discount-Langzeitstudie der Deutschen Bank, nach der sich von über 50.000 untersuchten Produkten fast 69 Prozent besser als der zugrunde liegende Basiswert entwickelten. Knapp 22 Prozent erzielten dabei sogar eine positive Rendite, obwohl das Underlying gleichzeitig einen Verlust aufwies.

    Abhängig von der jeweiligen Ausstattung eignen sich Rabatt-Papiere in erster Linie für eine Erwartung seitwärtslaufender bis leicht steigender oder fallender Märkte. Wählt man bei einem Discounter sogar einen extrem weit unter dem aktuellen Basiswertkurs fixierten Cap, kann das Papier in Zeiten historisch niedriger Zinsen beispielweise auch als eineArt „Festgeldersatz“ dienen, wenngleich nicht oft genug betont werden kann, dass es sich selbst bei einem sehr hohen Abschlag immer noch um ein Aktieninvestment handelt. Wie die unten aufgeführten Papiere zeigen, lassen sich mit sehr defensiven klassischen DAX-Discountern auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten derzeit Renditen zwischen drei und vier Prozent p.a. erzielen. Wählt man als Basiswert den Euro STOXX 50 Kurs-Index sind sogar Werte von über vier Prozent p.a. drin. Der Einstieg erfolgt dabei mit einem Abschlag von weit über 40 Prozent, was selbst bei einer weiteren Eskalation der Schuldenkrise noch einen hohen Sicherheitskomfort darstellen sollte.

    WKN.

    Emittent

    Basiswert

    Typ

    Cap

    Discount

    Rendite max.

    Laufzeit

    GS

    DAX

    Discount Classic

    3.400

    44,99%

    3,70% p.a.

    10.04.13

    GS7KC5

    GS

    DAX

    Discount Classic

    3.500

    42,62%

    3,41% p.a.

    12.12.12

    BP3Y7G

    BNP

    Euro STOXX 50

    Discount Classic

    1.200

    44,74%

    4,38% p.a.

    19,04.13

    GS24UU

    GS

    Euro STOXX 50

    Discount Classic

    1.200

    43,83%

    4,09% p.a.

    12.12.12

    GT0751

    Sehr konservativ ausgestattete Capped-Bonus-Zertifikate bieten im Vergleich zur Discount-Variante von der Rendite her sogar noch deutlich mehr. Greift man zu Produkten mit einem Puffer von mehr als 50 Prozent gegenüber dem aktuellen Referenzkurs, winkt dem Anleger beim DAX immer noch eine Seitwärtsrendite von über fünf Prozent p.a., beim Euro STOXX 50 je nach Fälligkeit sogar von sechs bis acht Prozent p.a. Allerdings gilt es hier zu beachten, dass die Barrieren, so weit entfernt sie auch sein mögen, die gesamte Laufzeit über angreifbar sind, während bei Discountern das Stichtagsprinzip gilt. Außerdem ist das relativ geringe Abgeld bei dem Erwerb der Bonus-Papiere mit den hohen Abschlägen der Discounter nicht vergleichbar.

    WKN.

    Emittent

    Basiswert

    Typ

    Barriere

    Puffer

    Rendite max.

    Laufzeit

    TB6ZZD

    TUB

    DAX

    Bonus Capped

    2.800

    53,28%

    5,46% p.a.

    15.03.13

    TB6ZZ8

    TUB

    DAX

    Bonus Capped

    2.900

    51,61%

    5,13% p.a.

    21.12.12

    BP361N

    BNP

    Euro STOXX 50

    Bonus Capped

    1.000

    52,20%

    8,01% p.a.

    17.05.13

    BP36UL

    BNP

    Euro STOXX 50

    Bonus Capped

    1.000

    52,20%

    6,46% p.a.

    21.12.12

    Der BörseGo Tipp:

    Während bei einer Direktanlage das Timing gerade jetzt große Probleme bereitet, kommt die steigende Volatilität insbesondere Discount- und Capped-Bonus-Zertifikaten sogar noch entgegen und steigert deren Attraktivität erheblich. Selbst konservative kurz-. bis mittelfristig orientierte Investoren können dadurch Renditen weit über dem im Übrigen gar nicht mehr so risikolosen Zins erzielen.

    Autor: Armin Geier, http://www.godmode-trader.de/zertifikate

    Bitte vergessen Sie nicht, sich an unserer wöchentlichen Zertifikate-Umfrage unter dem folgenden Link zu beteiligen: http://www.godmode-trader.de/Zertifikate