Der Silberpreis geht derzeit durch die Decke, wie man an einer Wertentwicklung von fast 20 Prozent auf Monats- und rund 140 Prozent auf Jahresbasis unschwer erkennen kann. Immer mehr Spekulanten springen noch auf den bereits in rasender Fahrt befindlichen Zug auf und wollen schon bald die 50 US-Dollar auf dem Kurszettel sehen, nachdem mit 49,55 US-Dollar das bisherige Hoch aus dem Jahre 1980 kurzzeitig um zehn Cent überboten werden konnte. Allerdings mahnt die starke Volatilität der letzten Tage durchaus zur Vorsicht und die Stimmen werden immer lauter, die an die Spekulationsblase der Gebrüder Hunt erinnern, die den Kurs in den 1970er-Jahren in Wild-West-Manier von 1,50 US-Dollar bis auf 49,45 US-Dollar hochgetrieben hatten, bevor das Kartenhaus in sich zusammenfiel und das „clevere" Brüderpaar auf einem Haufen von Schulden saß. Zwar muss es diesmal nicht soweit kommen, doch muten Sätze vom „Silberjungen", einem besonders für Silber bullischen Börsenbrief wie „das Edelmetall kann in den nächsten Jahren um 1.000 Prozent steigen, aber nur um 100 Prozent sinken", schon sehr bedenklich an. Immerhin rät Silberexperte Thorsten Schulte gegenüber dem „DAF" auf dem aktuellen Niveau keine spekulativen Engagements über Hebel-Papiere mehr einzugehen, da eine Korrektur bis auf 30 US-Dollar durchaus anstehen könnte, bevor es weiter nach oben geht. Auch andere Rohstoffspezialisten trauen dem silbernen Metall gerade wegen seines zusätzlichen Industriemetall-Charakters mittelfristig noch deutlich mehr zu als dem vielzitierten Krisenmetall Gold und setzen auf eine weitere Verringerung des Verhältnisses zwischen Gold- und Silberpreis.

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    Auch der Zertifikatemarkt bietet eine ganze Reihe an Produkten, die sich direkt auf Silber als Basiswert beziehen, wenn gleich die Auswahl deutlich geringer als bei Gold ausfällt, auf die besonders zahlreichen spekulativen Hebel-Produkte, die sich nur für ausgesprochene Spekulanten eignen, sei hier nur am Rande verwiesen. So können Investoren in erster Linie über einfache Endlos-Tracker wie z.B. von der Commerzbank (CK0S5C) eins zu eins auf eine steigende Notierung setzen und dabei z.B. auch noch das Währungsrisiko ausschalten. Wer auf Kapitalschutz Wert legt, findet derzeit wegen des bereits stark gestiegenen Preises kaum einen interessanten Ansatzpunkt am Silbermarkt, da die vorhandenen Produkte schon lange an der Börse gehandelt werden und deshalb weit über das Sicherheitsniveau hinaus gelaufen sind. Bleibt allenfalls die Möglichkeit eines Teilschutzes über ein klassisches Bonus-Zertifikat. Wer jedoch in diesem Zusammenhang auf eine Seitwärtsrendite schielt, muss schnell einsehen, dass es die wegen der starken Kurszuwächse im momentanen Umfeld im positiven Sinne kaum gibt, es sei denn man würde auf eine gecappte Variante setzen. Auch hier werden die meisten angebotenen Produkte ebenso wie die verfügbaren Discount-Papiere mit ihren verbleibenden relativ geringen Seitwärtsrenditechancen dem möglicherweise noch vorhandenen enormen Kurspotential in keiner Weise gerecht. Eine Ausnahme bilden die ganz aktuellen Capped-Bonus-Produkte der DZ-Bank mit einer maximalen Seitwärtsrendite bei dem offensivsten Papier (DZ2WDR) von über 17 Prozent p.a. bzw. gut 50 Prozent bis zum Laufzeitende im November 2013.

    Die angebotenen klassischen Bonus-Produkte haben neben der meist nicht mehr ganz zeitgemäßen Ausstattung mit einem Problem zu kämpfen, dem Aufgeld, das im Falle eines Schwellenbruchs mit entsprechend negativem Ausgang den Verlust noch zusätzlich erhöht. Dies zeigt sich an dem aktuellsten Produkt der Commerzbank mit einer Barriere von 25 und einem Bonusniveau von 50 US-Dollar, das momentan zu einem Briefkurs von 49,18 Euro gehandelt wird. Die Seitwärtsrendite beträgt bei dem währungsgesicherten bis Ende 2012 laufenden Papier nicht einmal zwei Prozent. Bei anderen Zertifikaten müssen sogar zum Teil relativ hohe negative Bonusrenditen in Kauf genommen werden, was dadurch letztendlich nur einen partiellen Schutz gegenüber noch stärkeren Abschlägen beim Silberpreis ermöglicht. Da in diesem Fall kleinere Rücksetzer ohnehin vom Anleger selbst getragen werden müssen, könnten Investoren, die nur mit mäßigen Rückschlägen rechnen, alternativ gleich zu einem Endlos-Tracker auf den Silberpreis greifen. Sollte die derzeitige Volatilität weiter anhalten, könnte auch der eine oder andere Discounter wieder hervorgeholt werden, der vor ein paar Tagen noch kaum renditewirksam war.

    Hier eine Auswahl währungsgesicherter Silber-Zertifikate: (Stand: 03.05.2011)

    Emit.

    WKN

    Silber-Zertifikate

    Seitwärts-Rendite (%)

    Laufzeit

    Geld (€)

    Brief (€)

    COBA

    CK0S5C

    Silber-Tracker

    -

    Endlos

    44,80

    44,81

    COBA

    CZ332Y

    25/50 Bonus klassisch

    1,67

    28.12.12

    48,18

    49,18

    SG

    SG106Z

    24/45 Bonus klassisch

    (-5,06)

    04.01.13

    46,46

    47,40

    COBA

    CZ332X

    30/40 Bonus klassisch

    (-13,36)

    26.06.12

    45,17

    46,17

    DZ

    DZ2WDR

    30/63,8 Bonus-Capped

    50,37

    27.11.13

    42,23

    42,43

    DZ

    DZ2WDK

    30/52,8 Bonus-Capped

    27,69

    27.11.12

    41,15

    41,35

    SG

    SG106H

    24/41 Bonus-Capped

    12,70

    04.01.13

    35,66

    36,38

    SG

    SG131S

    38 Discount-Zertifikat

    13,91

    22.06.12

    33,30

    33,36

    Autor: Armin Geier, http://www.godmode-trader.de/Zertifikate

    Bitte vergessen Sie nicht, sich an unserer wöchentlichen Zertifikate-Umfrage unter dem folgenden Link zu beteiligen: http://www.godmode-trader.de/zertifikate