Morgen früh um 3:30 Uhr deutscher Zeit werden die australischen Arbeitsmarktdaten für den Monat April veröffentlicht. Analysten erwarten hier eine Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent, nach zuvor 5,2 Prozent. Im Zuge der Veröffentlichung könnte es über Nacht zu stärkeren und vielleicht auch nachhaltigen Kursbewegungen im Austral-Dollar kommen. Ein guter Grund, um sich die Chartsituation gegenüber dem Euro etwas genauer anzusehen. Was bei der Betrachtung des Charts des EUR/AUD als erstes auffällt ist die Kursschwäche des Austral-Dollars gegenüber dem Euro in den letzten drei Monaten. Selbst nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland und der daraus entstandenen Sorge einer politischen Destabilisierung der Eurozone und damit des europäischen Fiskalpaktes, behält der Euro seine charttechnische Stärke gegenüber dem Austral-Dollar bei. Dies hat wohl auch etwas damit zu tun, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar seit Monaten in der engen Range zwischen 1,32 USD und 1,30 USD pendelt, während sich der Wechselkurs des AUD/USD in den letzten drei Monaten von etwa 1,08 USD auf Kursniveaus unterhalb von 1,01 USD bewegt hat. Im pazifischen Raum scheinen die Sorgen einer nachhaltigen Wachstumsentschleunigung Chinas um sich zu greifen. Davon kann sich auch die australische Wirtschaft nicht abkoppeln. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass am Freitag wichtige makroökonomische Daten aus China erwartet werden, die ebenfalls ihre Wirkung auf dem Austral-Dollar haben werden. Unter anderem werden der chinesische Konsumentenpreisindex und die Industrieproduktion Chinas gemeldet. Wer also das Währungspaar EUR/AUD traden möchten, der kann in den nächsten zwei Tagen auf eine erhöhte Volatilität hoffen.

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Der Chart des EUR/AUD zeigt uns ein charttechnisches Aufwärtsdreieck, dessen obere Begrenzung bei 1,2925 AUD verläuft. Sollte der Wechselkurs im Zuge der anstehenden Makrodaten der nächsten Tage über diese Barriere springen, dann könnte eine erhöhte Kursdynamik dazu führen, dass das Währungspaar bis in den Bereich von 1,32 AUD läuft. Hier befindet sich ein erster kleinerer Widerstand, der aus einer Konsolidierungsphase herrührt, die sich Ende 2011 auf dem Weg nach unten herausgebildet hatte. Sollte dieser charttechnische Widerstand überwunden werden, dann könnten auf mittlere Sicht auch Kursniveaus um 1,38 AUD wieder möglich werden. Erstes Ziel bei einem Ausbruch nach oben bleibt jedoch die Marke bei 1,32 AUD. Im Falle einer Austral-Dollar Stärke, und damit eines Kursrückgangs des EUR/AUD, sollte der Bereich zwischen der Marke von 1,2650 AUD und der Marke bei 1,26 AUD im Auge behalten werden. Hier befindet sich eine Unterstützungszone für das Währungspaar, die nach einem erfolgreichen Durchbruch nach unten Potential bis in den Kursbereich von 1,2150 AUD eröffnet. Bei der Marke von 1,2150 AUD liegen die alten Tiefstkurse des Währungspaares, die dann erneut getest werden könnten.

Oliver Bossmann
Marktexperte bei ETX Capital