Die Royal Bank of Scotland (RBS) rechnet mit einer neuen Krise der Weltwirtschaft und empfiehlt ihren Kunden, alles außer sicheren Staatsanleihen zu verkaufen. Der Stress an den weltweiten Finanzmärkten sei ähnlich wie 2008 vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers.

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    In einer Mitteilung an ihre Kunden schreibt die RBS: „Verkaufen Sie alles außer sicheren Anleihen. Es geht darum, das Kapital zurückzuholen, nicht darum, Rendite auf das Kapital zu erzielen. In einer überfüllten Halle sind die Ausgangstüren klein.“

    Sorgen bereitet der RBS vor allem, dass nicht der Welthandel abnimmt, sondern auch das Kreditvolumen zurückgeht. Gleichzeitig dürfte die Krise in China auch andere Weltregionen anstecken. Die bisherigen Korrekturen seien im Vergleich zu den Kursgewinnen in den vergangenen beiden Jahren noch sehr gering.

    Die Kurse an der Wall Street und an den europäischen Börsen dürften um 10 bis 20 Prozent einbrechen, erwartet Andrew Roberts, Kreditchef bei RBS, laut einem Bericht des britischen Daily Telegraph. Noch stärker als die anderen europäischen Märkte dürfte es die Börse in London erwischen. Wegen des hohen Gewichts von Energie- und Rohstoffaktien sei der FTSE 100 besonders gefährdet, insbesondere wenn Anleger entdeckten, dass die sicher geglaubten Dividenden alles andere als sicher seien.

    Der Ölpreis dürfte laut RBS weiter fallen. Die Analysten sehen bei Brent Crude nach dem Unterschreiten einer wichtigen Unterstützung bei 34,40 Dollar je Barrel ein nächstes Tief bei 16 Dollar je Barrel.

    Die Flucht in sichere Häfen dürfte die Renditen bei Bundesanleihen laut RBS auf ein neues Rekordtief bei 0,16 Prozent drücken. Die Europäische Zentralbank dürfte den Leitzins laut RBS bis auf minus 0,70 Prozent senken.

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