Dow Jones 14.000. Mit der Magie der runden Zahl im Rücken wird es wohl auch beim DAX nicht mehr lange dauern, bis die 8.000 wieder erreicht ist. Sollte der Index sich eine Weile in dieser luftigen Zone etablieren, dann dürften wir an den Börsen das erleben, was landläufig unter dem Namen „Kaufpanik“ bekannt ist.

Anzeige

Nun werden wir deshalb natürlich nicht dem Beispiel vieler Kollegen folgen, die Krise für beendet erklären und astronomische Kursziele hinausposaunen. Ganz im Gegenteil: Schaut man einmal hinter die Kulissen, wie wir das in der Februar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs getan haben, dann erkennt man, wie brüchig diese Börsenhausse ist. Dahinter steht nicht mehr als die Hoffnung auf immer mehr Geld. Und weil die Kurse getrieben von dieser Hoffung „so schön steigen“, schalten viele Menschen ihren Verstand aus und geben sich der Illusion hin, alles sei wieder in bester Ordnung.

Wie wir das aktuelle Geschehen interpretieren:

Wenn die Börse ihre Schäfchen „einlullt“, sie in Sicherheit wiegt und in „Watte packt“, dann wird es am gefährlichsten. Jetzt ist es wieder soweit...

In der Ausgabe vom vergangenen Mittwoch haben wir unseren Lesern nochmals einige Unternehmen vorgestellt, deren Aktienkurse sich in den kommenden Wochen erfreulich entwickeln sollten. Aus heutiger Sicht könnte es für längere Zeit eine der letzten Gelegenheiten sein, noch einmal ordentliche Gewinne an den Börsen einzufahren...

Es liegt in der Natur der Sache, dass wir uns dabei auf Aktien konzentriert haben, die im Moment niemand haben will. Einige Minenwerte sind darunter, denn dort ist die Stimmung derzeit so herrlich lausig, wie wir das besonders gerne haben.

E.ON-Aktie bald einstellig?
Gar nicht beliebt sind derzeit auch die Energieversorger. Und wie an der Börse in solchen Fällen üblich, wird auch dort jetzt stark übertrieben. Beispiel E.ON (ENAG99): Im Moment ist noch kein Ende des „Wasserfalls“ in Sicht.

Das sehr langfristige Bild auf Monatsbasis zeigt allerdings, dass der Kurs demnächst in einigen sehr zentralen Haltezonen ankommen wird. Zunächst ist da die Marke von 12,50 Euro, das Tief vom September 2011 (blaue Markierung in der folgenden Abbildung). Die Zone wurde in dieser Woche wieder erreicht. Dort könnte es zumindest kurzfristig zu einer Gegenbewegung kommen. Doch das ist vorerst nur etwas für nervenstarke Trader.

Noch ein ganzes Stück darunter befindet sich nämlich das Tief aus dem Jahr 2003 (!) bei 11,37 Euro. Achten Sie auf die rote Markierung in der folgenden Abbildung. In einer „schönen“ Übertreibungsphase könnte auch dieser Bereich noch angelaufen werden.

Auf die E.ON-Aktie warten jetzt wichtige Haltezonen...
Dann könnte das anstehen, was an der Börse in solchen Fällen üblich ist: Die Anleger werden vollkommen kopflos weit übers Ziel hinaus schießen. Ob der Kurs dann vorübergehend sogar einstellig werden wird, das lässt sich im Moment nicht beurteilen, aber in einer echten Verkaufspanik wäre das denkbar...

Aus antizyklischer Sicht sind hier jetzt einige Punkte zu beachten:
Die Party an den Börsen, die an den E.ON-Aktien vollkommen spurlos vorübergegangen ist, hat nur noch eine sehr begrenzte „Halbwertszeit“. Irgendwann in diesem Jahr werden die massiven Staatsschuldenprobleme wieder in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Dann werden die Anleger händeringend nach Investments suchen, die auch in Krisenzeiten sichere Erträge versprechen.

Ganz besonders gilt dies in Zeiten rekordtiefer Zinsen: Wenn langfristige Investments in Staatsanleihen oder Festgeld keinen Sinn mehr machen, sollte dies für die Energieversorger ein günstiges Umfeld sein. Selbst bei einer sehr konservativen Gewinnschätzung sollte sich mit den Aktien der Energieversorger auf dem aktuellen Kursniveau langfristig eine Dividendenrendite von vier bis fünf Prozent erzielen lassen. Verglichen mit Staatsanleihen ist das üppig. Über solche Dinge spricht im Moment natürlich niemand, aber auch das wird sich wieder ändern.

Wir würden die weitere Entwicklung hier jetzt ganz gelassen abwarten und ein paar Cashreserven aufbauen, Gelegenheiten gibt es ja genügend - für den Fall, dass sich bei den total zusammengefalteten Aktien Einstiegssignale bilden. Es könnte eine der prächtigsten antizyklischen Investmentchancen seit längerer Zeit werden.

Und was die Jubelstimmung in den Börsensälen angeht: Lassen Sie sich jetzt nicht aufs Glatteis führen und zu übertriebenen Risiken hinreißen: Wenn die Konjunkturentwicklung an den Börsen auch weiterhin eine Rolle spielen sollte, und daran wird niemand ernsthaft zweifeln, dann dürfte sich das Bild spätestens im Sommer deutlich eintrüben.

Deshalb gilt es jetzt, die Augen offen zu halten und sich von der Euphorie, die schon bald um sich greifen könnte, nicht anstecken zu lassen. Denn wie wir bald sehen werden, ist sie noch lange nicht überstanden, die Krise unseres Papiergeldsystems...

Was es dabei jetzt zu beachten gilt, das haben wir in der Februar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs ausführlich dokumentiert. Die Ausgabe ist am vergangenen Mittwoch erschienen.

Anmeldemöglichkeit (1) : Das Drei-Monats-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Anmeldemöglichkeit (2) : Das Jahres-Abo des Antizyklischen Börsenbriefs

Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de