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    10.03.2010 11:40

    Steht es wirklich so schlecht um den Wirtschaftsjournalismus ?

    Von Harald Weygand, Head of Trading bei GodmodeTrader.de
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    1
    17:52 Uhr
    10.03.
    Martin Pachtner
    Um fair zu sein, hier die Reaktion der Angeklagten:

    Forschen nach Belieben: dpa erläutert Berichterstattung zur
    Finanzkrise

    Hamburg (ots) - In einer am Montag von der Otto-Brenner-Stiftung herausgegebenen Studie zur Berichterstattung über die Finanzkrise werden zahlreiche falsche und irreführende Behauptungen über die Berichterstattung der Deutschen Presse-Agentur dpa aufgestellt.

    Die Chefredaktion der dpa stellt dazu fest:

    "Die Studie "Wirtschaftsjournalismus in der Krise- Zum
    massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik" wirft der dpa unter anderem mangelnde Einordnung und Erklärung bei der Berichterstattung über die Finanzkrise, ihre Ursachen und Folgen vor. Zu diesem Ergebnis mussten die Autoren allerdings auch kommen, weil sie unverständlicher Weise jedwede einordnende und hintergründige Berichterstattung der dpa vollständig aus ihrer Studie ausgeschlossen
    haben.

    So genannte Korrespondentenberichte, dpa-Gespräche,
    Hintergründe oder Chronologien, mit denen dpa die zentrale
    journalistische Aufgabe der Orientierung und Einordnung erfüllt,
    wurden ausdrücklich nicht untersucht. Stattdessen stützt sich die
    gesamte Untersuchung nur auf so genannt "Zusammenfassungen".

    Eine "Zusammenfassung" aber kennzeichnet ausdrücklich die komprimierte Darstellung des aktuellen Geschehens, sie ist so ein Ereignis-Stück, nicht automatisch ein Erklärstück. Wer aber die Erklärstücke nicht zur Kenntnis nimmt, sollte auch nicht deren Mangel beklagen.

    Die Studie wirft dpa auch vor, selektiv mit Quellen und Themen
    umzugehen. Um das zu untermauern, bedient sie sich der
    Berichterstattung über 16, von den Autoren vollkommen willkürlich ausgewählten, so genannten "bedeutenden Ereignissen". Um zu dem augenscheinlich gewünschten Ergebnis zu kommen, dehnen die Autoren zudem den Untersuchungszeitraum auf zehn Jahre aus.

    Am Ende fußt die Untersuchung so auf einem Kanon von immerhin 212 Meldungen. Zur Erinnerung: Der dpa-Basisdienst besteht aus etwa 800 Meldungen am Tag, im Untersuchungszeitraum also aus mehr als 2,5 Millionen
    Meldungen. Aus der ohnehin dünnen Grundgesamtheit werden dann wieder nur "passende" Passagen zitiert, ohne den Berichterstattungsfeed insgesamt in seiner Fülle zu würdigen.

    Die Frage nach der Unabhängigkeit und den Aufgaben der Medien in politischen und ökonomischen Krisensituationen ist bei dpa Bestandteil der täglichen Arbeit. Dass dpa sich ihrer Verantwortung dabei bewusst ist, zeigt sich auch sehr konkret bei dem Thema, mit dem sich die Studie angeblich befasst, auch wenn unklar bleibt, ob sie sich auf die Finanzmarktpolitik beschränkt oder auf die Berichterstattung über Entwicklungen auf den Finanzmärkten und die pro- oder reaktive Begleitung durch die Politik.

    Der Vorwurf, schlechte Nachrichten würden mit
    Beruhigungsformeln relativiert, verkennt die grundsätzliche Pflicht der Agentur, jeweils alle möglichen Positionen zu Wort kommen zu lassen.

    (....) gekürzt.

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