Hüten Sie sich also davor, einen Automatismus zu sehen, wo keiner ist. Details anbei ...

Beitrag von Rene Berteit :
Sehr geehrte Traderinnen und Trader,
wie Sie wahrscheinlich schon dem ein oder anderen Beitrag im Ausbildungspaket entnehmen konnten, bin ich kein großer Freund des oft zitierten Chance-Risiko-Verhältnisses, zumindest nicht im herkömmlichen Sinn.
In diesem Zusammenhang wird ein Trade vor dem Hintergrund bewertet, wie groß das Potential zum eingegangenen Risiko ist. Kaufen Sie eine Aktie beispielsweise bei 100,00 Euro und haben ein Stopploss bei 95,00 Euro gewählt, hat dieser Trade ein Risiko von 5,00 Euro pro gekaufter Aktie. Sehen Sie nun aufgrund von Trendlinien o.ä. ein Ziel bei 110,00 Euro, besteht eine Chance von 10,00 Euro pro gekaufter Aktie. Das Chance-Risiko-Verhältnis als Quotient der beiden Größen beträgt 2.
Für die Frage, ob ein Trade durchgeführt werden darf, ist oft zu lesen, dass nur Chance-Risiko-Verhältnisse (kurz: CRV) von 2 oder besser 3 interessant sind. Ein Trader, der dieser Regel folgt, braucht nun nur noch Trefferquoten von 33,3% (ohne Kosten) bzw. 25%, um profitabel zu handeln, so die Kernargumentation.
An dieser Argumentation ist theoretisch nichts auszusetzen. Werden immer drei mal so große Gewinne realisiert, wie Verluste, kann sich der Trader nach einem Gewinntrade drei Verluste leisten und steht immer noch Plus/Minus null da. Das sollte doch zu machen sein, oder?
Was in der Theorie so fein klingt, ist in der Praxis jedoch alles andere als einfach. Vor allem ein Tradingeinsteiger könnte bei dieser Aussage schnell auf den Gedanken kommen, automatisch profitabel zu traden, wenn er nur einen dreimal so großen Gewinn wie das eingegangene Risiko anstrebt. Schließlich reicht dann eine etwas bessere Trefferquote als 25%, um profitabel zu sein. Leider aber geht bei Weitem nicht jedes "Signal" mit einer solchen Trefferquote einher.
Hüten Sie sich also davor, einen Automatismus zu sehen, wo keiner ist. Untersuchen Sie Ihre Signale in der Vergangenheit genau, ob diese wirklich in der Lage sind, eine solche Leistung zu erbringen. Gerade für einen diskretionär agierenden Trader, der seine Entscheidungen auf immer wechselnden Werkzeugen innerhalb einer charttechnischen Analyse stützt, kann ein solches Denken schnell nach hinten losgehen. Dabei darf an dieser Stelle auch nicht vergessen werden, dass unsere Kursziele sehr subjektiv sind. In Kombination mit Emotionen ist die Gefahr folglich groß, die Chancen schlichtweg zu überschätzen oder sich bei einem ungünstigen CRV einfach ein größeres Ziel zu suchen.
Viel Erfolg
Rene Berteit - Technischer Analyst und Tradingcoach bei GodmodeTrader.de
Berteit verantwortet das Ausbildungspaket bei GodmodeTrader.de :
O-Ton Berteit: "Sie müssen das Trading nicht allein erlernen. Im von mir betreuten Ausbildungspaket begleite ich Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Trader. Webinarreihen, persönliche Fragen per E-Mail, Livetrading, ein Blog und ein umfangreiches Archiv von Beiträgen und mehreren 100 Stunden Videos warten auf Sie. Testen Sie das Ausbildungspaket, verkürzen Sie Ihre Lernzeit und sparen Sie so bares Geld:
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