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Um zu verstehen, welchen Sinn ein Businessplan im Trading hat und wie dieser ausschauen sollte, müssen wir uns den typischen Lernprozess von Tradern anschauen. Dieser ist in der Regel nicht kompliziert. Für jeden von uns gibt es einen ersten Berührungspunkt mit dem Thema Börse. Meist sind dies Aktien, deren starken Renditechancen Einsteigern gerade in ausgedehnten Bullenmarktphasen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Konten sind heutzutage schnell angelegt und ruck-zuck wandern die ersten Aktien ins Depot. Wenn man Glück hat, was in wesentlichen Teilen davon abhängt, in welchem Stadium des Bullenmarktes man mit dem Handel begonnen hat, läuft es eine Weile relativ gut und das Konto wächst. Zu diesem Zeitpunkt gibt es seitens des Einsteigers kaum einen Lerneffekt. Warum auch, man liegt doch im Gewinn.

Die erste Erkenntnis!

Früher oder später aber ändert sich das Marktverhalten. Womit man vorher ordentlich verdienen konnte, funktioniert auf einmal nicht mehr und unser Neuling verliert Geld. Auf der gleichen Lernstufe stehen die Trader, die von Beginn an Ihre Schwierigkeiten hatten. Beide merken, dass es wohl doch nicht so einfach ist, beständig an der Börse Geld zu verdienen. Ihnen wird klar, dass es gewisse Dinge zu lernen gibt.

Jetzt beginnt die große Suche. Auf dieser ist es nur allzu verständlich, dass man von dem Punkt aus losmarschiert, an dem man sich gerade befand. Der hier exemplarisch unterstellte Aktientrader auf Tagesbasis, der seine Positionen bisher „länger“ hielt, wird sich fachliche Hilfe zu genau diesem Themengebiet suchen. Worauf muss ich achten? Wie erkenne ich den Trend? Wann muss ich einsteigen, wo aussteigen? Und wohin mit dem Stopp?

Auf der Suche nach Antworten, landet der Einsteiger schnell beim Profi. Nehmen wir an, er liest als erstes ein Buch zum Thema Aktientrading. Wir unterstellen, dass es sich sogar um ein gutes Buch zu diesem Thema handelt und so erfährt der Lehrling, wie der Profi vorgeht. Er erfährt etwas über Einstiege, Stoppsetzungen, Risiko & Moneymanagement und Psychologie. Nachdem er das Werk quasi auswendig gelernt hat, macht er sich erneut an die Arbeit. Jetzt wird nach der Strategie des Profis gehandelt – zumindest in der Theorie.

Von hier an gestaltet sich der konkrete Tradingprozess recht differenziert. Der eine Trader kann den Signalen der gerade erst gelernten Strategie zwar folgen, ist aber unter Umständen mit der Performance dieser oder der Trefferquote unzufrieden. Ein anderer weicht immer wieder von den Regeln der Profistrategie ab, oftmals zu seinem Nachteil. Auch er ist letztlich mit dem Ergebnis im weiteren Sinn nicht zufrieden. Was immer bleibt, ist das Gefühl: mir fehlt noch etwas!

Die Endlosschleife läuft!

Mit diesem Gefühl nimmt sich der Lehrling das nächste Buch, besucht ein Seminar oder Webinar oder liest einfach im Internet. Gedanklich ist er schon ein wenig breiter aufgestellt. Es muss nicht mehr unbedingt eine Trendstrategie wie bisher sein. Auch Aktien sind keine Pflicht mehr und vom Daytrading hatte er doch nebenher auch noch etwas gelesen.

Was in den folgenden Monaten und Jahren passiert, lässt sich grob zusammenfassen als "Trial and Error"-Prozess. Der Trader lernt beim Profi X, probiert es aus, ist unzufrieden und wendet sich Profi Y zu, um von vorne zu beginnen. Dieser Prozess kann sich tatsächlich über Jahre hinziehen, wobei die Performance in dieser Zeit höchst unterschiedlich ist. Der eine tradet böse im Minus, andere sehen sich zwar keinen horrenden Verlusten gegenüber, aber wirklich zu den Gewinnern zählen Sie auch nicht.

Nicht jeder hält diesen Trial and Error Prozess bis zum Ende durch, aber diejenigen, die dranbleiben, werden früher oder später über Bücher, Seminare, Webinare & Co einen Bereich der Börse kennenlernen, in dem es wirklich besser läuft. Endlich ist man dort angekommen, wo man eigentlich schon immer hinwollte. Man wird erfolgreicher! Schade nur, dass es so lange gedauert hat und die zwischenzeitlich schlaflosen Nächte hätte man sich auch gerne gespart.

Wo liegt das Problem?

Die zentralen Fragen lauten an dieser Stelle: wo liegt das Problem und wie kann ich mich vor dieser Endlosschleife schützen? Bevor wir auf die Ursachen und Lösung zu sprechen kommen, lassen Sie mich den hier beschriebenen Trian and Error Prozess noch einmal zusammenfassen:

Einsteiger lernen vom Profi einen ganz bestimmten Beruf, stellen sich der Prüfung, fallen durch und wenden sich dann dem nächsten Profi mit einem neuen/anderen Beruf zu. Dieser Prozess kann Trader jahrelang gefangen halten, ohne dass sich an der Performance und Zufriedenheit mit dem eigenen Trading etwas ändert. Im von mir betreuten Ausbildungspaket und auf Seminaren treffe ich regelmäßig Trader, die sich schon seit 10 Jahren und mehr mit der Börse in dem hier skizzierten Lernprozess rumschlagen. Sie dürfen selbst einmal überlegen, in wie weit Sie in dieses Raster passen. Wie viele Bücher haben Sie schon gelesen? Wie viele Seminare besucht und wie vielen Profis über die Schulter geschaut? Und, wo stehen Sie aktuell?

Der Businessplan

Genau an dieser Stelle sorgt Ihr ganz persönlicher Businessplan für eine horrende Abkürzung. Dabei können Sie mit diesem nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld sparen und wahrscheinlich wird Ihnen die Frage unter den Nägeln brennen, was denn nun genau der Businessplan ist und was dort alles hineingehört?

Dazu schauen wir auf die Trader, die es geschafft haben, dem Trial and Error Prozess zu entkommen – also auf JEDEN erfolgreichen Trader und stellen uns nur eine Frage: Wann hörte das Suchen auf?

Die Antwort darauf ist sehr einfach: In dem Moment, wo der Trader einen Bereich der Börse kennenlernte, in dem er sich wohl fühlte, wo er sich und seine Stärken und Schwächen perfekt einsetzen konnte, beendeten Profis ihre Suche und lernten von hier an in diesem ganz speziellen Segment des Tradings nur noch in die Tiefe. Genau das ist der Grund, warum Sie 20 Profis an einen Tisch setzen können und feststellen werden, dass jeder von diesen anders handelt, teilweise sogar konträr zueinander.

Quasi am falschen Ort zu sein, ist der Grund, warum nicht alle Turtle Trader (gleich) erfolgreich wurden! Am falschen Ort zu sein, ist der Grund, warum nicht jeder die Ausbildung zum Eigenhändler einer Bank schafft und das, obwohl man in all diesen Fällen von den Besten lernt und andere Teilnehmer der Lerngruppe zeigen, dass man mit jedem Segment der Börse, höchst erfolgreich sein kann.

Mit dieser Erkenntnis sollte klar werden, welchen Nutzen ein Businessplan hat. Er soll Ihnen einen Anhaltspunkt dafür liefern, wo für Sie wahrscheinlich der richtige Ort zu finden ist. Dazu müssen Sie sich ihrer externen und internen Voraussetzungen genauso bewusst werden, wie Ihrer Wünsche und Träume. Wenn Sie diese kennen, können Sie gezielt in dem Bereich der Börse mit dem Lernprozess beginnen, der Ihnen entgegenkommt. Dem Bereich, wo Sie Ihre Stärken und Schwächen als auch Ihre Zeit und Kapital am besten einsetzen können. Auch dann durchlaufen Sie natürlich immer noch einen Lernprozess, aber Sie springen quasi nicht mehr wild durch alle Themengebiete, die die Börse zu bieten hat, um dann irgendwann einmal zufällig bei Ihrer Tradingnische zu landen.

Werden wir konkret

Lassen Sie mich einige Punkte anführen, die meiner Meinung nach für einen Businessplan wichtig sind. Schauen Sie dazu auf Abbildung 1. Scheuen Sie sich nicht, diesen durch eigene, Ihnen wichtig erscheinende Dinge zu erweitern. Behalten Sie einfach Ihr Ziel im Auge, was Sie mit dem Plan erreichen wollen (Abkürzen & Tradingnische) und alles was für Sie dabei hilfreich ist, gehört auch in Ihren ERSTEN Businessplan. Die folgende Abbildung enthält einige wichtige Schlagworte. Leider gibt es der Umfang dieses Artikels nicht her, jedes detailliert zu beschreiben. Hierzu können Sie im Ausbildungspaket vorbeischauen oder im Selbststudium einfach nach den Schlagworten Googlen.

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Der Businessplan steht - und jetzt?

Einen Businessplan zu haben, macht natürlich noch nicht erfolgreich. Wichtig ist jetzt, mit diesem zu arbeiten. Gehen Sie dabei folgenden Fragen nach:

  1. Was aus der großen weiten Welt der Börse (Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffe, Trendtrading, Swingtrading, Scalptrading, Investieren, Intradaytrading, Charttechnik, Fundamentals…) stellt die größte Schnittmenge mit meiner Persönlichkeit dar? Wo sind die wenigsten Kompromisse einzugehen? Dies ist Ihre Start-Tradingnische!
  2. Wo gibt es bereits heute erkennbare Reibungspunkte? Dies könnten Themen werden, die zukünftig Schwierigkeiten machen könnten. Wie kann ich diese Reibungspunkte beseitigen?

Zudem sollten Sie daran denken, dass ein Businessplan kein starres Gebilde ist. Sie verändern sich, Ihre Lebensumstände verändern sich, Sie lernen dazu und vieles mehr. All dies führt dazu, dass sich auch Ihr Businessplan im Laufe der Zeit verändern kann. Der Businessplan ist ein Arbeitspapier, der Ihnen helfen soll, sich zu orientieren – sowohl während des Lernprozesses als auch später, wenn Ihr grundlegendes Trading steht.

Ich muss gestehen, dass es gerade für einen Einsteiger im Trading gar nicht so einfach ist, die hier angesprochenen Punkte alleine abzuarbeiten. Letztlich weiß man vielleicht noch nicht einmal, was einem die Börse alles bieten kann und was eventuell zu mir als Trader mit meinen Voraussetzungen passt. Wer diesen Weg nicht alleine gehen möchte, schaut vielleicht einmal im von mir betreuten Ausbildungspaket vorbei. Dort gehen wir jeden der Punkte gemeinsam an. Aber ob nun mit oder ohne Hilfe, ob nun so detailliert wie hier beschrieben oder nur in groben Zügen, sich über sich selbst und seine Voraussetzungen in Form eines Businessplans Gedanken zu machen, wird Ihnen helfen, schneller und zielgerichteter zum erfolgreichen Trader zu werden. In diesem Sinne

Viel Erfolg

Ihr Rene Berteit