• Euroland: Einkaufsmanagerindizes – schlechte Vorgaben für BIP Q2

    Donnerstag 24.05.2012, 14:21 Uhr
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    1. Der vorläufige Wert für den Gesamteinkaufsmanagerindex (Composite) für Euroland ist im Mai um 0,8 Punkte auf einen Stand von 45,9 Punkten gefallen und erreicht den niedrigsten Stand seit knapp drei Jahren. Damit hat sich die Stimmung bei den Unternehmen unerwartet verschlechtert (Reuters-Consensus und DekaBank: 46,0). Zwei Faktoren dürften zu der Entwicklung maßgeblich beigetragen haben. Erstens scheint nun die sich verschärfende Rezession in den Peripheriestaaten, vor allem in Italien und Spanien, die gesamte Eurozone zu durchdringen. Insbesondere gilt dies für Frankreich. Zweitens bringen die Daten erste Verunsicherungen im Zusammenhang mit der sich zuspitzenden Situation in Griechenland und einem möglichen Austritt der Griechen aus dem gemeinsamen Währungsraum zum Ausdruck.

    2. Der Rückgang beim Gesamtindex für Euroland im Mai ist sowohl auf eine Verschlechterung beim Teilindex für die Dienstleister als auch für das verarbeitende Gewerbe zurückzuführen. Beide Teilindizes sind unerwartet gefallen. Besonders enttäuscht hat in diesem Zusammenhang der für das verarbeitende Gewerbe. Dort fiel der Indikator auf 45,0 Punkte (Reuters-Consensus: 46,0; DekaBank: 46,2) und erreicht damit den niedrigsten Stand seit 35 Monaten. Im Dienstleistungssektor liegt der Indikator bei 46,5 Punkten (Reuters-Consensus und DekaBank: 47,0).

    3. Mit den vorläufigen Eurolanddaten wurden auch vorläufige Zahlen für Deutschland und Frankreich gemeldet. Die Gesamtindizes sind ebenfalls in beiden Ländern zurückgegangen. Dort kam der Abwärtsdruck allerdings aus dem Teilindex für das verarbeitende Gewerbe. Denn sowohl der deutsche Dienstleisterindex (52,2 Punkte) als auch der aus Frankreich (45,2 Punkte) blieben unverändert. Die große Enttäuschung war der starke Rückgang beim deutschen und französischen Teilindex für das verarbeitende Gewerbe.

    In Deutschland fiel der Index auf 45,0 Punkte (-1,2 Punkte) und in Frankreich auf 44,4 Punkte (-2,5 Punkte). Damit erreichen beide den niedrigsten Wert seit knapp drei Jahren. Beide Länder tragen auch die Hauptverantwortung für den Rückgang des Index für das verarbeitende Gewerbe in Euroland. Bei den Dienstleistern tragen die Hauptlast des Rückgangs in Euroland allerdings die Peripheriestaaten. Im Rest der Europäischen Währungsunion (EWU) sollte sich der Index für die Dienstleister im Schnitt um 1,1 Punkte verschlechtert haben. Beim verarbeitenden Gewerbe ergibt sich im Durchschnitt eine Stagnation für die restlichen Länder. Mit diesen Vorgaben scheint es ausgemacht, dass die Einkaufsmanagerindizes für Italien und Spanien auch im Mai deutliche Rezessionssignale aussenden werden und keinen Hoffnungsschimmer bieten könne.

    4. Die Aussichten für das zweite Quartal haben sich weiter eingetrübt. Die Hoffnung eines Anstiegs der Wirtschaftleistung, nach der BIP-Stagnation im ersten Quartal, hat einen deutlichen Dämpfer bekommen. Die Einkaufsmanagerindizes haben sich im Mai überraschend verschlechtert und senden ein klares Rezessionssignal aus.

    Quelle: DekaBank

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