Den Haag (BoerseGo.de) – Mit Fusionsgerüchten und der Prüfung von Verkaufsoptionen versucht sich die niederländische Telefongesellschaft KPN gegen eine Offensive der mexikanischen America Movil zu wehren. Am Freitag teilte KPN mit, strategische Optionen für die deutsche Mobilfunktochter E-Plus – drittgrößter Anbieter am Markt – zu prüfen. Gerüchten zufolge erwägen KPN und die spanische Telefonica darüber hinaus, ihre beiden deutschen Mobilfunktöchter E-Plus und O2 zu fusionieren. Infolgedessen stiegen die Aktienkurse beider Mütter leicht.
Erst gestern hatte die Telefonica mitgeteilt, einen O2-Börsengang zu prüfen. Unterdessen ist KPN alles recht, was belegt, dass das Angebot der Mexikaner von 8 Euro je Aktie weit unter dem eigentlichen Unternehmenswert liegt. Die Absichten des mexikanischen Unternehmens seien weiterhin unklar, sagte KPN-Chef Eelco Blok. America Movil will seinen Anteil von 5 Prozent auf 27,7 Prozent aufstocken, weigert sich indes jedoch, sich in einem Aktionärspakt an KPN zu binden. Der Anteil der Mexikaner würde dann ausreichen, um KPN strategisch zu dominieren. Daher rät Blok seinen übrigen Aktionären dringend davon ab, auf das Angebot einzugehen, zumal es ja ohnehin dem wahren Wert der KPN nicht gerecht werde.
Die Fusionsgerüchte wurden noch von einer Analyse der Citigroup unterstützt. Die Analysten errechneten Synergien aus einer Fusion der beiden deutschen Mobilfunkmarken E-Plus und O2 in Höhe von 3,1 Milliarden Euro. Wie Bloomberg berichtete, sei das wichtigste dabei, dass die KPN-Aktionäre bereit sein müssten, auf eine Transaktion zu warten, die von den Aufsichtsbehörden blockiert werden könnte.



