• 2012: Start der Super-Hausse?

    Freitag 30.12.2011, 15:09 Uhr
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    Was für ein bewegtes Jahr: Die Rettung des Euro um Haaresbreite und der gerade noch verhinderte Kollaps Griechenlands waren die alles beherrschenden Themen der zurückliegenden zwölf Monate. Und 2012 verspricht mindestens so turbulent zu werden. Stehen wir dabei vor Veränderungen, die wir uns heute nicht einmal ansatzweise vorstellen können? Die Zeiten wären danach...

    Im kommenden Jahre darf ich mein 30jähriges Börsenjubiläum feiern. Da ich glücklicherweise zwar im mittleren Alter, aber beileibe noch kein Methusalem bin, liegt das schlicht daran, dass ich schon als Schüler damit begonnen hatte, mich mit der Börse, dieser launischen Diva zu beschäftigen.

    1982 machte ich meine ersten Gehversuche auf dem glatten Börsenparkett. Seinerzeit musste man die Aktienkurse des Vortages (!) noch mühsam aus dem Wirtschaftsteil der Tageszeitung herausklauben. Ich habe sie damals mit Bleistift und Radiergummi in ein Schulheft eingetragen. Etwas aktueller waren nur die Kurse, die man den Schaufenstern von Banken oder Sparkassen entnehmen konnte. Wenn man Glück hatte, dann waren die Notierungen dort erst ein paar Stunden alt. Ein schwieriges Pflaster für Trader...

    Die Börsensteinzeit endete mit der Einführung der Telebörse. Wenige Wochen vor dem Börsencrash des 19. Oktober 1987 wurde die legendäre Sendung, damals noch bei Sat.1, erstmals ausgestrahlt. Jeweils um die Mittagszeit berichtete Urgestein Friedhelm Busch vom Frankfurter Börsenparkett. Das waren noch Zeiten...

    Man sagt ja, das entscheidende Kapital an der Börse sei die Erfahrung. In der gegenwärtigen Lage stimmt das jedoch nur noch zum Teil. Denn während normalerweise Konjunktur- und Marktentwicklungen im Zusammenspiel mit Angst und Gier das Geschehen an den Börsen maßgeblich bestimmen, ist in jüngster Zeit ein Faktor hinzugekommen, der praktisch nicht zu prognostizieren ist:

    Nie zuvor in der jüngeren Börsengeschichte wurde die Entwicklung an den Märkten so stark von politischen Entscheidungen abhängig wie derzeit. Das macht Prognosen für 2012 so schwierig wie nie zuvor: Sollte sich etwa die Bundesregierung dazu durchringen, im kommenden Jahr ihr Nein zu Eurobonds aufzugeben, werden alle Prognosen, die diese Tatsache ausklammern, sofort Makulatur.

    Man ist deshalb gut beraten, sich für die kommenden Monate nicht zu viel vorzunehmen. Kapitalerhalt wird vor Rendite gehen. Wer langfristig an den Aktienmärkten investieren möchte, der kann das tun. Er sollte das sogar tun, denn Aktien sind als Sachwerte dem maroden Papiergeldsystem (Lebensversicherungen, Staatsanleihen, Sparbücher, Festgeld) weiterhin unbedingt vorzuziehen. Aktionäre sollten sich aber ein dickes Fell zulegen: Die Kursschwankungen dürften eher zu- als abnehmen.

    Doch wie könnte das längerfristige Bild aussehen? Als engagierter Börsenberichterstatter ist man ja ständig auf der Suche nach Hinweisen auf die weitere Richtung an den Kapitalmärkten. Ganz besonders in derart undurchsichtigen Zeiten. Sehr hilfreich ist dabei der Austausch mit den Kollegen. Kürzlich habe ich mich ausführlich mit meinem sehr geschätzten Kollegen André Tiedje unterhalten. Viele von Ihnen werden seine legendären Kapitalmarktanalysen auf Basis der Elliott-Wellen-Theorie zu schätzen wissen.

    http://www.godmode-trader.de/Premium/Kommentierung/EW-Finanzmarktanalysen

    Mit Blick auf das kommenden Jahr haben wir eine interessante Entdeckung gemacht: Wer vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und konjunkturellen Entwicklungen heute etwa beim Dow Jones einen Einbruch auf 6.000 oder 7.000 Punkte vorhersagen würde, dem würden die Menschen das abnehmen. Klar, denn Eurokrise, Schuldenberge auf der ganze Welt, dazu noch die politischen Unruheherde im Nahen Osten, wer rechnet da schon mit steigenden Aktienkursen?

    Umgekehrt würde nur ein müdes Lächeln ernten, wer im gegenwärtigen Umfeld prognostizierte, der Weltleitindex werde in den kommenden Jahren auf 20.000 oder noch mehr Punkte ansteigen. Dabei wäre das aus wellentechnischer Sicht durchaus möglich, wie Kollege Tiedje herausgefunden hat, so viel darf ich an dieser Stelle verraten.

    Doch auch aus dem Blickwinkel der antizyklischen Marktanalyse hat die Prognose ihre Reize: Jene Szenarien, mit denen niemand rechnet, haben an der Börse nämlich ganz besonders gute Chancen, Realität zu werden. Startet im kommenden Jahr also eine Super-Hausse, bei der die Aktienkurse trotz schlechter Nachrichten geradezu durch die Decke gehen?

    In der Januar-Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs werden wir uns unter anderem mit dieser Frage beschäftigen.

    Doch vorher wird ordentlich gefeiert: Wir wünschen allen unseren Lesern an dieser Stelle ein glückliches, erfolgreiches und vor allem gesundes Neues Jahr!

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    Zum Autor:

    Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de

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