SCHANGHAI (Dow Jones) - Die Börse in Schanghai hat sich am Dienstag von frühen Verlusten wieder erholt und freundlich geschlossen. Händler verwiesen auf Anschlusskäufe bei Banken- und Immobilienwerten nach der geldpolitischen Lockerung Pekings vom Wochenende. Für etwas Unterstützung habe auch die Einigung der Eurozone auf das lang ersehnte zweite Hilfspaket für Griechenland gesorgt. Allerdings sei das Ergebnis wie erwartet ausgefallen. Der Shanghai Composite Index legte um 0,8 Prozent auf 2.381 Punkte zu, während der HSI in Hongkong 0,3 Prozent auf 21.479 Punkte gewann.
Nachdem die geldpolitische Richtung Chinas bestätigt wurde, "sind Gelegenheitskäufe zu erwarten gewesen, zumal sich der chinesische Markt seit Beginn des Jahres schlechter entwickelt hat als ausländische Märkte", sagte ein Analyst von Gold State Securities. Dennoch dürfte das Aufwärtspotenzial nach Ansicht des Experten begrenzt bleiben, da die jüngste Anhebung der Mindestreservesätze für Banken um einen halben Prozentpunkt nicht ausreichen werde, um die knappen Liquiditätsbedingungen zu lindern.
Die chinesische Notenbank (PBoC) hatte am Wochenende den Anteil der Reserven, den Geschäftsbanken bei ihr hinterlegen müssen, von 21 auf 20,5 Prozent gesenkt. Damit werden im chinesischen Bankensystem rund 400 Milliarden Yuan oder umgerechnet 63,5 Milliarden Dollar frei, wie Ben Kwong von KGI Asia kalkuliert. Ein Teil dieser Mittel fließt auch an die Aktienbörsen.
Unterdessen haben sich in Europa de Eurozone-Finanzminister auf das lang ersehnte zweite Rettungspaket für Griechenland geeinigt. Das Land erhält wie geplant neue Finanzhilfen über 130 Milliarden Euro, während zugleich private Gläubiger auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Wie hoch die Beteiligung an dem freiwilligen Forderungsverzicht sein wird, ist jedoch noch unklar.
Immobilienwerte profitierten wie schon am Vortag am stärksten von der geldpolitischen Lockerung Pekings. China Vanke stiegen um 1,2 Prozent auf 7,92 Yuan, Gemdale um 1,7 Prozent auf 5,44 Yuan und Poly Real Estate um 2 Prozent auf 10,98 Yuan. Gesucht waren auch Bankenwerte wie Bank of China, die 1,7 Prozent auf 3,08 Yuan gutmachten oder Industrial & Commercial Bank of China (plus 1,4 Prozent auf 4,46 Yuan).
DJG/DJN/kko
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