WIEN (Dow Jones) - Der österreichische Aktienmarkt hat am Donnerstag kräftige Kursgewinne verzeichnet. Der ATX legte um 3,6 Prozent oder 75 Punkte auf 2.139 zu. Für den breiter aufgestellten ATX-Prime ging es um 3,4 Prozent bzw 35 Zähler auf 1.053 nach oben. Umgesetzt wurden 7,24 (Mittwoch: 5,94) Millionen Aktien. "Der Markt wird von den Schwergewichten aus dem Bankenbereich und von OMV nach oben gezogen", meinte ein Händler. Hintergrund der Gewinne sei natürlich die Ankündigung der US-Notenbank gewesen, noch lange an niedrigen Zinsen festzuhalten. Die US-Währungshüter haben auf ihrer Sitzung am Vortag ein geringes Niveau bis mindestens Ende 2014 in Aussicht gestellt - statt wie bisher bis Mitte 2013.
Zudem gab es Hoffnungen auf eine Einigung bei den Verhandlungen über eine Umschuldung Griechenlands. Laut der Zeitung "Ethnos" haben sich die Gläubigerbanken und die Regierung auf eine Kuponzahlung für die neuen Anleihen von 3,75 Prozent geeinigt. Zuletzt hatte nur die Höhe des Kupons beide Lager entzweit. "Natürlich kann es immer wieder Rückschläge geben, aber die Trendwende ist wohl geschafft", fügt der Händler hinzu.
Raiffeisenbank Bank International legten deutlich zu. "Eine Kapitalerhöhung ist unwahrscheinlich geworden," meinte ein Händler. Die österreichischen Raiffeisenbanken haben Fortschritte bei der Deckung der von der Europäischen Bankenaufsicht EBA festgestellten Kapitallücke gemacht. Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) und ihre Muttergesellschaft RZB haben diese bislang um 1,4 Milliarden Euro reduziert. Noch im Dezember hatte die EBA eine Kapitallücke von 2,1 Milliarden Euro für die Raiffeisen-Zentralbankgruppe festgestellt. Raiffeisen Bank International verteuerten sich um 12,1 Prozent auf 27,25 Euro, Erste Bank zogen um 7,6 Prozent auf 17,25 Euro an.
OMV rückten im Sog der starken europäischen Rohstoffwerte um 2,7 Prozent auf 26,18 Euro vor. "Die Entscheidung der US-Notenbank, die Zinsen für lange Zeit niedrig zu halten, belastet den Dollar und treibt die Rohstoffpreise", meint ein Händler. voestalpine verbesserten sich um 4,1 Prozent auf 27,71 Euro.
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