ZÜRICH (Dow Kones) - Mit einem deutlichen Plus hat die Börse in Zürich am Dienstag den ersten Handelstag nach dem verlängerten Wochenende beendet. An Pfingstmontag fand in der Schweiz kein Handel statt. Trotz der positiven Tendenz bleiben die Sorgen um das spanische Finanzsystem und die weiter ungewisse politische Lage in Griechenland übergeordnete Belastungsfaktoren für den Markt, hieß es von einem Händler. Positive Nachrichten kamen dagegen aus China. Hier verdichten sich die Anzeichen, dass Peking die mittlerweile zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ankurbeln will. Der SMI erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 5.915 Punkte. Dabei wurden 36,34 Millionen Aktien gehandelt, nach 38,24 Millionen Titeln am Freitag.
Die Ökonomen der Credit Suisse rechnen damit, dass die chinesische Regierung zur Stimulierung umgerechnet 315 Milliarden Dollar in die Hand nehmen wird. Damit wären die Investitionen etwa halb so hoch wie das Konjunkturprogramm aus dem Jahr 2008. Spanien entwickelt sich dagegen mehr und mehr zum Risiko für die Eurozone. Alleine um die angeschlagene Bankia, das drittgrößte Kreditinstitut des Landes, zu retten, muss Spanien 19 Milliarden Euro aufbringen. Die Sanierung des gesamten Finanzsektors dürfte Ministerpräsident Mariano Rajoy gar 50 bis 60 Milliarden Euro kosten, mutmaßen die Analysten von Nomura. Gleichzeitig geben die Investoren den Iberern jedoch nur noch gegen horrende Zinsen Kredit.
Die Spanien-Sorgen wurden allerdings am Berichtstag ebenso wie ein überraschend schwaches US-Verbrauchervertrauen in den Hintergrund gedrängt. Gestützt wurde das Sentiment am Nachmittag von dem Gerücht, wonach sich die EZB um 18.00 Uhr zur Rekapitalisierung des Bankensystems äußern wird, sagte ein Teilnehmer. Die Bankenwerte zeigten sich überwiegend mit Aufschlägen. So legten Julius Bär um 0,6 Prozent zu und UBS verbesserten sich um 0,6 Prozent. Auch die Aufschläge bei den Index-Schwergewichten stützten das Sentiment. So gewannen Roche 0,1 Prozent, Nestle kletterten um 0,5 Prozent und Novartis stiegen um 0,6 Prozent.
DJG/ros
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