• Angst vor Scheitern der Politik belastet die Kurse

    Montag 25.06.2012, 17:55 Uhr
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    DJ XETRA-SCHLUSS/Angst vor Scheitern der Politik belastet die Kurse

    FRANKFURT--Die Angst vor einem Scheitern des EU-Gipfels zur Schuldenkrise hat den deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn belastet. Der DAX fiel um 2,1 Prozent auf 6.132 Punkten. Der Vierergipfel am Freitag zwischen Bundeskanzlerin Merkel und ihren Amtskollegen aus Italien, Frankreich und Spanien hatte einmal mehr die Gräben zwischen den Deutschland und den anderen drei Ländern verdeutlicht. Zwar sprachen sich die Politiker für Wachstumsinitiativen in Europa aus. In Schlüsselfragen wie einer Vergemeinschaftung der Schulden steht eine Annäherung aber aus. "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es auf dem EU-Gipfel einen Befreiungsschlag geben wird", sagt Jim Reid, Stratege bei der Deutschen Bank.

    Merkel hat die Erwartungen bereits gedämpft. Sie äußerte die Sorge, dass auf dem EU-Gipfel zu viele Forderungen nach gemeinschaftlicher Haftung diskutiert werden. "Haftung und Kontrolle dürfen nicht in einem Missverhältnis zueinander stehen", mahnte Merkel bei einer Veranstaltung des Rates für Nachhaltigkeit in Berlin. Gleichzeitig erneuerte sie ihre Ablehnung von Eurobonds oder Eurobills. Merkel fliegt bereits am Mittwoch zum französischen Präsidenten Francois Hollande nach Paris. Dort soll der Gipfel vorbereitet werden. Die Spannung ist auch deshalb so groß, weil der Gipfel der letzte vor der Sommerpause sein soll.

    Die Renditen für spanische und italienische Anleihen legten wieder deutlich zu, während deutsche Anleihen als sicherer Hafen gefragt waren. Der Bund-Future, der in den vergangenen Wochen deutlich gefallen war, erholte sich merklich. Von einem Ausverkauf am Aktienmarkt kann indes keine Rede sein. Die Umsätze blieben niedrig. Gehandelt wurden an DAX-Titeln auf Xetra rund 135,3 (Freitag: 130,9) Millionen Aktien im Wert von rund 2,56 Milliarden Euro.

    Bankaktien erlitten starke Verluste. Hintergrund war die angespannte Lage Spaniens. Das Land hat formal um Finanzhilfen für seine Banken angefragt. Die EU hat bereits bis zu 100 Milliarden Euro aus den Rettungsschirmen bewilligt. Erste Stresstests der spanischen Banken förderten einen Finanzbedarf von 62 Milliarden Euro zutage. Zudem lasteten auf dem Finanzsektor Berichte spanischer Medien, wonach die Ratingagentur Moody's noch am Montagabend die Einstufungen der Banken Spaniens senken könnte. Die Aktie der Deutschen Bank fiel um 4,1 Prozent auf 27,37 Euro.

    Die HeidelbergCement-Aktie gab um 4,2 Prozent auf 34,98 Euro nach. Hier wurde nach den Gewinnen in der Vorwoche Kasse gemacht. ThyssenKrupp-Papiere litten unter mahnenden Worten der Analysten von J.P. Morgan und fielen um 3,8 Prozent auf 12,20 Euro. Die wenigen Gewinner kamen aus dem Pharmabereich. Der Aktie von Bayer half eine Meldung zu dem Präparat Eliquis von Bristol-Myers Squibb und Pfizer. Die US-Gesundheitsbehörde hat weitere Informationen zu dem Medikament angefordert, das zur Prävention von Schlaganfällen geprüft wird. "Bayer ist ebenfalls auf diesem Gebiet aktiv und profitiert daher von Rückschlägen der Konkurrenz", sagte ein Marktteilnehmer. Das Bayer-Papier zog um 0,2 Prozent auf 52,97 Euro an.

    Die Aktie von Südzucker stieg sogar um 1,7 Prozent auf 26,25 Euro. Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsquartal operativ 263 Millionen Euro verdient, fast 30 Prozent mehr als die Analysten des Bankhauses Lampe erwartet hatten.

     
    INDEX             zuletzt   +/- % 
    DAX              6.132,39  -2,09% 
    DAX-Future       6.133,50  -2,45% 
    XDAX             6.127,96  -2,45% 
    MDAX
                                                                
                                                                      10.024,61  -1,49% 
    TecDAX
                                                                
                                                                       725,52  -2,10% 
    SDAX
                                                                
                                                                       4.730,46  -1,77% 
     
     
    

    Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com

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