DJ XETRA-MITTAG/Athener Hängepartie drückt DAX ins Minus
FRANKFURT (Dow Jones) - Die anhaltende Hängepartie bei den Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland sorgt am Montagmittag für negative Vorzeichen am deutschen Aktienmarkt. "Das war ein verlorenes Wochenende", sagt ein Händler mit Blick auf die abermals ohne Ergebnis gebliebenen Athener Gespräche. Auch der als Maß für die Risikobereitschaft der Anleger geltende Euro gibt nach und wird wieder unter 1,32 Dollar gehandelt. Der Preis für Versicherung gegen den Ausfall fünfjähriger portugiesischer Staatsanleihen markiert gleichzeitig einen neuen Rekordwert.
Bis 13.04 Uhr verliert der DAX 0,6 Prozent oder 37 auf 6.475 Punkte. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 1,0 Prozent oder 102 auf 9.839 Punkte nach unten. Der TecDAX verliert 0,3 Prozent oder 2 auf 743 Punkte. Dabei machen die Anleger vor allem bei Banken und Versicherern Kasse, den Outperformern der vergangenen Wochen. Die Kurse der Stahlwerte schmelzen nach einer enttäuschenden Prognose von KlöCo-Chef Gisbert Rühl zusammen.
Die auf den ersten Blick ordentliche Auktion italienischer Staatsanleihen vom Vormittag hellte die Stimmung aber etwas auf. Das unter seiner Schuldenlast ächzende Land hat mit 7,5 Milliarden Euro nahezu das gesamte angestrebte Volumen von 8 Milliarden Euro unter die Anleger gebracht. Allerdings monierten Beobachter, dass die Nachfrage nicht so hoch gewesen sei wie bei den Auktionen von Schuldtiteln mit kürzeren Laufzeiten in der vergangenen Woche. Vor allem die Liquiditätsschwemme durch den Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank hat dafür gesorgt, dass Staatsanleihen mit Laufzeiten bis zu drei Jahren wie die sprichwörtlichen "warmen Semmeln" weggehen.
Am Nachmittag dürften sich die Blicke der Börsianer dann gen Brüssel richten, wo der Europäische Rat der Staats- und Regierungschefs beginnt. "Resultat wird vor allem ein vorgezogener ESM und der neue 'Fiscal Compact' sein, der wiedergutmachen soll, was der Stabilitätspakt nicht vermochte", sagt Carolin Hecht, Analystin bei der Commerzbank. Auch wenn die Entscheidung über ein zweites Hilfspaket für Griechenland heute nicht auf der Agenda stehe: Die deutsche Forderung nach mehr Mitspracherecht beim Athener Staatshaushalt werde den Gipfel wohl mit der nötigen Schärfe würzen.
Gewinne nehmen die Investoren vor allem bei Banken und Versicherern mit. Commerzbank geben um 2,4 Prozent auf 1,84 Euro nach, für Deutsche Bank geht es um 2,9 Prozent auf 32,54 Euro nach unten. Allianz verbilligen sich um 1,8 Prozent auf 84,05 Euro. Seit Jahresbeginn haben die Kurse der europäischen Kreditinstitute im Schnitt um 10,0 Prozent angezogen, für die Assekuranzen ging es um 10,4 Prozent nach oben.
Für schlechte Stimmung bei den Stahlwerten sorgt KlöCo-Chef Gisbert Rühl. Die Nachfrage in Europa werde in diesem Jahr um bis zu fünf Prozent sinken, orakelte der Manager im Gespräch mit der Financial Times Deutschland. "Das steht in Diskrepanz zu dem, was der europäische Stahlverband Eurofer zuletzt prognostiziert hat", kommentiert WestLB-Analyst Ralf Dörper. Rühls Prognosen träfen auf einen Markt, der angesichts der zu Jahresbeginn erzielten Preiserhöhungen und gestiegener Volumina wieder Hoffnung geschöpft habe. KlöCo brechen um 6,9 Prozent auf 10,90 Euro ein, im Kielwasser fallen Salzgitter um 4,6 Prozent auf 45,73 Euro zurück, ThyssenKrupp verlieren 3,9 Prozent auf 21,04 Euro.
RWE steigen um 1,7 Prozent auf 29,30 Euro. Morgan Stanley hat die Papiere auf "Overweight" von "Equalweight" heraufgestuft. Für VW geht es um 1,1 Prozent auf 138,00 Euro nach oben. Die Deutsche Bank hat das Kursziel auf 155,00 Euro von 138,00 Euro angehoben. Merck KGaA ziehen um 1,3 Prozent auf 79,54 Euro an. Das Blockbuster-Medikament Rebif kann dem Pharma- und Chemiekonzern dank einer erweiterten Indikation noch mehr Geld einbringen.
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January 30, 2012 07:17 ET (12:17 GMT)
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