• Banges Warten auf die Notenbanken

    Mittwoch 01.08.2012, 18:08 Uhr
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    DJ XETRA-SCHLUSS/Banges Warten auf die Notenbanken

    Von Michael Fuchs 
     
    

    FRANKFURT--Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch ganz im Bann der anstehenden Notenbanksitzungen gestanden. Vor möglichen wichtigen Entscheidungen hielten sich die Marktteilnehmer zurück, so dass es zu leichten Verlusten kam. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 6.754 Punkte, wobei das Geschäft nach dem stürmischen Anstieg der Vortage ruhig verlief.

    Am Abend veröffentlicht die US-Notenbank das Ergebnis ihrer zweitägigen Sitzung. Die entscheidende Frage ist, ob sie neue geldpolitische Maßnahmen zur Ankurbelung der US-Wirtschaft ankündigt oder zumindest andeutet. Die Mehrzahl der Volkswirte erwartet, dass sie zunächst keine neue Runde quantitativer Lockerungen bekannt gibt. Da die Erwartungshaltung an den Finanzmärkten an das Treffen recht hoch ist, könnte US-Notenbankgouverneur Ben Bernanke aber zumindest mit einem Trostpflaster aufwarten. Bislang hat die Federal Reserve Nullzinsen bis Ende 2014 in Aussicht gestellt. Der Prognosezeitraum könnte bis Ende 2015 verlängert werden, meinen die Analysten der Bank of America.

    Am Donnerstag tagt die Europäische Zentralbank (EZB). Nach den Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi, den Euro mit allen Mitteln verteidigen zu wollen, sind die Hoffnungen der Märkte, aber auch das Enttäuschungspotenzial noch größer als bei den US-Währungshütern. Eine Spritze könnte die Konjunktur brauchen: Der deutsche Maschinenbau hat die negative Tendenz bei den Bestellungen im Juni nicht umdrehen können. Der Auftragseingang fiel den neunten Monat in Folge, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilte

    Die Quartalszahlen der großen deutschen Unternehmen fielen mehrheitlich gut aus. Fresenius Medical Care (FMC) und die Konzernmutter Fresenius überzeugten abermals durch solide Ergebnisse. Die Analysten der DZ-Bank stuften die Zahlen von Fresenius als "exzellent" ein. Nach der guten Entwicklung in diesem Jahr brachte das den Aktien aber nichts mehr. FMC verloren 0,6 Prozent, Fresenius sogar 1,2 Prozent.

    Angetan zeigte sich ein Frankfurter Händler auch von den Henkel-Zahlen: "Das Unternehmen hat sowohl beim Ergebnis wie auch beim Umsatz die Erwartung unseres Analysten übererfüllt." Die Aktie zog 1,7 Prozent auf 59,49 Euro an und markierte ein Allzeithoch.

    Gut ist es im zweiten Quartal zudem beim Automobilhersteller BMW gelaufen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis erfüllten die Münchener die Markterwartungen. Allerdings hatten sich die verwöhnten Aktionäre noch etwas mehr erhofft. Nach dem starken ersten Halbjahr mit einer EBIT-Marge von 11,6 Prozent wurde der Margenausblick von 8 bis 10 Prozent für das Gesamtjahr als "einfach zu konservativ" und somit als Enttäuschung eingestuft. Die Aktie verlor 2,9 Prozent auf 58,99 Euro. Der Halbleiterwert Infineon fiel nach den starken Gewinnen am Vortag um 3,5 Prozent.

    Stärkster TecDAX-Wert war die Aktie von Drillisch, Der Mobilfunkanbieter steigerte seine Erlöse dank gut laufender Servicegeschäfte im ersten Halbjahr und erreichte beim operativen Gewinn sogar einen neuen Rekordwert. Die Anleger dankten es mit 8,3 Prozent Gewinn auf 8,26 Euro.

     
    INDEX             zuletzt   +/- % 
    DAX
                                                                
                                                                        6.754,46  -0,26% 
    DAX-Future       6.757,00  +0,03% 
    XDAX             6.755,09  +0,03% 
    MDAX
                                                                
                                                                      10.891,68  +0,60% 
    TecDAX
                                                                
                                                                783,24         +0,71% 
    SDAX
                                                                
                                                                       4.902,69  -0,23% 
     
    

    Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com

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