• Brustimplantate-Skandal: Brenntag weist Vorwurf zurück

    Freitag 13.01.2012, 16:43 Uhr
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    Mülheim an der Ruhr (BoerseGo.de) – Der Chemikalienhändler Brenntag hält den Vorwurf einer möglichen Verletzung seiner Beobachtungspflicht im Zusammenhang mit dem Skandal um krebserregende Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) für unbegründet. Die Zusammensetzung der in den Medien als „PIP-Mischung“ bezeichneten Implantatfüllung sei bis heute nicht bekannt, teilte Brenntag am Freitagnachmittag mit. Es sei weiter unklar, inwieweit die von Brenntag gelieferten Produkte überhaupt in den Implantaten verarbeitet worden seien.

    Die unter dem Produktnamen „Baysilone“ an PIP gelieferten Silikonöle seien eindeutig für die industrielle Verwendung gekennzeichnet gewesen. Sollten diese Öle tatsächlich in den Implantaten enthalten sein, hätten sie „nur durch eine absichtlich kriminelle und missbräuchliche Verwendung seitens des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) in die Implantate gelangen“ können, erläuterte Brenntag. Es habe „keinerlei Anhaltspunkte“ gegeben, „dass die von Brenntag gelieferten Produkte für die Verwendung im menschlichen Körper vorgesehen sein könnten“, erläuterte das Unternehmen. Brenntag sei außerdem davon ausgegangen, dass PIP als Medizintechnikhersteller von den französischen Gesundheitsbehörden ausreichend überwacht werde.

    Laut „Handelsblatt“ drohen Brenntag Schadenersatzforderungen in mehrstelliger Millionenhöhe. Ein Anwalt bereite eine Klage gegen das MDax-Unternehmen vor und verlange Ersatz der Behandlungskosten sowie Schmerzensgeld für seine Mandantin, berichtete die Zeitung am Freitag. Brenntag habe möglicherweise seine Produktbeobachtungspflicht verletzt, so der Vorwurf.

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