Die deutschen Standardwerte durchlaufen derzeit einen zaghaften Stabilisierungsversuch im Bereich der 200-Tages-Linie (akt. bei 6.201 Punkten). Einen Hinweis auf Linderung liefert der gestern endgültig erfolgte Bruch des Abwärtstrends seit Anfang Mai (siehe Chart) sowie die sich bessernde Indikatorenkonstellation. So dokumentiert auch der RSI die eingangs angerissenen Stabilisierungstendenzen, während der trendfolgende MACD bereits einen Schritt weiter ist und mit einem neuen Einstiegssignal zu gefallen weiß. Durch die charttechnische Brille betrachtet, ist aber unverändert eine Rückeroberung der horizontalen Widerstandszone aus dem Erholungshoch von Ende Oktober und dem „Fukushima-Tief“ vom März 2011 bei 6.431/83 Punkten vonnöten, um die Aktienmarktbullen wieder in die „pole position“ zu versetzen. Die Bedeutung dieser Barrieren wird zusätzlich durch die Nackenlinie der derzeit gültigen Schulter-Kopf-Schulter-Formation (siehe Chart; akt. bei 6.480 Punkten) untermauert. Insgesamt scharren die Bullen derzeit zwar mit den Hufen, aber erst eine Negierung der angeführten Toppbildung dürfte die Herde tatsächlich loslaufen lassen.
Euro Bund Future - Neues Rekordhoch mit Schönheitsfehlern
Nachdem beim Euro-BUND-Future neue Rekordstände zwei Tage auf sich warten ließen, folgte gestern erneut ein neues Allzeithoch (144,58). Dennoch lassen sich auf Tagesbasis auch Störfaktoren identifizieren. Insbesondere die quantitativen Indikatoren signalisieren, dass eine Fortsetzung des jüngsten Gipfelsturms kein Selbstläufer wird. Während beispielsweise der RSI im überkauften Terrain notiert und dabei die jüngsten Verlaufshochs nicht mehr bestätigt, liefert der MACD aktuell ein frisches Ausstiegssignal. Auf monatlicher Basis sorgt ohnehin die Trendlinie, die die Hochpunkte von Januar 2009 und August 2010 verbindet (akt. bei 144,50) für einen Hemmschuh. Auf der Unterseite definieren wir aber unverändert erst einen Rückfall in den Basisaufwärtstrendkanal seit Sommer 2008 als Signalgeber für einen nennenswerten Korrekturimpuls. Die Demarkationslinie am Rentenmarkt verläuft aktuell also bei 141,29. Darunter müssten Anleger in einem ersten Schritt einen Test der Hochpunkte bei 140 ½ einkalkulieren, bevor das Schließen der Kurslücke von Mitte April bei 139,45/38 wieder ein Thema wird.
HeidelbergCement AG - Vielversprechende Ausgangslage
Die Korrektur der HeidelbergCement-Aktie seit dem bisherigen Jahreshoch von Ende März bei 46,68 EUR hat das Papier wieder auf ein interessantes Einstiegsniveau zurückgeführt. Schließlich lassen diverse Unterstützungen im Dunstkreis der Marke von 35 EUR einen klassischen Kumulationspunkt entstehen. In diesem Zusammenhang sind neben dem Hoch von Ende Oktober 2011 bei 35,82 EUR sowie der 50%-Korrektur des Aufwärtsimpulses von Oktober 2011 bis März 2012 (35,30 EUR) vor allem der korrespondierende Haussetrend (akt. bei 35,27 EUR) und die 200-Tages-Linie (akt. bei 34,81 EUR) anzuführen. Die Hoffnung auf Besserung wird zusätzlich durch die quantitativen Indikatoren befeuert. So gelang dem RSI zuletzt der Bruch des seit März bestehenden Abwärtstrends, während der MACD diese Weichenstellung mit einem neuen Einstiegssignal untermauert. Gelingt dem Titel nun der Spurt über das Hoch vom 22. Mai bei 36,93 EUR, dürfte eine Aufwärtsreaktion bis zur 90-Wochen-Linie (akt. bei 40,31 EUR) starten. Als Absicherung für neue Longengagements ist die oben angeführte Kumulationszone prädestiniert.
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