• DAX: Kaltfront aus Schottland

    Montag 19.01.2009, 18:01 Uhr
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    Frankfurt (BoerseGo.de) - Der Tag hatte am deutschen Aktienmarkt noch gut begonnen. Am frühen Nachmittag tauchte die Stimmung aber wieder unter Null. Verantwortlich dafür war wohl eine Kaltfront aus Schottland. Die Royal Bank of Scotland meldete einen Verlust von 28 Milliarden Pfund Sterling für das Geschäftsjahr 2008. Der größte Verlust der britischen Unternehmensgeschichte. Es ist kaum anzunehmen, dass die Queen darüber „amused“ war. Damit verpuffte der positive Effekt, den heute früh noch ein umfangreiches britisches Paket zur Absicherung der Banken auf der Insel ausgestrahlt hatte. Die Stimmung wurde zusätzlich durch eine  schmerzliche Produktionskürzung bei BASF belastet. Die Ludwigshafener berichteten, dass ihr Geschäft im Dezember deutlich eingebrochen sei. Die Nachfrage habe sich auch in der ersten Januarhälfte nicht belebt, hieß es. Weil die Produkte des breit aufgestellten Chemieriesen in zahlreichen Branchen gebraucht werden, gilt er als wichtiges Konjunkturbarometer. Allerdings fehlte heute der Einfluss der Wall Street. Die US-Märkte sind heute wegen des Martin Luther King Gedächtnistags geschlossen. Der Xetra-DAX schloss mit einem Verlust von 1,15 Prozent auf 4.316 Punkten.

    Ausgerechnet die Pennystocks von Infineon boten heute ein Kontrastprogramm zum abrutschenden Gesamtmarkt. Dort sprang der Börsenkurs um 15,6 Prozent auf 0,82 Euro. Bei dem Halbleiterkonzern kehrt anscheint wieder die Hoffnung zurück, dass es für die angezählte Chip-Tochter Qimonda doch noch eine Rettung gibt.
    Gegen den Abwärtstrend bewegten sich auch die „Gesundheitspapiere“ Merck und Fresenius Medical Care. Krank werden die Leute auch in einer Rezession. Gekauft wurden auch die Aktien der Deutschen Telekom. Der Kommunikations-Versorger gilt auch als relativ konjunkturunabhängig. Wie es der Zufall will, sprach ausgerechnet die Royal Bank of Scotland eine Kaufempfehlung für RWE aus, deren Anteile heute ebenfalls zu den wenigen Gewinnern zählten.

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