Trotz des neuen Jahreshochs bei 6.838 Punkten erwies sich unsere Einschätzung einer temporären Verschnaufpause beim DAX® gestern als richtig. Auf Stundenbasis mahnt zudem die weiterhin bestehende Divergenz seitens des MACD und des RSI zur Vorsicht. In diesem Umfeld erscheint uns ein Anstieg über die Parallele (akt. bei 6.869 Punkten) zum Aufwärtstrend seit Dezember 2011 derzeit kein realistisches Szenario zu sein. Vielmehr sollten Anleger kurzfristig vor allem die Unterstützungen in Form der 38-Stunden-Linie (akt. bei 6.764 Punkten) sowie der letzten beiden Tiefpunkte bei 6.746/36 Punkten im Blick haben. Übergeordnet müssten wir unsere konstruktive Grundhaltung aber erst dann überdenken, wenn es zum Rebreak der alten Ausbruchsmarken bei 6.506/431 Punkten kommen sollte. Solange eine solche negative Weichenstellung aber ausbleibt, bestehen im Anschluss an eine Verschnaufpause weiter gute Chancen auf ein Schließen der Kurslücke von Anfang August 2011 bei 6.938/54 Punkten. Das angeführte Gap markiert den Beginn einer massiven Widerstandszone aus den verschiedenen Tiefpunkten vom April, Juni und Juli 2011 zwischen 6.992 und 6.996 Punkten.
Euro Bund Future - Explosive Mischung
Die besondere Brisanz der gegenwärtigen Konstellation beim Euro-BUND-Future liegt darin begründet, dass derzeit die Ausbildung eines so genannten „verketteten Kursmusters“ droht. So würde ein Abgleiten unter den Aufwärtstrend seit April 2011 (auf Wochenbasis akt. bei 137,25) eine Keilformation nach unten auflösen. Gleichzeitig droht auf Tagesbasis die Ausprägung eines klassischen Doppeltops (siehe Chart). Diese obere Umkehr würde bei einem Schlusskurs unterhalb des Tiefs von Ende Januar bei 137,18 Realität werden. Eine negative Weichenstellung sollte den Korrekturdruck deutlich ausweiten. Aus dem beschriebenen Doppeltopp ergibt sich zunächst ein Abschlagspotential von rund 300 Ticks, während die diskutierte Keilformation sogar noch größere Rückschlagsrisiken beinhaltet. Damit dürften perspektivisch die Tiefs vom letzten Quartal 2011 bei 132,99/89 ins Rampenlicht rücken. Ein Bruch dieser Bastion würde sogar ein großes Dreifachtopp vervollständigen, dessen Abschlagspotential von rund 700 Ticks im weiteren Jahresverlauf sogar einen Test der 200-Wochen-Linie (akt. bei 124,49) wahrscheinlich macht.
Stoxx Europe 600 - Baissetrend steht zur Disposition
Mit den Tiefpunkten vom August, September und November 2011 bei 218/209 Punkten wurde letztlich ein nahezu idealtypischer Pullback auf die alten Ausbruchsmarken vollzogen, deren Überwinden im Juli 2009 die Bodenbildung der europäischen Standardwerte abschloss. Auf dieser Basis gelang dem Stoxx Europe 600 zuletzt der Abschluss einer Bodenbildung, aus der sich immerhin ein rechnerisches Anschlusspotential von gut 34 Punkten bzw. ein kalkulatorisches Kursziel von rund 285 Punkten ableiten lässt. Das zuvor angeführte Kursziel harmoniert dabei sehr gut mit dem Hoch vom Mai 2011 bei 285 Punkten. Diese Marke definiert gleichzeitig den Auftakt zu einer wichtigen Widerstandszone, die durch das Mehrjahreshoch vom Februar 2011 bei 292 Punkten untermauert wird. Auf dem Weg zum Ausschöpfen dieses Kurspotentials gilt es aber zunächst einmal, den dominierenden Baissetrend seit Sommer 2007 (akt. bei 267 Punkten) aus dem Weg zu räumen. Zusammen mit den horizontalen Hürden bei rund 265 Punkten entsteht auf diesem Niveau ein markantes Widerstandscluster. Gelingt dem Aktienbarometer der Spurt über den angeführten Kreuzwiderstand, würden sich die charttechnischen Perspektiven weiter verbessern.
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