Der beste Jahresauftakt seit Bestehen des DAX® stellt die Aktienmarktbären nach wie vor auf eine harte Probe. Der gestrige Handelstag liefert für diese Aussage einen erneuten Beleg. So konnten sich die deutschen Standardwerte bis zum Handelsschluss vom Tagestief bei 6.683 Punkten deutlich lösen. Per Saldo trägt das Kräftesammeln der bisherigen Woche inklusive nahezu unveränderter Schlusskurse letztlich sehr konstruktive Züge. Da die Trendfolger MACD und Aroon weiter sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis „long“ positioniert sind, halten wir ein Schließen der Kurslücke von Anfang August 2011 bei 6.938/54 Punkten unverändert für ein realistisches Szenario. Das angeführte Gap stellt zudem den Auftakt zur massiven Widerstandszone aus den verschiedenen Tiefpunkten vom April, Juni und Juli 2011 zwischen 6.992 und 6.996 Punkten dar. Das Szenario eines Wiedersehens mit den auch unter psychologischen Aspekten bedeutenden Barrieren wäre indes erst bei einem Rebreak der alten Ausbruchsmarken bei 6.506/431 Punkten zu den Akten zu legen.
Euro Bund Future - Angeschlagen!
Im Anschluss an einen nahezu idealtypischen Pullback an die alte Ausbruchszone bei rund 139 geriet der Euro-BUND-Future gestern deutlich unter Druck. Da das Rentenbarometer in der Folge die 38-Tages-Linie (akt. bei 138,61) preisgeben musste, zahlt sich unsere vorsichtige Grundhaltung der letzten Tage aus. Das Unterschreiten des Tiefs vom vergangenen Freitag bei 138,13 sorgt nun dafür, dass die Kombination aus der Aufwärtstrendlinie seit April 2011 (akt. bei 137,27) und dem bisherigen Jahrestief bei 137,18 in den Fokus rückt. Ein Bruch dieser Bastion würde den Korrekturbedarf deutlich ausweiten. Schließlich wäre dann aus Sicht des Wochencharts die zuletzt mehrfach beschriebene Keilformation nach unten aufgelöst. Aber noch aus einem anderen Blickwinkel heraus kommt der Marke von 137,18 eine Schlüsselfunktion zu, würde deren Unterschreiten zusätzlich ein kurzfristiges Doppeltop (siehe Chart) vervollständigen, aus dem sich ein rechnerisches Abschlagspotential von gut 300 Ticks ableiten ließe. Da das Rückschlagspotential – abgeleitet aus dem o. g. Keilmuster – noch deutlich größer anzusetzen ist, müssen Anleger bei einer negativen Weichenstellung einen Test der Schlüsselunterstützung bei knapp 133 einkalkulieren.
Hamburger Hafen AG - Seitwärtsrenditen gefragt
Die Aktie des Hamburger Hafens hat seit 2009 nicht gerade ein Kursfeuerwerk gezündet. Vielmehr bewegt sich das Papier seither per Saldo seitwärts. Dennoch haben sich die kurzfristigen Perspektiven zuletzt mit der Rückeroberung der 38-Wochen-Linie (akt. bei 24,43 EUR) sowie der Widerstandszone aus diversen alten Hoch- und Tiefpunkten zwischen 23,28 EUR und 25,12 EUR verbessert. Neben diesem charttechnischen Signal tragen auch die quantitativen Indikatoren zur Besserung der Lage bei. So bestätigen die beiden Trendfolger MACD und Aroon den beschriebenen Ausbruch mit gültigen Kaufsignalen. Aus charttechnischer Sicht markiert nun der im November 2007 etablierte Baissetrend (akt. bei 28,65 EUR) die nächste Anlaufmarke. Da aber der übergeordnete Abwärtstrend immer noch Gültigkeit besitzt, sind offensive Investments bis zu einem erfolgreichen Trendbruch zunächst noch auf die lange Bank zu schieben. Vielmehr sollten Anleger konservative Produkte favorisieren, die auch für den Fall, dass sich die Schiebezone der letzten drei Jahre fortsetzen sollte, attraktive Seitwärtsrenditen versprechen (siehe unten).
EUR/JPY - Licht am Ende des Tunnels?
Auf Basis einer abwärtsgerichteten Trendlinie (auf Monatsbasis akt. bei 99,49 JPY), die diverse Tiefpunkte seit Januar 2009 verbindet, zeigt der Euro zum japanischen Yen zaghafte Stabilisierungstendenzen. Für einen reifen Baissetrend spricht zudem die divergente Entwicklung verschiedener Indikatoren auf Monatsbasis. So haben weder Stochastik und RSI noch der trendfolgende MACD das jüngste Verlaufstief von Mitte Januar bei 97,01 JPY durch entsprechende Indikatortiefs bestätigt. Um einer Wende zum Besseren Nachdruck zu verleihen, ist aber zumindest ein Spurt über die letzten beiden Erholungshochs bei 102,24/59 JPY und die 90-Tages-Linie (akt. bei 102,90 JPY) vonnöten. Im Erfolgsfall wäre zwar ein 1-2-3-Tief komplettiert, als endgültiger Befreiungsschlag dient aber erst ein Bruch des im April 2011 etablierten Abwärtstrends (akt. bei 104,23 JPY). Bei einer positiven Weichenstellung dürfte die Einheitswährung bis zum oberen Ende der Widerstandszone aus diversen horizontalen Marken zwischen 105,41 JPY und 107,30 JPY und der 200-Tages-Linie (akt. bei 107,89 JPY) vorstoßen. Abgerundet wird das auf diesem Niveau entstehende Barrierenbündel durch das 38,2%-Fibonacci-Retracement des Baisseimpulses seit April 2011 (107,08 JPY).
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